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Nach Verdacht auf Vogelgrippe Behörde gibt großteils Entwarnung

Der bei Gänsen in einem Geflügelbetrieb in Roding (Lkr. Cham) gefundene Erreger ist eine deutlich weniger gefährliche Variante des Influenza-Erregers. Daher wurde nur ein kleines Sperrgebiet im Umkreis von einem Kilometer um das Anwesen eingerichtet. Allerdings sind Tierschützer empört: Rund 13.000 Tiere wurden vorsorglich getötet.

Stand: 07.12.2015

Typ von Geflügelpest steht fest

Franz Wiesenreiter, Sachgebietsleiter Veterinärwesen im Landratsamt Cham, bei einer PK am 6. Dezember | Bild: Bayerischer Rundfunk zum Video Oberpfalz: Furcht vor Geflügelpest Womit haben wir es zu tun, Herr Experte?

12.900 Tiere müssen in einem Geflügelbetrieb in Roding gekeult werden. Der Verdacht: Sie haben sich mit dem Vogelgrippe-Virus angesteckt. Das zuständige Veterinäramt will jedoch keine voreiligen Schlüsse ziehen. [mehr]

Wie das Landratsamt Cham mitteilte, handelt es sich um eine niedrig pathogene Variante des Influenza-Erregers vom Subtyp H5N2. Das bedeutet, dass keine größere Sperr- und Beobachtungszone eingerichtet werden muss, die auch andere Geflügelbetriebe im Umkreis von drei bis zehn Kilometer um den Betrieb betroffen hätte. Stattdessen wurde ein kleineres Sperrgebiet im Umkreis von mindestens einem Kilometer um das betroffene Anwesen eingerichtet. In diesem Bereich dürfen Geflügel und Eier nicht verkauft werden. Für Geflügelhalter gelten außerdem besondere Hygieneanforderungen.

Den betroffenen Hof in Roding dürfen nur besonders geschützte Fachleute betreten. Amtstierärzte überwachen die Bestände, entnehmen Proben für Laboruntersuchungen, führen klinische Untersuchungen durch und erheben Daten. Geflügelhalter müssen Auffälliges bei ihren Tieren sofort beim Veterinäramt melden.

Keine Gefahr für Menschen

Verzehr unbedenklich

Das Virus ist hitzeempfindlich. Deshalb gelten gut durchgekochte Eier und Fleisch, das auf mindestens 70 Grad Kerntemperatur erhitzt wurde, als unbedenklich. Auf den Verzehr roher Eierprodukte, zum Beispiel als Eischnee oder in Tiramisu, sollte man aber vorsorglich verzichten.

Das Gesundheitsamt am Landratsamt Cham hat erklärt, dass die Gesundheit der Bevölkerung durch die Geflügelpest nicht gefährdet sei, auch nicht durch den Verzehr von Geflügelfleisch oder Eiern. Die Tötung des Tierbestands diene vor allem dazu, die Ausbreitung des Erregers zu vermeiden.

Tierschützer empört

Kritik kam vom Deutschen Tierschutzbund, der die umgehende Keulung als Aktionismus bezeichnete. Eine Tötung solle nur als letzte Maßnahme bei gesichertem Nachweises eines gefährlichen Erregers erfolgen, hieß es von der Organisation. "Wer so rasch Tötungen ohne klaren Befund anordnet, der handelt nach dem Prinzip 'aus den Augen, aus dem Sinn'", kritisierte Präsident Thomas Schröder. "Das ist keine Seuchenpolitik, die mit Tierschutz vereinbar ist." Das Landratsamt teilte mit, dass die Keulung der rund 12.900 Hennen, Enten, Gänse und Puten nicht gestoppt worden sei, weil auch bei dieser Form der Vogelgrippe die Gefahr der Weiterentwicklung zu einem hochpathogenen Erreger bestehe.

