5

Streit um Rodinger Biotop Sanddickicht beschäftigt Justiz

Das sogenannte Sanddickicht in Roding (Lkr. Cham) beschäftigt die Justiz: Der Bund Naturschutz hat vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof München eine sogenannte Normenkontrollklage gegen die Stadt Roding eingereicht.

Von: Renate Roßberger

Stand: 21.03.2017

Symbolbild: Moose im Wald | Bild: picture-alliance/dpa

Das "Sanddickicht" am Rodinger Stadtrand, ein Kiefernwald auf nährstoffarmen Böden, in dem seltene Moose und Flechten gedeihen, sei seit den neunziger Jahren als gesetzlich geschütztes Biotop ausgewiesen worden, so der Bund Naturschutz. Es stehe als spezieller Lebensraumtyp auch unter europaweitem Schutz.

Jahrelanger Streit

Der Bund Naturschutz streitet in der Sache seit Jahren mit der Stadt, die das "Sanddickicht" zur Erweiterung ihres Industriegebiets nutzen möchte. Der BN hat in dem Streit auch Schützenhilfe von den Grünen im Landtag erhalten. Mit der heutigen Normenkontrollklage will der Umweltverband jetzt juristisch prüfen lassen, ob bei der Aufstellung des Bebauungsplans übergeordnete Rechtsvorschriften verletzt worden sind.

Rodung bereits begonnen

Die Stadt Roding beruft sich dagegen auf einen rechtskräftigen Bebauungsplan und hat teils auch schon vollendete Tatsachen geschaffen. Rund 1,6 Hektar Wald wurden im November gerodet. Damals hatte die Stadt damit argumentiert, dass die Klage des Bund Naturschutz keine aufschiebende Wirkung habe. Außerdem gab es eine naturschutzfachliche Ausnahmegenehmigung durch das Landratsamt Cham wegen "übergeordneter Interessen".

Der Rodinger Bürgermeister Franz Reichold (CSU) betonte, man schaffe andere Biotope auf großzügigen Ausgleichsflächen. Die Stadt brauche das Gebiet für die Ansiedlung von Unternehmen. Die bereits gerodete Fläche ist für die Verlagerung einer Firma eingeplant.

Noch genug übrig

Gegen deren Baugenehmigung klagt der Bund Naturschutz parallel am Verwaltungsgericht Regensburg. Das dortige Verfahren wurde aber zurück gestellt, bis über die heutige Normenkontrollklage entschieden ist. Für den Bund Naturschutz gibt es trotz Teil-Rodung noch genug zu retten. Die gesamte Biotopfläche im "Sanddickicht" sei knapp 20 Hektar groß. Gerodet wurden bisher erst 1,6 Hektar Wald.


5

Kommentare

Inhalt kommentieren

Bitte geben Sie höchstens 1000 Zeichen ein.

Spamschutz * Bitte geben Sie das Ergebnis der folgenden Aufgabe als Zahl ein:

Harald, Dienstag, 21.März, 12:54 Uhr

1. Landauf-landab...

... gibt es Erweiterungen von Gewerbegebieten. Die werden mehr oder weniger intensiv genutzt, erzeugen mehr Verkehr auf den Straßen, die deshalb erweitert werden müssen. Durch diesen Mehrverkehr will man plötzlich keine Ortsdurchfahrt mehr haben, sondern braucht natürlich eine Umgehungsstraße. Die dann günstigerweise ein weiteres Gewerbegebiet erzeugt, weil die Straße schon mal da ist. Und so weiter und so weiter, scheinbar ohne Sinn und Verstand. Hauptsache, es gibt was zu bauen und zu fahren, ogal ob mans braucht oder nicht.

  • Antwort von I hobs glei gsogt, Dienstag, 21.März, 15:05 Uhr

    Und dann ist das Gewerbegebiet und die Umgehungsstraße da, und dann jammern die Gschäftsleut und der Wirt im Dorf, daß die Kundschaft wegbleibt. Kunststück, fahren ja alle außenrum.