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Landgericht Regensburg Überfall auf Spielhalle nur fingiert?

Vor dem Landgericht Regensburg muss sich ein 35-Jähriger wegen besonders schweren Raubes und Betrugs verantworten. Unter anderem soll er im Februar vergangenen Jahres eine Spielhalle in Bad Abbach (Lkr. Kelheim) überfallen haben. In seiner Aussage sorgte er für eine Überraschung.

Von: Max Bock und Guido Fromm

Stand: 11.10.2017

Anwalt Jacob Norman und der Angeklagte im Landgericht Regensburg | Bild: BR/Max Bock

Zum Prozessauftakt räumte der Angeklagte über seinen Anwalt die Vorwürfe größtenteils ein. Er begründete die Überfälle mit akuter Geldnot aufgrund von Drogenkonsum.

Allerdings sei der Überfall auf die Spielhalle fingiert gewesen. Er habe die Tat mit dem 60-jährigen Teilinhaber der Spielhalle gemeinsam geplant und ausgeführt. Der als Zeuge berufene 60-Jährige widersprach diesem Vorwurf, aber auch seinen früheren Angaben. So seien sowohl der Beute- als auch der Sachschaden in der Spielothek wesentlich geringer gewesen als bei der Polizei angegeben. In der Anklageschrift steht noch ein Gesamtschaden von rund 6.000 Euro.

Mitinhaber mit Messer bedroht

Laut Anklage soll der 35-Jährige die Spielhalle maskiert betreten und dem 60-Jährigen mit einem Messer bedroht und von ihm den Eingangsschlüssel erpresst haben.

Anschließend soll er den Eingang versperrt und den Überfallenen gezwungen haben, ihm Geld aus Spielautomaten zu übergeben. Außerdem soll er mehrere Geldkassetten aufgebrochen und den Überfallenen in einem Nebenraum gefesselt haben.

Weitere Vorwürfe

Mit dem erbeuteten Geld, weiteren Geldkassetten und dem Recorder der Video-Überwachungsanlage flüchtete er anschließend.

In dem Prozess geht es aber auch noch um weitere Vorwürfe: Unter anderem soll der 35-Jährige nur eine Woche nach der Tat in Bad Abbach bei einem weiteren Überfall in Regensburg Geld, Ausweis und EC-Karte eines Mannes erbeutet haben. Damit kaufte er dann auf Kosten des Opfers zwei Handys und ein teures Notebook, die er umgehend weiterverkaufte.


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