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Sicherheitsfestung oder bürgernah? Oberpfälzer Rathäuser im Dilemma

Die Sorge um die Sicherheit hat längst auch Bayerns Rathäuser erreicht. Nach dem Amoklauf in München und den Anschlägen in Würzburg und Ansbach diskutierten viele Stadtverwaltungen verschärfte Sicherheitskonzepte. So sieht die Lage in Amberg und Weiden aus. Von Margit Ringer

Von: Margit Ringer

Stand: 19.06.2017

Das Rathaus in Amberg | Bild: pa/dpa/CHROMORANGE/August Forkel

Viele Städte im Freistaat befinden sich in einem Zwiespalt zwischen effektivem Schutz und Bürgernähe, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. So drastisch wie in Nürnberg sind in der Oberpfalz die Sicherheitsvorkehrungen nicht. In Nürnberg kommt man ohne Termin gar nicht mehr ins Rathaus, Seiteneingänge sind abgesperrt, der Haupteingang wird überwacht. In München gibt es einen Sicherheitsdienst im Rathaus.

Mitarbeiter geschult

Das neue Rathaus in Weiden

Die Stadt Weiden in der Oberpfalz erstellte nach den Ereignissen 2016 eine Übersicht für ihre 600 Mitarbeiter, das sind schriftliche Handlungsanweisungen in Gefahrensituationen. Sie legen fest, wie sich die Beschäftigten im Rathaus und der Stadtverwaltung verhalten sollen, wenn jemand am Haupteingang Trubel macht, wenn verdächtige Post kommt oder etwa bei einer Bombendrohung oder Amok-Lagen. Zusätzlich werden sie dafür jedes Jahr in Schulungen sensibilisiert. Nähere Informationen zu den Richtlinien will die Stadt nicht herausgeben, das Rathaus solle ja sicher bleiben, heißt es auf Anfrage.

"Die neuen Maßnahmen wurden von den Mitarbeitern sehr gut angenommen, schließlich geht es ja um ihren eigenen Schutz."

Norbert Schmieglitz, Stadt-Sprecher in Weiden

Alarmsystem in Amberg

In Amberg gibt es solche schriftlichen Verhaltensregeln nicht. Die Mitarbeiter seien aber für Bedrohungslagen geschult, heißt es auf BR-Nachfrage. Im Sozialamt gibt es ein Alarmierungssystem für brenzlige Situationen, im Ausländeramt gibt es eine Sicherheitsschleuse. Aber grundsätzlich kommt jeder zu den Öffnungszeiten in das Gebäude. Eine Behörde kann sich nicht komplett abschotten, sie muss immer noch bürgernah bleiben, ist hier die Devise.

(mit dpa-Informationen)


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Kommentare

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El Gringo, Montag, 19.Juni, 23:54 Uhr

2. Sicherheit

Wohin mit dem überschüßigen Geld vom Schäuble ? Sicherheitskräfte ,am besten Militär vor die Rathäuser! Wo ist unsere schöne, sichere , geliebte Heimat hingekommen? Dank an alle Politiker , vor allem CSPLGR und IM Erika !! wir lieben Euch!! Danke für alles!

Helmut, Montag, 19.Juni, 17:01 Uhr

1. Nicht neu

Bei Gerichten gibt es Kontrollen schon länger. Warum also nicht bei Rathäusern, wenn man es um der inneren Sicherheit für nötig erachtet. Die andere Frage ist, ob es nötig ist , wer das macht und wer das dann zahlt. Damit wäre eine Verwendung der Überschüsse beim Bund schon gefunden.