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Zum Welttag des Buches Ein Besuch beim "Buchfink" in Parsberg

Heute feiern Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken, Schulen und Lesebegeisterte den Welttag des Buches. Welche Trends gibt es in den Buchhandlungen? Wie können sie sich gegen Amazon & Co. behaupten? Wir fragen nach beim "Buchfink" in Parsberg.

Von: Uli Scherr

Stand: 23.04.2017

In der Buchhandlung von Maria Anna Wegerer in Parsberg (Lkr. Neumarkt in der Oberpfalz) hängt noch die Osterdekoration. Schülerinnen und Schüler der örtlichen Realschule haben riesige Ostereier aus buntem Tonpapier ausgeschnitten und mit ihren persönlichen Leseempfehlungen beschriftet. Jetzt hängen gut zwei Dutzend dieser österlichen Buchtipps in Frau Wegerers Laden von der Decke und sollen der Kundschaft Lust aufs Lesen machen.

Vor 15 Jahren hat die Parsbergerin ihren Laden eröffnet: den "Buchfink". Es war ein Wagnis. Denn eine Kleinstadt wie Parsberg, mit nicht einmal 7.000 Einwohnern, ist eigentlich zu klein für eine ambitionierte Buchhandlung.

"Es ist jeden Tag ein Kampf. Deswegen sind wir so aktiv und machen so viel, dass wir überleben können."

Maria Anna Wegerer, Ladenbesitzerin des Buchfink

Erfolgreiche Werbeaktionen

Maria Anna Wegerer hat die Buchhandlung eröffnet

Und wenn es nicht genügend Kunden vor Ort gibt, die von selber in den 75 Quadratmeter kleinen Laden kommen, dann muss man ihnen halt hinterherlaufen. Zum Beispiel mit dem Projekt Bücherkiste: Zweimal im Jahr tourt eine Mitarbeiterin der Buchhandlung durch die Schulen der Region und präsentiert in den Klassen ausgesuchte Neuerscheinungen. Bei solchen Werbeaktionen geht es eher um nachhaltige Kundenbindung als um schnellen Profit.

Die Kundschaft belohnt die Beharrlichkeit und den Ideenreichtum von Buchhändlerin Wegerer und ihrem Team. Kunden können sich die Bücher als Geschenk verpacken lassen und fühlen sich gut bedient.

Buchhandlung des Jahres

Längst hat der "Buchfink" auch überregional Beachtung gefunden. 2015 ist der Laden als Bayerns Buchhandlung des Jahres ausgezeichnet worden. Die Prämierung brachte damals eine Menge Publicity. Der Laden profitiert davon noch heute, sagt die Buchhändlerin. "Wir haben einige Kunden von auswärts, die extra eine halbe Stunde zu uns fahren", sagt Wegerer.

Trotz aller Erfolge: Der Buchfink bleibt ein kleiner Buchladen in einer kleinen Stadt. Ausruhen gibt es nicht für Maria Anna Wegerer und ihre Mitarbeiterinnen.

"Manchmal denk ich mir: Ich hätte es jetzt einfacher mit einem Halbtagsjob. Da hätte ich ein festes Einkommen. Aber es macht so viel Spaß, man trifft viele tolle Menschen und darf viele tolle Bücher lesen. Nein - bereut habe ich das nie."

Maria Anna Wegerer, Ladenbesitzerin des Buchfink


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