Betroffener Geflügelhof

Der betroffene Geflügelhalter ist ein in der Region bekannter Familienbetrieb mit Direktvermarktung, der vorbildlich geführt werde, so das Veterinäramt. Bei den Tieren handle es sich um rund 13.000 Legehennen, Enten, Gänse und Puten, teilt der Landkreis Cham auf seiner Internetseite mit. Die Tiere werden im Freiland gehalten. Ein denkbarer möglicher Übertragungsweg für das Virus sind Wildvögel.

Tiere werden geschlachtet

Die Tötung der rund 13.000 Tiere dauerte den ganzen Montag (07.12.15) über an. Von allen Tieren wurden Proben genommen und im Labor analysiert. An den Untersuchungen waren neben dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit auch das Nationale Referenzlabor und das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit beteiligt.

"Die getöteten Tiere werden in einer Tierkörperbeseitigungsanstalt unschädlich beseitigt."

Mitteilung des Landkreises Cham

Vogelgrippe

Telefon-Hotline des Landkreises

Auskünfte unter Telefonnummer 09971 / 78-450 zu den üblichen Bürozeiten.

Geflügelpest, Vogelgrippe, Hühnerinfluenza - die Tierseuche hat mehrere Namen. Da die Erreger der klassischen Geflügelpest Grippeviren sind, haben sich die Tiermediziner international auf die Bezeichnung Aviäre Influenza geeinigt, übersetzt "Vogelgrippe". Der Begriff Geflügel-"Pest" soll die Schwere der Krankheit deutlich machen. Je nach betroffener Geflügelart sprechen Fachleute aber auch von Hühner-, Gänse- oder Enteninfluenza.

Sonntag, 6. Dezember: Fotos vom Beginn der Keulung

Hintergrund: Was ist Geflügelpest?

Bei der Aviären Influenza unterscheiden die Fachleute schwach-, mittel- und hochpathogene (krank machende) Erreger. Die Viren enthalten auf ihrer Oberfläche Eiweiße, die mit der Abkürzung H (Hämagglutinin) und N (Neuraminidase) bezeichnet werden. Es gibt 16 H-Subtypen und 9 N-Subtypen. Je nach der Kombination dieser Stoffe in der Hülle des Virus entstehen Namen wie H5N8.

Wasservögel sind die natürlichen Wirte solcher Viren. Sie erkranken gewöhnlich kaum. Bei Hühnern, Puten und Gänsen mutierten die Viren der Subtypen H5 und H7 dagegen zu hochansteckenden Formen. Verschiedene Vogelgrippeviren können auch Menschen krank machen. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind nur in seltenen Einzelfällen beschrieben worden.


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LH2010, Dienstag, 08.Dezember, 22:20 Uhr

16. Geflügel

Mal wieder der gleiche Amtstierarzt,

wann stellt man diesen Menschen das Handwerk

Jok, Dienstag, 08.Dezember, 21:19 Uhr

15. Geflügel

Wieder dieselbe Keulerei iwie beim vermutlichen Rinderwahnsinn., damals kam nie was raus.

Die Veterinäre vom Landratsamt Cham sollten für ihre Entwicklungen auch mal zaHlen müssen.

Wieder ein enbetrieb durcH Paragraphenhengste kaputt gemacht.

Als Beamter hat man ja sowieso Narrenfreihit, die Pension kommt ja in voller Höhe.

Jens, Montag, 07.Dezember, 18:39 Uhr

14.

Da isser wieder. Da hat das Kind wieder einen neuen Namen bekommen.
Geflügelpest ist neu, das hatten wir noch nicht.
Nach Vogelgrippe, Rinderwahn, Schweinegrippe, Ebola... etc.

Es ist nur Schade um die Tierleben.

Da kann die Pharmaindustrie wieder Impfstoff verkaufen....

ICH glaube der Presse NICHT. Es wird wieder versucht Angst und Panik zu verbreiten.

CUI BONO = Wer hat ein Interesse daran und wer verdient daran????

Immer diese Frage stellen Cui Bono !!!

