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Messungen bei Neualbenreuth Experten vermuten zweiten Vulkan

Vor zwei Jahren wurde in Neualbenreuth der jüngste Vulkan Bayerns gefunden. Jetzt vermuten Experten dort einen weiteren Vulkan. Heute führt das Landesamt für Umwelt geophysikalische Messungen durch, um einem möglichen zweiten Vulkan auf die Spur zu kommen.

Von: Margit Ringer, Susanne Ebner

Stand: 10.05.2017

Vulkan-Forschung in Neualbenreuth | Bild: BR/Susanne Ebner

Die Messungen sind zunächst geophysikalisch (Messung der Magnet- und Schwerefelder, geoelektrische Messungen). Nachgewiesen werden kann der zweite Vulkan vermutlich nur mit einer Bohrung und Untersuchung der Erdschichten.

Auf diese Schichten haben es die Forscher rund um Roland Eichhorn, Chefgeologe des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, abgesehen.

"Das Interessante für die Wissenschaft ist das, was am Ende davon übrig geblieben ist, nämlich ein tiefes Loch. In dieses Loch konnte 300.000 Jahre lang durch Wind und Wetter alles reinwehen, was in der Umgebung kreucht und fleucht. Da sind Pollen und Blätter reingefallen, das heißt wir haben da sowas wie eine Zeitmaschine."

Roland Eichhorn, Chefgeologe des Bayerischen Landesamtes für Umwelt

Der mögliche neue Vulkan könnte vor allem auch für den Tourismus in der nördlichen Oberpfalz ein Glücksfall sein. Die Geotouren rund um Neualbenreuth werden dadurch immer beliebter.

Erster Vulkan vor zwei Jahren entdeckt

Der erste entdeckt Vulkan und damit der jüngste Vulkan Bayerns am Fuße des Tillenberges stammt aus der Steinzeit und ist etwa 200.000 Jahre alt. Das hat die Geschichtsbücher verändert, denn bis 2015 gingen Geologen davon aus, dass sämtliche Vulkane in Bayern vor 14 Millionen Jahren erloschen sind.

Der jüngste Vulkan Bayerns hat die Form eines Maares, also eines schüssel- oder trichterförmigen Vulkankraters. An der Oberfläche deutet nahezu nichts auf einen Vulkan hin, da der Krater mit Erde, Laub und einem Wald überwachsen ist. Er konnte damals nur durch eine Bohrung nachgewiesen werden. Da ein paar Kilometer weiter direkt auf der anderen Seite der Landesgrenze damals ebenfalls zwei so junge Vulkane gefunden worden sind, vermuten die Experten nun, dass auch bei Neualbenreuth (Lkr. Tirschenreuth) noch ein weiterer Vulkankrater verborgen liegt. Ein Maar hat keinen markanten Vulkankegel, da es sich um unterirdische Explosionen handelt. Die Krater wurden dann durch Vulkangestein oder auch durch Wasser aufgefüllt.

2014 bebte die Erde

Neualbenreuth liegt im geologischen Gebiet des sogenannten Egergrabens, einem der seismisch aktivsten Gebiete Mitteleuropas. Er erstreckt sich entlang des Flusses Eger. Zuletzt bebte die Erde im Mai 2014 und ließ mit einem großen Rumms die Gläser im kompletten östlichen Landkreis Tirschenreuth klirren. Damals gab es ein "Schwarmbeben", viele kleine Erdstöße über mehrere Wochen und Monate hinweg.

  • Margit Ringer | Bild: BR/Katharina Häringer Margit Ringer

    Margit Ringer berichtet aus Amberg und Weiden sowie den Landkreisen Tirschenreuth, Neustadt/Waldnaab, Amberg-Sulzbach und Neumarkt

  • Susanne Ebner | Bild: BR/Katharina Häringer Susanne Ebner

    Trimediale Korrespondentin, zuständig für die nördliche Oberpfalz von Weiden bis Flossenbürg.


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