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Rockerprozess in Regensburg Geldstrafe für NPD-Funktionär Roßmüller

Nach einem Angriff gegen einen verfeindeten Motorradclub in Straubing ist der NPD-Funktionär Sascha Roßmüller zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Regensburg sprach ihn wegen Beihilfe zu gefährlicher Körperverletzung schuldig.

Stand: 16.12.2015

Der 43-Jährige muss 80 Tagessätze zu je 20 Euro zahlen. Ein 39 Jahre alter Mitangeklagter wurde wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Zwei weitere Angeklagte erhielten ebenfalls wegen Beihilfe Geldstrafen.

Angriff nicht von langer Hand geplant

Nach Überzeugung des Gerichts ging der Angriff in Straubing in der Nacht zum zweiten Weihnachtstag 2010 von den Regensburger Bandidos mit Roßmüller an der Seite aus. Ein gemeinsames Vorgehen gegen den Motorradclub Gremium sei zwar geplant gewesen, aber nicht von langer Hand, begründete der Vorsitzende Richter Georg Kimmerl die Entscheidung.

Rocker schwiegen vor Gericht

Bis zu zehn Bandidos hatten sich mit ihren Kutten in Straubing versammelt und eine Gaststätte aufgesucht, die gegenüber des Stammlokals des Gremiums liegt. Auf dem Platz zwischen den Lokalen war es dann zu einer heftigen Schlägerei gekommen. Der Ablauf ließ sich nicht mehr genau klären, weil kaum einer der Beteiligten vor Gericht eine Aussage gemacht hatte. Ihr Ehrenkodex verbietet Rockern eine Zusammenarbeit mit der Justiz. Nur die Messerattacke des heute 39 Jahre alten Hauptangeklagten gegen den Gremium-Präsidenten sei gesichert aufgeklärt worden, betonte das Gericht. Der Rockerchef hatte dabei eine klaffende Schnittwunde im Gesicht erlitten.

Urteile noch nicht rechtskräftig

Den anderen drei Angeklagten, darunter auch Roßmüller, konnte nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass sie das Mitführen von Waffen gebilligt hätten. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft, die für Roßmüller drei Jahre Haft wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung gefordert hatte, ließ offen, ob sie Revision einlegen will. Auch die Verteidigung von Sacha Roßmüller äußerte sich dazu nach dem Urteil nicht.

Roßmüller während Haftzeit in NPD-Vorstand gewählt

Sascha Roßmüller, der zum Tatzeitpunkt Kassierer der Bandidos war, wurde wenige Minuten nach der Attacke in einer Seitengasse nahe des Tatortes von der Polizei kontrolliert. Zunächst war das Ermittlungsverfahren gegen ihn eingestellt worden. Erst nach einer Großrazzia gegen die Rockerszene im Herbst 2014 kam er in Untersuchungshaft. Während er in Haft saß, wurde er beim Landesparteitag der bayerischen NPD in den Vorstand gewählt. Seit März ist er wieder auf freiem Fuß.

Rechte Köpfe in Bayern


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