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Neuer Fahrplan Schneller mit der Bahn nach Berlin - aber auch mehr Wartezeiten in Ostbayern

Der neue Bahn-Fahrplan sorgt in Ostbayern für geteiltes Echo. Einerseits kommt man aus Passau oder Regensburg schneller nach Berlin. Andererseits gibt es Kritik an Wartezeiten, der Anbindung und den Ticketpreisen im Regionalverkehr.

Von: Siegfried Höhne

Stand: 08.12.2017

Deutsche Bahn  | Bild: picture-alliance/dpa

Von der neuen Schnellfahrstrecke Nürnberg-Berlin profitiert auch Ostbayern. Von Regensburg aus dauert eine Bahnfahrt ab Sonntag nur mehr fünf statt bisher sechs Stunden, im besten Fall sind es sogar nur viereinhalb Stunden. Von Passau aus ist man knapp sechs statt bislang sieben Stunden unterwegs.

Kritik an längeren Umsteigezeiten

Allerdings gibt es einen Wermutstropfen. Passagiere müssen in Nürnberg umsteigen und dort 40 Minuten auf den Anschlusszug warten. Die Bahn verkauft das als "stressfreies Umsteigen". Wenig Freude auch für Fahrgäste, die zum Beispiel aus Landshut oder Dingolfing nach Passau oder Wien wollen. Ein direkter Umstieg vom Donau-Isar-Express in den ICE in Plattling ist künftig nicht mehr möglich, weil die Anschlüsse nicht mehr klappen. Dadurch müssen Reisende entweder früher starten oder zum Beispiel ab Passau alternative Züge nehmen.

Anbindung der Regionen sorgt für Unmut

Der Bund Naturschutz kritisiert denn auch , dass die neue Superstrecke nur den Einwohnern in den Oberzentren nutze. Die Fläche, wo 75 Prozent der Bevölkerung leben, erschließe die Bahn damit nicht. Der Verkehrsclub Deutschland bedauert, dass es die Bahn wieder mal nicht geschafft hat, die Netze von Fern- und Regionalverkehr besser aufeinander abzustimmen.

Servus-Ticket wird teurer

Nicht erfreulich sieht es auch bei den Preisen aus. Das Servus-Ticket - das beliebteste Ticket für den Regionalverkehr in Niederbayern und der Oberpfalz - kostet ab dem Fahrplanwechsel 22 Euro statt bisher 20. Für jeden weiteren Mitfahrer wird es noch teurer. Sechs Euro statt bisher fünf Euro- das ist eine Steigerung um 20 Prozent.


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Kommentare

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Sandmänchen, Freitag, 08.Dezember, 22:07 Uhr

5.

Wir fahren bei jedem Wetter.

Barbara, Freitag, 08.Dezember, 13:18 Uhr

4. Wer will denn schon in drei Stunden nach Berlin?

Ich war noch nie in Berlin und werde vermutlich dort auch nie hinkommen.

  • Antwort von Hrdlicka, Freitag, 08.Dezember, 14:18 Uhr

    @Barbara: Potsdam ist auch eine hervorragende Alternative und überschaubarer !

  • Antwort von Barbara, Freitag, 08.Dezember, 15:59 Uhr

    Ich fahre nur Fahrrad ohne Helm und da ist mir Berlin ein bißchen zu weit. Wie soll ich mit dem Fahrrad nach Berlin kommen?

  • Antwort von Fraglich, Samstag, 09.Dezember, 13:27 Uhr

    @Barbara, man kann sich auch mit amüsanten Kommentaren lächerlich machen !

  • Antwort von Hrdlicka, Samstag, 09.Dezember, 19:52 Uhr

    @Barbara: ohne Helm?...riskant, möge Sie der Herr jederzeit behüten !

  • Antwort von Marianne, Sonntag, 10.Dezember, 10:40 Uhr

    @Barbara
    Fahrrad ohne Helm geht mit dem Zug und Fahrradmitnahme hervorragend. Allerdings nicht in den neuen ICEs, der glaube ich nimmt keine Radl mit.

  • Antwort von Jurek W., Montag, 11.Dezember, 18:07 Uhr

    Wer ordentlich Geld hat, kann nur schnell nach Berlin bei den Preisen! Man stelle sich vor, zu DM-Zeiten hätte man diese Möglichkeit geboten - da wären die meisten Bürger sofort vor Ehrfurcht erstarrt, wenn eine Fahrt um die 260 DM gekostet hätte...