Birgit Sch., Montag, 07.Dezember, 15:59 Uhr

13. Vogelgrippe

Es tut mir sehr leid für den Familienbetrieb, der so kurz vor Weihnachten um seine weitere Existenz kämpfen muss, wer weiß, ob der Hof nochmal in dieser Größe von Neuem gegründet werden kann. Der sehr hohe Verlust von knapp 13 Tausend Nutzfedervieh nach der Diagnose "Verdacht auf Vogelgrippe" ist kaum vorstellbar und macht mich als Außenstehende sehr betroffen. Wenn man die Tiere im Film sieht, sie miteinander schnattern, das macht mich sehr traurig. Die Familie hat eine sehr große Bürde auferlegt bekommen. :(

Dem Federvieh wünsche ich eine tierschutzgerechte Tötung möglichst ohne CO2, denn dieses Vergasen ist sehr umstritten und als tierschutzwidrig eingestuft, die Tiere (neben Federvieh besonders Schweine) leiden sehr und das Betäuben ist für sie eine grausame Tortur.


  • Antwort von Birgit, Montag, 07.Dezember, 19:31 Uhr

    Was man in den Nachrichten gehört hat, sollen Sie mit Elektroschock getötet worden sein. Leider kann ich dazu nichts sagen, da der Hof ca. 40km von uns entfernt ist und wir nur alle 14 Tage angefahren wurden (haben Eier, Nudeln, etc. (alles selbst gemacht und konnte auch auf Markt und im Hofladen erworben werden) verkauft. Eigentlich wäre morgen wieder "Termin" gewesen. Zumindest haben auch die Nachrichten heute bestätigt, dass der Hof VORBILDLICH geführt wurde (darauf lege ich als Außenstehende schon Wert). Ich wünsche es Ihnen aus tiefstem Herzen, dass sie sich schnellstmöglich "aufrappeln". Monika, wenn du das liest, ich bin in Gedanken bei euch und wünsche euch alle Kraft der Welt in dieser für euch schweren Zeit. Gebt nicht auf!!! Viele die euch kennen stehen auch hinter und zu euch!! Freue mich, wenn du wieder vor der Tür stehst!! Gruß aus Teublitz und umarme dich! P.S.: Wie wärs mit Patenschaft(en) für Hühner (gegen einen geringen Anteil Eier). Ich wäre dabei...

wm, Montag, 07.Dezember, 14:55 Uhr

12. Erreger für den Menschen ungefährlich.

Warum landet denn das liebe Federvieh in der "Tonne",und nicht im Froster?

Aus dem Müller-Brot Saustall landeten doch auch die Backwaren in den Regalen der Läden.
Das Gleich mit den "Qualitäts-Eiern" vom Hühnerbaron.Selbstverständlich bezieht sich das ausschließlich auf die Hühnereier!!

  • Antwort von huggle, Montag, 07.Dezember, 15:36 Uhr

    weil die Vorschriften besagen, daß nur das Fleisch gesunder Tiere in Verkehr gebracht werden darf. Auch wenn in diesem Fall keine Gefahr besteht, geht der Gesetzgeber da lieber auf Nummer sicher. Lieber werden die Verbraucher a bissl zu viel geschützt, als zu wenig.
    Bereits von dem betroffenen Betrieb gekaufte Schlachttiere darf man übrigens ganz offiziell essen. Nur komplett durchgaren sollte man sie, aber das gilt für Geflügel ja schon der Salmonellen halber immer.

    Schlimm ist das Ganze natürlich für den Geflügelhalter. Hoffentlich springt da die Versicherung ein. Wenn schon mal einer artgerechte Freilandhaltung bietet, wäre es schade, wenn er ganz aufhören müßte, bloß weil ein paar Tauben oder Spatzen seinen Enten und Gänsen einen Besuch abgestattet und sie angesteckt haben.

  • Antwort von wm, Montag, 07.Dezember, 16:16 Uhr

    Hallo huggle !

    Haben sie die Ironie in dem Kommentar nicht heraus gelesen?

    Gruß
    WM

  • Antwort von Mickel, Montag, 07.Dezember, 16:26 Uhr

    Fragen sie doch mal an, vielleicht kriegen sie ja billig was.

    Guten Appetit.