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Bezirksgruppenkongress in Nabburg Trotz Personalhöchststand: der Bereitschaftspolizei fehlen die Leute

Die bayerische Polizei hat mit 42.000 Polizisten einen Personalhöchststand. Trotzdem fehlt es der Bereitschaftspolizei an Personal. Das bemängelte die Gewerkschaft der Polizei bei einem Kongress in Nabburg (Lkr. Schwandorf).

Von: Margit Ringer

Stand: 24.10.2017

Bereitschaftspolizei (Symbolbild) | Bild: picture-alliance/dpa

Die bayerische Polizei hat derzeit so viele Polizisten wie noch nie - und dennoch fehlt den Einsatzzügen der Bereitschaftspolizei Personal. Das bemängelte die Gewerkschaft der Polizei am Dienstag bei ihrem Bezirksgruppenkongress der Bereitschaftspolizei in Nabburg. Die Bezirksgruppe umfasst alle Vertreter der Bereitschaftspolizei in ganz Bayern und hat rund 3.000 Mitglieder. Rund 60 Delegierte waren beim Kongress dabei.

Mangel vor allem im Bereich Einsatz

Das größte Problem ergebe sich derzeit im Bereich Einsatz, so der frisch wieder gewählte Bezirksgruppenchef Clemens Murr aus Dachau. Geburtenstarke Jahrgänge gehen in Pension, zudem gibt es viele neue Dienststellen und neue Herausforderungen wie Cyber-Kriminalität.

Um Schichten in der Fläche zu besetzen, werden die Einsatzzüge der Bereitschaftspolizei dezimiert, klagen die Gewerkschaftsvertreter. Die Einsatzzüge sichern Sonderlagen, Fußballspiele, Volksfeste oder Weihnachtsmärkte ab, derzeit binde auch die Absicherung der Grenzen gegen illegale Migration viel Personal, so Murr.

Gewerkschaft fordert mehr Personal

Deshalb fordert die Gewerkschaft, zehn Hundertschaften und 30 Einsatzzüge aufzustellen. Derzeit gibt es 24 Einsatzzüge und sieben so genannte Unterstützungskommandos. Bis 2020 sollen 2.000 zusätzliche Polizisten eingestellt werden. Derzeit befinden sich rund 3.000 Beamte in Ausbildung, bis 2020 sollen es über 4.000 sein. Es dauere aber vier Jahre, bis die frisch Ausgebildeten auf den Polizeidienststellen in der Fläche ankommen, sagt Murr. Eine Lösung dieser Lücke sei laut Murr nicht in Sicht. Die jahrelangen Forderungen seien von der Politik viel zu spät erfüllt worden.

Mangel auch bei Ausbildung

Bis 2020 sollen 2.000 zusätzliche Polizisten eingestellt werden, damit stoße die Bereitschaftspolizei als Ausbilder an Grenzen, nennt Murr das zweite Problem. Es fehle durch die Aufrüstung sowohl an außertariflichen Mitarbeitern (Küche, Maler etc.), als auch an Ausbildungspersonal für die zusätzlichen Polizeianwärter. Und auch in der Fortbildung fehle Personal. Diese Probleme wollten die Gewerkschaftsvertreter heute an die Politik herantragen.

Zum Kongress kamen Landtagspolitiker wie Hubert Aiwanger (FW), Katharina Schulze (Grüne), Franz Schindler (SPD) und der CSU-Politiker Florian Herrmann.


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Nürnberger, Dienstag, 24.Oktober, 19:35 Uhr

3. Immer mehr Aufgaben für die Polizei - dann wird´s eben knapp

Es erstaunt nicht, dass es Personalengpässe gibt trotz Personalhöchststand. Die Polizei muss sich immer mehr Aufgaben annehmen und da reichen nicht ein paar Polizisten. Ich denke z.B. an das große Polizeiaufgebot für das Fußballspiel am letzten Sonntag in Nürnberg, die Bewachung von Christkindlesmarkt, Altstadtfest, die entstandene Drogenszene am Bahnhof und die neuen herumlungernden Personen in der Nähe sowie die Alkoholexzesse im Partyleben unddenen Folgen ...

Wenn man nochmals aufstockt, wird es wieder nicht reichen angesichts der Veränderungen in unserer Gesellschaft.

Selim, Dienstag, 24.Oktober, 18:08 Uhr

2. Rechnungen - Prognosen

Irgendwie leidet ständig mein Vertrauen in die Behörden!
Konnte man das Ausscheiden von Beamten nicht in Bedarfsrechnungen mit einbeziehen?
Fußballer verdienen wahnsinnig viel Geld. Muss wirklich der Steuerzahler für die Sicherung von Fußballspielen aufkommen?
Ist dieser Verwaltungsapparat wirklich so träge, dass dem Notwendigen ständig hinterher gehinkt werden muss?
Ist der Polizeiberuf nicht gut genug angesehen?
Verdienen die Leute zu wenig?
Naive Fragen, oder? Wo man doch wissen muss, dass die Schreibtischheinis zig-mal soviel verdienen, wie diejenigen, die vorne stehen und den Kopf hin halten.

Erich , Dienstag, 24.Oktober, 17:12 Uhr

1. Was habe ich die letzten Wochen nicht verstanden?

Innenminister Herrmann sagte doch die Sicherheitslage wäre zufriedenstellend.
Manche erzählen, die Straftaten würden sogar zurückgehen!

  • Antwort von Hasan, Dienstag, 24.Oktober, 17:48 Uhr

    Erich, das mit dem "habe ich nicht verstanden" ist endlich mal ehrlich :D