Im Dezember 2012 tut sich die Erde auf
Auf dem Bolzplatz in Erbendorf klafft ein riesiges Loch: Der Krater im 16-Meter-Raum ist vier Meter tief.
Krater in Erbendorf Loch im Fußballplatz soll geschlossen werden
Im Dezember vergangenen Jahres hat sich ein zehn mal zehn Meter großes Loch auf dem Bolzplatz aufgetan. Ein Förderschacht war eingestürzt. Jetzt soll der Krater geschlossen werden.
Auf dem Bolzplatz in Erbendorf ist ein riesiges Loch: Der Krater im 16-Meter-Raum ist vier Meter tief. Hier wurde bis 1926 Kohle abgebaut. Das Loch klafft genau dort, wo einst der Förderschacht 90 Meter in die Tiefe geht.
Eine Bergbaufirma hatte die Abbauschächte nicht richtig verfüllt. Sie brachen zusammen und verschlangen rund 50 Kubikmeter Erde. Die Firma war in den 20er Jahren nach Erbendorf gekommen, um Kohle abzubauen - hatte den Berbau aber eingestellt.
Die Gänge des ehemaligen Bewerks sind noch alle da. Sie gehen bis zu 230 Meter in die Tiefe. Sie sind derzeit mit Wasser gefüllt. Das hat denselben Effekt, wie wenn man sie mit Erde füllen würde: die Schächte werden gestützt.
Baumaßnahmen teuer - Stadt zahlt keinen Euro
Im April soll der Krater geschlossen werden. Zuerst wird das Erdreich des Bolzplatzes abgetragen. Bohrungen sollen nach festem Gestein rund um den ehemaligen Förderschacht suchen, dann werden Stehlen bis zu 30 Meter in die Tiefe gerammt. Darauf kommt eine ein Meter dicke Betonplatte. Auf diese kann wieder Erde geschüttet werden.
Die Sanierung ist teuer: Erbendorfs Bürgermeister Hans Donko rechnet mit bis zu einer Millionen Euro. Die Stadt kostet die Baumaßnahme keinen Cent. Der Nachfolger der schlesischen Bergbaufirma wird alles bezahlen - freiwillig.
"Es war total überraschend. Wir dachten, da kommt eine Firma mit drei Anwälten im Gepäck, die gleich beweisen wollen, dass sie nicht zuständig sind."
Hans Donko, 1. Bürgermeister Erbendorf
Nach der Sanierung können die Fußballer ihren Bolzplatz wieder nutzen - wann es soweit ist, ist noch nicht absehbar.
Mit einem Grollen fing alles an
Bewohner hatten am 2. Dezember ein dumpfes Grollen und einen lauten Knall gehört. Plötzlich tat sich das 10 mal 10 Meter große Loch auf dem Bolzplatz auf. Der Platz ist weiträumig abgesperrt und darf nicht betreten werden. Das nächste Haus steht etwa 40 Meter vom Krater entfernt.
Die Anwohner sehen es sehr gelassen. Der Hausbesitzer sagte, bevor er gebaut habe, habe er sich beim Bergbauamt nach dem Untergrund erkundigt. Ein Sachverständiger habe ihm bedenkenloses Hausbauen an dieser Stelle bestätigt.

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