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In Regensburg entwickelt Das selbstfahrende Auto bremst an der Stopplinie

Der Automobilentwickler Bertrandt in Regensburg entwickelt zusammen mit dem Fraunhofer-Institut selbstfahrende Autos. Jetzt haben die Entwickler eine positive Zwischenbilanz gezogen und in einer Vorführung demonstriert, dass mit ihrer Technik Autos eine Stopplinie selbst erkennen, vorher bremsen und Zentimetergenau anhalten können.

Von: Katharina Häringer

Stand: 04.07.2017

Bei der Technik, an der Bertrandt und das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) in Nürnberg und Erlangen feilen, geht es vor allem um Lokalisierung. Damit das Auto präzise an der Stopplinie anhält, sind viele Daten notwendig: Ein normaler GPS-Empfänger am Auto reicht für so eine detaillierte Lokalisierung nicht. Das von Bertrandt und dem Fraunhofer-Institut entwickelte Verfahren setzt auf den digitalen Radiostandard DAB.

Über DAB werden sozusagen weitere Verkehrsinfos übermittelt. Wolfgang Felber, Leiter des Geschäftsfelds Lokalisierung am Fraunhofer-Institut:

"Wir erweitern vorhandene Hardware mit der Möglichkeit, ihr eine noch genauere Position mitzugeben und mit der genaueren Position neue Möglichkeiten zu eröffnen. Also zum Beispiel nicht nur zu sagen, ich weiß aktuell, wo ich bin. Sondern teile diese Information auch noch all den anderen Leuten mit und sag: 'Okay, hier ist ein Schlagloch, hier ist eine Kurve, hier ist ein Event, auf das du vielleicht achten solltest.' Und dieses Event versuchen wir mit einer genaueren Position zu verknüpfen."

Wolfgang Felber, Fraunhofer-Institut

Technik muss bereitgestellt werden

(v.l.n.r.) Ulrich Haböck (Bertrandt), Wolfgang Felber (Fraunhofer-Institut) und Klaus Härtl (Bertrandt)

Getestet wird diese Technologie derzeit nur in Bayern. In Regensburg und im Raum Erlangen-Nürnberg sind Testautos unterwegs. Klaus Härtl, Fachbereichsleiter Elektronik-Entwicklung bei Bertrandt, appelliert, dass alle Bundesländer in puncto autonomes Fahren gemeinsame Sache machen müssten.

"Es ist eigentlich nur ein kleiner Sprung, das zu tun, weil die Technik validiert ist. Es ist möglich, aber die Technik muss bereit gestellt werden."

Klaus Härtl, Bertrandt

Im DAB-Feld müsse ein Daten-Stream freigemacht werden, der es ermöglicht, die Korrekturdaten darüber zu übertragen, so Härtl. Man fahre ja nicht nur in Bayern autonom und auch nicht nur in Deutschland. Auch andere EU-Länder müssten mitziehen.


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Klaus Härtl, Mittwoch, 05.Juli, 19:33 Uhr

3. Ergänzende Erklärung zur Technologie - Haltelinie nicht erforderlich!

Ich denke da muss man noch folgendes ergänzen/richtig stellen.
Die Haltelinie dient aktuell für den Probanden nur symbolisch als visuelle Orientierung. Eigentlich stehen dahinter karthografischer Koordinaten, welche die Linie eigentlich überflüssig machen. Und dann ist es doch eine tolle Sache, wenn ich jeglichen Gefahrenpunkt karthografieren kann oder im Zuge von vielen Infos unterschiedlicher Fahrzeuge Gefahrenpunkte durch Datenfusion ausgemacht werden können die markant hinterlegt werden können oder sich sogar dynamisch anpassen können. Wie z.B auch Strassenschäden/Schlaglöcher ect.

Man bedenke, dass durch widrige Bedingungen im Winter z.B. Eis/Schnee Linien eh nur schwer oder gar nicht erkannt werden können, Da hilft in der Regel auch kein Kamerasystem. Nachdem es sich hier um Funktechnologie handelt, funktioniert das auch unter widrigen Bedingungen zuverlässig, so wie Sie ja auch über DAB bei allen Wetterbedingungen Ihr Radio BR empfangen können.

Techniker, Mittwoch, 05.Juli, 09:21 Uhr

2.

Das ist ja ganz toll ! Im hochtechnisierten Auto Land , bremst das Auto ganz präzise an der Stopplinie.
Davon haben wir ja auch so viele im Land.

websaurier, Dienstag, 04.Juli, 09:57 Uhr

1. Das wird ein Spass...


Wenn ich an die tausende "total ausgebleichten" Fahrbahn-Markierungen auf Deutschlands Straßen denke; dann wird das sicher abenteuerlich werden...
Da geht es dann zu wie beim Auto-Scooter auf dem Jahrmarkt !

  • Antwort von websäugetier, Dienstag, 04.Juli, 10:24 Uhr

    Mit dieser Einstellung stirbst du sicher aus!

  • Antwort von websaurier, Dienstag, 04.Juli, 11:33 Uhr


    ...aber erst nach den "Selbstfahr-Opfern"....

  • Antwort von Autoscooter, Dienstag, 04.Juli, 19:16 Uhr

    Websaurier und die ganzen gelben Fahrbahnmarkierungen bei den
    Baustellen. Die lösen sich von selbst teilweise auf und sind stückweise nur
    noch in Schlangenlinien erkennbar. Darunter dann die verblassten weißen.
    Da würde ich gerne eine Probefahrt beobachten :-) .

  • Antwort von Christian, Mittwoch, 12.Juli, 12:17 Uhr

    Schon heute sind "autonome" Autos sicherer als von Menschen gesteuerte. Es gab den einen Unfall mit Todesfolge in den USA, bei gleicher Kilometerleistung haben "normale" Autos 2 Todesfälle. Und dieses Problem wurde erkannt und beseitigt. Also jetzt wird die Unfallrate noch seltener.

    Und die Haltelinie zu erkennen ist ja nur ein Beispiel. Es sind zig Informationen die verarbeitet werden. Kartendaten, Schilder, andere Autos, Umgebungsinfromationen .... also wegen einer ausgebleichten Haltelinie würde ich mir keine Gedanken machen. Die erkennt eine Kamera wahrscheinlich sogar besser als ein Mensch und ist weniger darauf angewiesen.