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Neuwahlen bei der Deutschen Bischofskonferenz Voderholzer ist nur zweite Wahl

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer galt vielen als Favorit für die Leitung der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz. Gewählt haben seine Amtsbrüder dann aber einen anderen. Passaus Oberhirte Oster ist jetzt für die Jugend zuständig.

Stand: 21.09.2016

Bischof Rudolf Voderholzer | Bild: picture-alliance/dpa

Die Deutschen Bischöfe haben bei ihrer Herbstklausur in Fulda die Kommissionsspitzen für die kommenden fünf Jahre bestimmt. Mit besonderer Aufmerksamkeit haben Beobachter dabei die Wahl des Chefs der besonders prestigeträchtigen Glaubenskommission verfolgt. Die Kommission befasst sich mit dogmatischen Fragen. Nachfolger des emeritierten Mainzer Kardinals Karl Lehmann in diesem Amt wurde jedoch der 56 Jahre alte Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann - und nicht der gleichaltrige, eher dem konservativen Spektrum zugeordnete Regensburger Bischof Voderholzer.

Der Regensburger Bischof galt als Favorit

Voderholzer war nach Einschätzung der katholischen Nachrichtenagentur KNA von einigen als Favorit gehandelt worden, denn er gehört der Römischen Glaubenskongregation an. Er ist habilitierter Dogmatiker und ein Schüler von Kardinal Gerhard Ludwig Müller, dem Chef der Glaubenskongregation. Voderholzer hat sich außerdem als Sachwalter des theologischen Erbes von Papst Benedikt XVI. einen Namen gemacht.

An seiner Stelle wählten die Bischöfe jedoch den Speyerer Oberhirten Wiesemann, für Voderholzer blieb lediglich der Stellvertreterposten in der Glaubenskommission. Wiesemann liebt eher die leiseren Töne. Er ist theologisch und politisch eher unauffällig. Und er macht in Diskussionen immer wieder deutlich, dass er nicht den Anspruch erhebt, per se die besseren Einsichten zu haben.

Stefan Oster - Ein Konservativer wird Jugendbischof

Als neuer Jugendbischof wurde der Passauer Oberhirte Stefan Oster bestimmt. Der gebürtige Amberger ist mit 51 Jahren einer der jüngsten Mitglieder der Bischofskonferenz und er gehört dem auf Jugendarbeit spezialisierten Orden der Salesianer Don Boscos an.

Der gelernte Radiojournalist macht eine glänzende Figur in den Medien und gibt sich als charmanter Plauderer. Als moderne Kanzel hat Oster die sozialen Medien für sich entdeckt. Mehr als 12.000 Leute folgen ihm bei Facebook. So modern sein Auftritt, so konservativ gibt er sich in Sachfragen. Bei Themen wie Homosexualität oder der Rolle der Frau in der Kirche gilt Oster als Hardliner.

Der Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Stefan Vesper, nannte Oster in einem Streitgespräch "hartherzig" - wegen dessen unnachgiebiger Haltung beim Umgang mit Geschieden-Wiederverheirateten.


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Kommentare

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Kirchenmitglied, Donnerstag, 22.September, 17:54 Uhr

5. Die Hoffnung stirbt auch beim zahlenden Katholiken zuletzt.

Heutzutage kann der Nachwuchs gar nicht konservativ genug sein. Denn die allzu toleranten Kirchenführer sind zum allgemeinen Ärgernis der langjährigen Kirchenmitglieder geworden. Man schaue nur auf Marx und Bedford-Strohm. Sowas vergrämt die braven Kirchensteuerzahler, denn diese Kirchenoberen haben sich dem Dienst am Fremden verschrieben und längst den Bezug zu den eigenen Schäfchen verloren.

