Oberpfalz

Mollath-Affäre Bayerns Justizministerin Merk will Fall neu aufrollen

Die Staatsanwaltschaft Regensburg soll die Wiederaufnahme des Verfahrens Gustl Mollath vorantreiben. Das hat das Bayerische Justizministerium in München am Freitag veranlasst.

Stand: 30.11.2012
Gustl Mollath | Bild: picture-alliance/dpa

Neue Hinweise im Fall Mollath

Die oberpfälzer Staatsanwälte sollen beim Landgericht Regensburg einen  Antrag auf Wiederaufnahme stellen.Offenbar gibt es völlig neue Hinweise auf Ungereimtheiten im Fall des seit 6 Jahren in der Psychiatrie sitzenden Gustl Mollath. Womöglich war der Richter, der den Nürnberger in eine geschlossene Anstalt eingewiesen hatte, befangen. Das Landgericht Regensburg soll die Vorwürfe prüfen, sagte ein Sprecher des Bayerischen Justizministeriums und über die Wiederaufnahme des Strafverfahrens gegen Mollath entscheiden. 

Befangener Richter sagte: Mollath sei verrückt

Mollath hatte Schwarzgeld-Geschäfte bei der Hypovereinsbank angeprangert, die offensichtlich stimmen. Für das Landgericht Nürnberg waren sie aber Teil eines so wörtlich "paranoiden Gedankensystems". Laut Nürnberger Nachrichten hatte der Richter, der über Mollaths Zwangsunterbringung zu entscheiden hatte, selbst bei den Finanzbehörden angerufen und gesagt: Mollath sei verrückt, dessen Schwarzgeld-Anzeige müsse nicht nachgegangen werden.

Seit sieben Jahren in der Psychiatrie

Im Dezember 2003 hatte Gustl Mollath Anzeige wegen Schwarzgeldgeschäften gegen seine Frau, mehrere andere Mitarbeiter der Hypo-Vereinsbank und 24 Kunden erstattet. Seine Frau hatte ihn bereits zuvor wegen Körperverletzung angezeigt.

Der Nürnberger sitzt seit 2006 in der Psychiatrie, weil er nach einem Urteil des Landgerichts Nürnberg nicht nur seine Frau angegriffen und verletzt hatte, sondern eine Gefahr für die Allgemeinheit sein soll. Mollath hatte vorher jede Zusammenarbeit mit dem Gutachter abgelehnt, der seinen Geisteszustand untersuchen sollte. Der Gutachter bescheinigte ihm ein "paranoides Gedankensystem", zu dem auch die Schwarzgeld-Verschiebungen gehörten. Die Einweisung ist von Gutachtern und Gerichten bestätigt worden.


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