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"Sea Eye" in Regensburg Flüchtlingshelfer stechen mit zweitem Schiff in See

Die Regensburger Flüchtlingshilfsorganisation "Sea Eye" ist erstmals mit ihrem neuen, zweiten Rettungsschiff auf Patrouillenfahrt vor der libyschen Küste gegangen, um schiffbrüchigen Migranten zu helfen. Ausgeräumt sind jetzt auch Vorwürfe der italienischen Justiz gegen die Flüchtlingshelfer.

Von: Uli Scherr

Stand: 18.05.2017

Sea Eye startet mit zweitem Rettungsschiff | Bild: picture-alliance/dpa

Die Initiative hatte den 60 Jahre alte Fischkutter namens "Seefuchs" vor wenigen Wochen in Norddeutschland gekauft und dann zum Rettungsschiff umgerüstet. Die erste Fahrt der "Seefuchs" soll 14 Tage dauern. Das Schiff hat 700 Schwimmwesten und Rettungsinseln für rund 500 Menschen an Bord.

Die Seefuchs: Der 60 Jahre alte Fischkutter dient jetzt als Rettungsschiff.

Die "Sea Eye"-Initiative, gegründet von Regensburger Hobbyseglern, ist seit gut einem Jahr aktiv. Mit ihrem ersten Schiff, der "Sea Eye", haben die Helfer nach eigenen Angaben seither mehr als 8.000 Menschen aus Seenot gerettet.

Senat: NGOs arbeiten nicht mit Schleusern zusammen

Unterdessen hat der Verteidigungsausschuss im italienischen Senat "Sea Eye" und andere Nichtregierungsorganisationen vom Vorwurf freigesprochen, sie würden bei der Rettung von Migranten mit Schleppern zusammenzuarbeiten. Es gebe keine Hinweise auf mögliche rechtswidrige Absprachen zwischen den Helfern und Menschenhändlern, heißt es in einem Senatsbericht.

In Italien kommen derzeit besonders viele Migranten an. In den ersten vier Monaten des Jahres waren es nach Angaben der EU-Grenzschutzagentur Frontex 37.200 Menschen. Das sind 33 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.


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