Oberpfalz

Bischof in Regensburg Voderholzer wird Müllers Nachfolger

Rudolf Voderholzer wird neuer Bischof in Regensburg. In einer Pressekonferenz ist er am Mittag vorgestellt worden. Er selbst war nicht vor Ort, sondern feierte eine Nikolaus-Andacht mit seiner derzeitigen Gemeinde bei Trier.

Stand: 06.12.2012

Für Donnerstagmittag, 12.00 Uhr, hatte die Diözese kurzfristig zu einer "außerordentlichen Pressekonferenz" eingeladen. Dort stellte Diözesanadministrator Wilhelm Gegenfurtner den neuen Bischof, Rudolf Voderholzer, als "erfahrenen Seelsorger und renommierten Theologen" vor. Die Diözese sei hoch erfreut über die Entscheidung.

Die Bischofsweihe könnte Ende Januar gefeiert werden, sagte Gegenfurtner. Einen konkreten Termin konnte er nicht nennen. Dieser soll in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden. Voraussichtlich am 20. Dezember kommt Rudolf Voderholzer nach Regensburg, um von der Bistumsleitung und den Gläubigen offiziell empfangen zu werden.

"Das ganze Bistum heißt den neuen Oberhirten von Herzen willkommen. Ich wünsche ihm für sein Wirken in der Diözese Gottes reichen Segen. Und darf ihm von unserer Seite alle Mitarbeit und Zusammenarbeit anbieten."

Wilhelm Gegenfurtner, Diözesanadministrator

Bereits in Regensburg tätig

Wilhelm Gegenfurtner (li.) und Michael Fuchs (re.) berichten über den neuen Bischof.

Rudolf Voderholzer ist gebürtiger Münchner und Dogmatikprofessor in Trier. Er leitet außerdem das "Institut Papst Benedikt XVI." in Regensburg, das das theologische Gesamtwerk von Joseph Ratzinger erforscht und herausgibt. Seine Berufung als Müller-Nachfolger ist ein Signal für Kontinuität auf dem Regensburger Bischofsstuhl. In seiner derzeitigen Gemeinde in Kasel bei Trier gilt der 53-Jährige als menschennah. Bei Kindern und Jugendlichen ist er beliebt.

Voderholzer sagte dem SWR, er kämpfe noch mit widerstreitenden Gefühlen, seit er wisse, dass er der neue Oberhirte in Regensburg wird. Er nannte es einen "Sturm im Herzen".

"Natürlich Stolz und Freude, dass mir das zugetraut wird. Und eben auch ein Zeichen der Anerkennung, dass ich meine Arbeit wohl bisher nicht ganz schlecht gemacht habe. Auf der anderen Seite natürlich große Sorge und Bedenken, ob man das wirklich kann."

Rudolf Voderholzer

Seit Anfang Juli war der Regensburger Bischofsstuhl vakant. Papst Benedikt XVI. hatte Bischof Gerhard Ludwig Müller zum obersten katholischen Glaubenshüter in den Vatikan berufen. Diözesanadministrator Wilhelm Gegenfurtner übernahm vorübergehend die Verwaltung des Bistums.

Reaktionen zu Rudolf Voderholzer als Bischof

Ex-Bischof Müller

Erzbischof Gerhard Ludwig Müller hat die Berufung von Rudolf Voderholzer zum neuen Bischof von Regensburg begrüßt. Dem Bayerischen Fernsehen sagte der langjährige Bischof von Regensburg und heutige Präfekt der Glaubenskongregation im Vatikan in Rom, er kenne Voderholzer seit langem, weil er auch sein akademischer Schüler war. Wörtlich ergänzte Müller: "Alle im Bistum Regensburg sind sehr froh und dankbar, dass der Heilige Vater so rasch diese Entscheidung getroffen hat, denn das Bistum braucht wieder einen bischöflichen Leiter. Zur Kirche gehört es ja, dass die Bischöfe als Nachfolger der Apostel eingesetzt sind und dafür ist die Bischofsweihe notwendig um in vollem Umfang der Verkündigung auch in der Leitung der Diözese dann auch das katholische Leben zu repräsentieren und fortzuführen."

Papstbruder

Papstbruder Georg Ratzinger begrüßt die Wahl von Rudolf Voderholzer zum neuen Regensburger Bischof ausdrücklich: "Es ist eine sehr gute, die richtige Wahl" erläuterte der Ex-Domkapellmeister heute in Bayern 1. Denn Voderholzer sei ein recht gläubiger, frommer Priester, darüber hinaus sehr gelehrsam, praktisch veranlagt, realitätsnah und vor allem auch "persönlich freundlich und kontaktfähig. Er kann auf die Menschen zugehen, das sind lauter wichtige Voraussetzungen für dieses Amt", so Georg Ratzinger.

Albert Schmid

Der Präsident des Landeskomitees der Katholiken in Bayern zeigt sich beglückt über die Berufung von Rudolf Voderholzer zum neuen Regensburger Bischof. Auf Bayern 1 (Niederbayern/Oberpfalz) sagte Albert Schmid, er freue sich über "die schnelle Entscheidung des Heiligen Vaters und über die Person. Damit wird die Kontinuität gewährleistet, die sehr wichtig ist für die Gläubigen in der Diözese und die Katholiken in Deutschland."

Regionalbischof Weiss

Die evangelischen Christen im Kirchenkreis Regensburg wollen unvoreingenommen und offenherzig auf den neuen katholischen Bischof Rudolf Voderholzer zugehen. Der evangelische Regionalbischof Hans Martin Weiss sagte dem Bayerischen Rundfunk (Regionalstudio Ostbayern), er wisse von Leuten aus dem Umkreis von Voderholzer, dass der neue Bischof eine seelsorgerische und pastorale Seite habe. Dass der neue Bischof ein theologischer Schüler von Bischofsvorgänger Gerhard Ludwig Müller sei, darin werde zwar unbestritten ein Faktum der Kontinuität sichtbar. Daraus solle man jedoch nicht falsche Schussfolgerungen ziehen. "Nicht jeder Schüler ist schließlich ein Abziehbild seines Lehrers."

Müller und Voderholzer kennen sich gut

Der 53 Jahre alte Rudolf Voderholzer war bereits in den vergangenen Wochen als einer der möglichen Kandidaten für die Nachfolge gehandelt worden. Zum früheren Regensburger Bischof hat er enge persönliche Verbindungen: Müller und Voderholzer kennen sich von ihrer gemeinsamen Zeit am Lehrstuhl für Dogmatik in München. Voderholzer war damals Müllers Assistent. Gerhard Ludwig Müller hatte Voderholzer 2008 zum Gründungsrektor für das "Institut Papst Benedikt XVI." ernannt.

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