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Regensburger Ex-Wirtschaftsweise "Der Sparer ist der Dumme"

Der ehemalige Wirtschaftsweise, der Regensburger Prof. Wolfgang Wiegard, kritisiert die Nullzins-Politik des EZB-Chefs Mario Draghi. Das ganze Maßnahmenpaket bringe nichts mehr, sagte Wiegard dem Bayerischen Rundfunk.

Stand: 11.03.2016

Prof. Wolfgang Wiegard (Archivbild) | Bild: picture-alliance/dpa

Wörtlich sagte Wiegard: "Der Sparer ist der Dumme." Schon die Maßnahmen vorher haben nicht allzu viel gebracht. Es werde langsam klar, "dass die EZB jetzt mit diesen Maßnahmen ihr Pulver weitgehend verschossen hat und wenn es jetzt zu einer konjunkturellen Krise kommen sollte […] dann hat die EZB eigentlich in ihrem Instrumentenkoffer nicht mehr viele Maßnahmen, um da noch irgendwelche Impulse zu setzen."

Blase an Vermögensmärkten?

Wenn sich die Nullzins-Politik mit niedrigen Zinsen auf lange Zeit verfestigen sollte, dann bestehe in der Tat die Gefahr, dass es zu Vermögenspreisblasen kommt die platzen könnten. Das habe natürlich negative Folgen wieder rückwirkend auf die Banken und auch auf die Realwirtschaft. Dann steuere man auf eine neue Krise zu.

Im Moment sei die Gefahr noch nicht allzu groß, aber man müsse das im Blick haben. Jetzt sei der kurzfristige Sparer der Dumme, denn wer sein Geld auf Tagesgeldkonten liegen hat wird in Zukunft noch weniger oder gar keine Zinsen bekommen.

Professor Wolfgang Wiegard

Der frühere Professor war von 2001 bis 2011 Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ("Die Wirtschaftsweisen") - von 2002 bis 2005 der Vorsitzende. Seit Oktober 2009 ist er Mitglied im Rat der Immobilienweisen.


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