wohin?, Donnerstag, 22.September, 01:06 Uhr

4. Oster Jugendbischof, große Zweifel

Kein Katholik, aber durchaus wg. 3 Kinder und Ehefrau mit der Kirche verbunden und interessiert. Am Christentum und den sie vertretenden Kirchen hat mich vor allem der christlich-humanischtische Aspekt interessiert. Leider befürchte ich bei der Wahl des Bischof Oster als Jugendbischof keine guten Voraussetzungen die junge Bevölkerung wieder für diese Ansätze zu interessieren. Der Konflikt zwischen der gelebten, und auch oft vor Ort vollkommen akzeptierten Realität, und den Vorstellungen der Amtskirche wird sich eher verschärfen und die Jugend weiter abschrecken. Wenige, die an dieser konservativen Haltung Gefallen finden, werden zu einer weiteren Abwendung führen. Die Kirche sollte auch veränderte Lebensentwürfe, neue Erkenntnisse und gesellschaftliche Änderungen akzeptierten. Sonst erleben wir eine Radikalisierung des Glaubens. Diese kann niemand wollen!

  • Antwort von Junger Katholik, Samstag, 24.September, 23:10 Uhr

    Eine "Radikalisierung des Glaubens" wird es ganz sicher nicht geben. Natürlich können Menschen, die sich eine total an die säkulare Gesellschaft angepasste Kirche wünschen, mit einem Mann wie Oster, der für leidenschaftlichen, missionarischen Glauben und eine Kirche steht, die zwar mitten in der Welt, aber nicht von dieser Welt ist - um mit Papst em. Benedikt XVI. zu sprechen, entweltlicht ist - nicht viel anfangen. Diejenigen, die aber wirklich auf der Suche sind, werden erkennen, welches besondere Charisma und Gnadengaben dieser Mann hat. Ich habe ihn von 3 Jahren bei einem Jugendtreffen das erste Mal bei einer Katechese erleben dürfen. Damals war er noch ganz einfacher Salesianerpater. Ich war hin und weg von seiner Intellektualität, seinem Charisma, seiner Frömmigkeit und seiner offenen und humorvollen Art mit den Jugendlichen umzugehen. Er hat es geschafft, hohe theologische Inhalte in einfachen Worten zu erklären. Wir brauchen mehr Bischöfe vom Format Osters in Deutschland!

Barbara, Mittwoch, 21.September, 19:44 Uhr

3. Wie sagte Jesus zu seinen Jüngern?

"Wer von euch der Größte sein will, der sei euer aller Diener! Und wer von euch der Erste sein will, der sei der Letzte von euch allen!"
vgl. Evangelium nach Matthäus

Wolfgang Huber, Mittwoch, 21.September, 18:14 Uhr

2. Überschaubares Charisma

Na ja kein Wunder, bei dem überschaubaren Charisma dieses Glaubensverwaltungsbeamten aus Regensburg.

Altgläubige, Mittwoch, 21.September, 17:19 Uhr

1. Da kann man nur beten...

Hoffentlich wird das mal eine bessere Wahl als dieser berühmt-berüchtigter Anbeter des Goldenen Kalbes Multikulti, MARX! Schlimmer kann es kaum kommen. Denn der zweite Platz ist ja auch schon besetzt bei den kirchlichen Vertretern der Mainstreamhörigkeit: Bedford-Strohm.

  • Antwort von Hans, Freitag, 23.September, 20:03 Uhr

    Was soll diser Kommentar?? Bischof Marx hat die Zeichen der Zeit erkannt, und Herr Bedford-Strohm auch. Natürlich sind die auch nicht perfekt. Aber diese Leute wie Oster, Voderholzer und vor allen dieser unselige "Kardinal G.L. Müller begreifen gar nichts. Und Sie auch nicht; "Altgläubige", so scheint es mir! Es geht nicht um "Mainstram", sondern um weiterentwickeln, nicht stehen bleiben. Neue Antworten auf die Herausforderungen der Zeit. Unsere Gesellschaft wird sich verändern, ob Sie es wahrhaben wollen oder nicht. Und da ist auch in Ordnung! Wir alle werden davon profitieren, auch Sie, obwohl Sie es ja gar nicht wollen. So ein Pech....