Squareman, Freitag, 08.Dezember, 09:53 Uhr

3. Kein Anschlu9

Das man beim umsteigen keinen direkten Anschlu9 hat ist nichts neues. Ich erlebe es regelmäßig, mein Zug kommt an, der Anschlußzug ist gerade weg. Das stressfreies Umsteigen zu nennen ist Hohn. Das hilft vielleicht der Bahnhofsgastronomie aber nicht den Reisenden. Da steht mann dann eine halbe Stunde oder länger am Bahnsteig und darf noch froh sein wenn es nicht regnet oder der Wind einen vom Bahnsteig weht.

  • Antwort von Alfred Haas, Freitag, 08.Dezember, 14:53 Uhr

    Werter Squareman,
    "mein Zug kommt an, der Anschlußzug ist gerade weg."
    vielleicht ist das genau der Grund. Ich habe in Dortmund das Problem, daß zwischen ICE-Ankunft und S-Bahnabfahrt nur 6 Minuten liegen mit dem Umsteigen über mehrere Bahnsteige zu einem Fflügelbahnhof. Bereits eine "Nichtverspätung" von 5 Minuten, führt zum Warten auf den nächsten Zug. Beim Stundentakt führt das zu zu teilweisen Fahrpreisrückerstattungen, ist also teuer für die Bahn. Bei einer Umsteigezeit von 20 Minuten und mehr, fällt der der Rückerstattungsaufwand deutlich geringer aus, da die meisten Verspätungen (außer bei Unwettereinflüssen oder bei Selbstmorden [Personen im Gleis]) 15 Minuten nicht übersteigen.
    Es hat also alles mit allem zu tun.
    MfG
    Alfred Haas

Wolfgang, Freitag, 08.Dezember, 09:51 Uhr

2. Fahrt mehr Bahn, mehr Züge, Umsteigen keine lange Wartezeit.

Wenn duch Vermeidung von PKW-Verkehr deutlich mehr Bahn gefahren wird, dann kann aes auf den meisten Strecken halbstündige Zugverbindugnen geben, sowohl je von Regionalbahnen als auch IC/ICE/EC.

Bei 30min und weniger Zugsfolge interessiert die anschlußfrage nicht mehr.

Damit wird abe rauch die Fahrplangestaltung und Zugstrassenbelegung einfacher.

Fahren was die Streckebelegung oder Zugtechnik hergibt, ohne Rücksicht auf Anschlüsse.

Im Prinzip in Hannover z.B. max. 29min warten auf Verbindung nach Minden, Nienburg, Braunschweig, Hildesheim, Barsinghausen oder Celle.

Oder in Schwandorf nach Nürnberg, Hof oder Prag, nach 29min kommt ein Zug.........., in Weiden nach Bayreuth, Kulmbach, Bad Roda....

  • Antwort von Hrdlicka, Freitag, 08.Dezember, 14:20 Uhr

    @Wolfgang: was um alles in der Welt sollte ich in Barsinghausen ? Dagegen ist ja Würselen noch das Zentrum des Abendlandes.

Hrdlicka, Freitag, 08.Dezember, 09:21 Uhr

1. Verschlimmbesserung

Sehr tragisch: auch Hintertupfing, ist ähnlich wie das wunderschöne Huglfing nicht direkt an die Trasse angebunden !
Oh Mann, was seid ihr Kleingeister, wenn jedes Kaff egal in welcher Gegend angeschlossen werden soll, verkürzt sich die Fahrzeit nicht, sondern es dauert wesentlich länger !

  • Antwort von AS, Freitag, 08.Dezember, 09:27 Uhr

    Ja, das ist die logische Konsequenz!
    Neuerdings will ja auch jedes Kaff ein riesiges Gewerbegebiet mit Autobahnanschluß. Man kann sich nur noch an den Kopf fassen!
    Bringt endlich die Güter auf die Schiene, das würde mal Sinn machen!

  • Antwort von MaYa, Freitag, 08.Dezember, 11:30 Uhr

    Is halt bloß blöd, dass es gerade auf den Käffern keine Arbeitsplätze gibt. Folge: Pendeln mit Auto.

  • Antwort von Hrdlicka, Freitag, 08.Dezember, 12:35 Uhr

    @MaYa: trotzdem lebe ich lieber in einem Kaff als anderswo! Auch Sie werden ja kaum nach Berlin zur Arbeit pendeln oder haben Sie einen Stuhl...äh Sitz im Bundestag ?

  • Antwort von Marianne, Sonntag, 10.Dezember, 10:38 Uhr

    @MaYa
    @Hrdlicka hat recht. Ich kenne viele "Kaff-Bewohner", die mit dem Auto 5 bis 10 Kilometer zum Bahnhof fahren und dann in den Zug einsteigen um 50 und mehr Kilometer nach München zu pendeln. Das erspart immerhin noch jede Menge Autoverkehr und der Zug kann trotzdem zügig fahren.