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Große Suchaktion in Regensburg 20-jährige Studentin Malina Klaar wird vermisst

Noch immer ist die 20-jährige Malina Klaar verschwunden. Inzwischen wurde aber ihr Handy gefunden. Es lag im Regensburger Stadtwesten am Donauufer. Die Polizei prüft daher den Einsatz von Tauchern.

Von: Uli Scherr, Marcel Kehrer

Stand: 22.03.2017

Vermisste Malina Klaar in Regensburg | Bild: Ratisbona Media

Die Donau hat derzeit eine starke Strömung. Morgen Vormittag will die Polizei die Donau vom Boot aus absuchen und entscheiden, ob Taucher zum Einsatz kommen. Von ihnen wäre allerdings auch nicht zu erwarten, dass sie Malina lebend finden, teilt die Polizei mit.

Herzogspark in Regensburg, hier wurde Malinas Handy gefunden

Das Handy der 20-jährigen Studentin lag am Herzogspark auf einem Weg, der am Donauufer entlang führt. Ein Passant hatte es am Sonntag gefunden und am Dienstag bei der Polizei abgegeben - mit der Begründung, er habe es zunächst geladen und den Besitzer selbst ausfindig machen wollen. Dann aber habe er von der Vermisstensuche gehört. Die Kripo wertet das Handy noch aus, bislang ist nicht bekannt, ob es weitere Hinweise enthält.

Ein Lebenszeichen von Malina gibt es nach wie vor nicht, so Polizeisprecher Armin Bock. Es liegen auch keine Hinweise vor, die Malinas Verschwinden erklären könnten.

Große Suche in den vergangenen Tagen

Nachdem die 20-Jährige, die erst seit Kurzem in Regensburg wohnt, von einer Party im Kulturzentrum Alte Mälzerei nicht nach Hause gekommen war, startete die Polizei am Montagnachmittag die Suche. Auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz. Dabei wurde gezielt das Donauufer in der Nähe ihrer Wohnung im Bereich des Unteren Wöhrd abgesucht, aber auch der Bereich des Regensburger Stadtparks. Dort hatte sich Malina das letzte Mal telefonisch bei einer Mitbewohnerin gemeldet, obwohl ihr Heimweg gar nicht durch den Park führen würde. Dann war ihr Handyakku leer. Auch ein Polizeihundeführer bestätigt den Aufenthalt im Stadtpark gegen 6 Uhr. An der Bushaltestelle am Park verliert sich ihre Spur.

Bilder der Suchaktion

An einer Bushaltestelle verliert sich ihre Spur

Malina Klaar

Am Dienstagnachmittag wurde die Suche fortgesetzt: von der Albertstraße im Bereich des sogenannten Schwammerl bis hin zur Kumpfmühler Straße. Dort befindet sich die "Mälze", in der sich die Studentin bis zum Sonntagmorgen aufgehalten hatte. Die Beamten suchten mit Stöberstäben im Laub, in Gebüschen und Sträuchern des Parks nach Gegenständen, die mit der Vermissten in Verbindung gebracht werden könnten. Relevante Gegenstände fanden sich laut Polizei jedoch nicht. Es war die zweite große Suchaktion der Polizei, die Kripo hat die Ermittlungen bereits übernommen und bittet um Hinweise (0941/506-2888).

Die Polizei geht auch dem Hinweis eines Zeugen nach, der Malina Sonntagfrüh noch in einem Lokal gesehen haben will. Wo sie danach hinging, ist weiter unklar.

Familie und Freunde suchen mit

Neben der Polizei suchen auch Malinas Familie und Freunde aus dem Raum Fürstenfeldbruck nach der Studentin. Jeder Anruf kann ein neuer Hinweis sein, sagt Joseph Zawadzki, der Vater von Malina. Zusammen mit Freunden und Angehörigen hat er Handzettel in den umliegenden Wohnvierteln ausgeteilt und einen Facebook-Aufruf gestartet. Zawadzki hofft, dass es vielleicht einen Busfahrer gibt, der seine Tochter identifizieren kann. Warum sie im Park war, kann sich ihr Vater nicht erklären.

"Das ist genau der Punkt, der uns beschäftigt: Wie kann sie sich so verlaufen haben? Malina kann - auf gut Deutsch - ein verplantes Huhn sein; und sie ist hier neu und war betrunken, da kommen viele Dinge zusammen. Vielleicht hatte sie eine Begegnung mit jemandem. Sie ist ein Mädchen und damit angreifbar. Das ist unsere größte Befürchtung."

Joseph Zawadzki, Vater von Malina

Dass sich Malina zwei Tage nicht meldet, sei völlig untypisch für sie, sagte ihr Vater am Dienstag.

Handzettel zur Vermissten Format: PDF Größe: 415,5 KB

Personenbeschreibung

Malina Klaar ist 1,67 Meter groß und schlank. Auffällig ist ihre Lederband-Halskette mit einem silbernen Schnecken-Anhänger. Die junge Frau war beim Verlassen der "Alten Mälzerei" mit einem beigen oder hellbraunen Wollmantel mit auffallendem Fischgrätenmuster bekleidet. Darunter trug sie eine schwarze Lederjacke und eine enganliegende schwarze Jeans mit braunem Ledergürtel. Zudem trug sie ein schwarz-weiß gemustertes Top mit Spagettiträgern. Sie hatte eine 15 Mal 15 Zentimeter große schwarze Handtasche bei sich, in der sich ihre persönlichen Dokumente befinden dürften.

  • BR-Mitarbeiter Uli Scherr | Bild: Timo Lauber Uli Scherr

    Uli Scherr ist Mitarbeiter im Regionalstudio Ostbayern in Regensburg

  • Marcel Kehrer | Bild: BR Marcel Kehrer

    Marcel Kehrer ist Mitarbeiter im BR-Studio Niederbayern/Oberpfalz in Regensburg und berichtet für Hörfunk, Fernsehen und Online.


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