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Regelmäßig hohe Quoten Vererbte Arbeitslosigkeit in Weiden

Am Mittwoch wurden die neuen Arbeitsmarktzahlen veröffentlicht. Die höchste Arbeitslosigkeit in der Oberpfalz hat regelmäßig die Stadt Weiden. Die Arbeitslosigkeit ist inzwischen auch in den Familien angekommen.

Von: Margit Ringer

Stand: 30.11.2016

Schild mit der Aufschrift "Arbeit" und einem Pfeil | Bild: picture-alliance/dpa

Durch den Strukturwandel und den Wegfall der Knopf- und Textilindustrie in den 60er und 70er Jahren und der Porzellan- und Glasindustrie in den 90er Jahren gibt es in Weiden viele Langzeitarbeitslose. Im November liegt die Quote hier bei 6,3 Prozent. Inzwischen vererbt sich die Arbeitslosigkeit sogar. Jeder fünfte Jugendliche in Weiden lebt in einer Hartz IV-Familie sagt Thomas Würdinger, der Chef der Weidener Arbeitsagentur.

"Alleine mit der Qualifizierung ist es nicht möglich, diese Menschen in die Arbeit zu bringen."

Thomas Würdinger, Arbeitsagentur Weiden

Initiative gegen Arbeitslosigkeit

Gleichzeitig müsse auch sozialpädagogische Betreuung für die ganze Familie zur Verfügung stehen. Das geschieht seit Jahren in einer Arbeitsmarktinitiative. Behörden, Verbände und Schulen arbeiten eng zusammen - und langsam fruchten die Mühen. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß (SPD) ist optimistisch, dass man in einigen Jahren mit einem Abbau der Arbeitslosigkeit rechnen könne.

Derzeit gibt es mit rund 27.000 bereits so viele sozialversicherungspflichtig Beschäftigte wie noch nie in Weiden.

  • Margit Ringer | Bild: BR/Katharina Häringer Margit Ringer

    Margit Ringer berichtet aus Amberg und Weiden sowie den Landkreisen Tirschenreuth, Neustadt/Waldnaab, Amberg-Sulzbach und Neumarkt


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Kommentare

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Hans Holtz, Donnerstag, 01.Dezember, 16:15 Uhr

3. Einer wählt die Kuh, der andere Bua die Ruh...

Arbeitslosigkeit wird nicht vererbt. Aber Bequemlichkeit! Kann jeder Lehrer bestätigen, der in einer Stadtteilschule unterrichtet. Da gibt es einen beständigen Teil an pubertierenden Jugendlichen, die offen zugeben, "null Bock" auf das Lernen, oder gar gute Abschlüsse zu haben, da die "auch hartzen wollen, wie unsere Ollen"...

Leser, Mittwoch, 30.November, 13:49 Uhr

2. Vererbung

Arbeitslosigkeit lässt sich nicht vererben. Nur Bequemlichkeit.

Isabell Speidel, Mittwoch, 30.November, 09:06 Uhr

1. Ideologie wichtiger als Arbeitsplätze

Komisch das immer dort wo SPD regiert im Landkreis und Kreisstadt da sind die Arbeitslosenzahlen immens hoch. Sie machen eben zu wenig für die Menschen, denn die Ideologie ist ihnen wichtiger als die Schaffung von Arbeitsplätzen.

  • Antwort von Sebastian Dippold, Mittwoch, 30.November, 09:38 Uhr

    Das ist ja wohl sehr kurz gedacht. Weiden hat sich vorher mit Korruption und Vetternwirtschaft finanziert. Man kann das auch weiter betreiben und sagen "aber wir schaffen Arbeitsplätze". Zudem darf ich dagegenhalten: Boomtown Regensburg, Boomtown München.
    Der SPD an sowas die Schuld zu geben ist schlicht falsch und unwahr.

  • Antwort von Marek, Mittwoch, 30.November, 10:28 Uhr

    Boomtown München? Es ist richtig, dass in München zwar genügend Arbeitspltäze gibt und dementsprechend die Einwohnerzahlen in den letzten Jahren gestiegen sind, aber in dieser SPD-geführten Stadt hat man leider auf die daraus resultierenden Anforderungen ebenfalls keine befriedigenden Antworten gefunden. Für Normalverdiener ist es kaum mehr möglich bezahlbaren Wohnraum zu finden, die Stadt erleidet zudem gerade den Kollaps beim offentlichen Personennah- und beim Individualverkehr. Das Wachstum von München beruht auf Verschleiss der Infrastruktur. Und was hat die Münchner SPD dagegen unternommen? Nach meinen Beobachtungen in den letzten Jahren nicht viel. Stattdessen hat man versuch diese unsäglich Olympia-Bewerbung durchzudrücken. In München hat sich die SPD inzwischen total zu einer ideologischen Partei entwickelt, von einer Politik für ihr Kernklientel (Arbeiter, Geringverdiener, Rentner) ist nichts mehr zu sehen.

  • Antwort von Michael D., Donnerstag, 01.Dezember, 16:22 Uhr

    Für Leistungsverweigerer wird in diesem Land viel mehr getan, als woanders. Doch sind leider alle Bemühungen umsonst bei vielen Zeitgenossen. Zudem es einen großen Teil an Jugendlichen gibt, deren späteres Ziel schon mit 14 Jahren fest steht: Daueralimentierung. Wie sie die von ihren Eltern kennen.