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Festnahme in Regensburg Afrika erschwert Abschiebung von Prostituierten-Mörder

Nach der Festnahme eines Tatverdächtigen im Fall des Regensburger Prostituiertenmords fordert das Bayerische Innenministerium eine bessere Zusammenarbeit afrikanischer Länder bei der Rückführung von abgelehnten Asylbewerbern. Der Tatverdächtige ist ein abgelehnter Asylbewerber aus Mali.

Von: Andreas Wenleder und Uli Scherr

Stand: 07.09.2017

In diesem Haus in Regensburg ist die getötete Prostituierte gefunden worden | Bild: News5/Pieknik

Der Mord an einer Prostituierten in Regensburg ist offenbar geklärt. Im Weidener Stadtgebiet wurde am Montag ein 21 Jahre alter Mann aus Mali festgenommen. Die Ermittler haben gestern weitere Details zu ihrem Fahndungserfolg bekannt gegeben. Die Tat habe der Festgenommene im Wesentlichen eingeräumt, so die Polizei. Unter anderem wurde bei dem Mann das Mobiltelefon der Frau gefunden.

"Als Motiv sind demnach die Mordmerkmale Habgier und Verdeckungsabsicht als gegeben zu sehen."

Sprecher der Polizei

Festnahme am Dienstag, jetzt U-Haft

Die 33-Jährige rumänischer Staatsangehörigkeit war am vergangenen Mittwoch tot in ihrer Wohnung im Osten von Regensburg gefunden worden. Die Frau war gewaltsam zu Tode gekommen.

"Es wird ihm laut Haftbefehl vorgeworfen, dass er die Dame erwürgt hat. Er wollte sie bewusstlos schlagen, weil er von ihr Geld wollte. Nachdem sie geschrien hat, hat er sie letztendlich mit den Händen gewürgt, bis sie nicht mehr geschrien hat und hat dann die Sachen genommen, das Handy mitgenommen und dann die Wohnung verlassen."

Kriminalhauptkommissar Stefan Halder

Pressekonferenz zum Mord an einer Prostituierten

Die Polizei hatte das Umfeld des Opfers und Personen überprüft, die sich in der Tatnacht in dem Haus aufhielten. Des Weiteren wurden Kommunikationsdaten und Zeugenaussagen ausgewertet. Dabei stießen die Beamten dann auf den Verdächtigen und nahmen ihn fest. Mittlerweile sitzt er in Untersuchungshaft.

Weil Pass fehlte, durfte er nicht abgeschoben werden

Der 21-Jährige war zuerst in der Regensburger Erstaufnahmeeinrichtung in der Zeißstraße untergebracht, später kam er in eine Einrichtung nach Neualbenreuth im Landkreis Tirschenreuth. Die Polizei geht davon aus, dass sich Opfer und Täter bereits kannten.

Der Mann hielt sich noch in Deutschland auf, weil er keinen Pass besitzt. Die Behörden waren damit beschäftigt, ihm Ersatzpapiere zu beschaffen, sagte Ziegler. Der 21-Jährige reiste im März dieses Jahres als Asylbewerber ein. Sein Asylantrag wurde von der Ausländerbehörde jedoch abgelehnt.

Das bayerische Innenministerium bezeichnet die Zusammenarbeit bei der Passbeschaffung mit mehreren afrikanischen Ländern als schlecht bis gar nicht vorhanden. Nach Angaben der Bundesregierung fehlen insgesamt bei 47.000 Ausreisepflichtigen die Ausweise. Zu dieser Gruppe gehört auch der mutmaßliche Täter aus Regensburg. Er sitzt nun in Untersuchungshaft und muss mit einer Mord-Anklage rechnen. Eine Abschiebung bleibt dadurch weiter unwahrscheinlich. Wie die Staatsanwaltschaft Regensburg mitteilt, werden die Angeklagten bei schweren Straftaten vor einem Prozess nicht abgeschoben bevor der Prozess beginnt. Auch die Strafe müsste der Mann aus Mali in Deutschland verbüßen.


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