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Weiteres Vorgehen der Kripo Suche nach Malina wird eingeschränkt

Im Fall der vermissten Studentin Malina aus Regensburg plant die Polizei keine größeren Suchaktionen mehr. "Im kleinen Stil suchen wir nach wie vor nach Malina, aber davon wird die Öffentlichkeit nichts mitbekommen", sagte ein Polizeisprecher heute.

Von: Uli Scherr, Marcel Kehrer, Katharina Häringer

Stand: 27.03.2017

Das Handy der Vermissten sei mittlerweile ausgewertet worden, bestätigte der Polizeisprecher. Aber das Verschwinden der jungen Frau bleibt ein Rätsel. Nun prüft die Polizei, ob der Fall in der Sendung "Aktenzeichen XY" ausgestrahlt werden soll.

Man habe bereits aufwendige Suchaktionen durchgeführt: mit Tauchern, Hubschraubern, Leichenspürhunden und Suchtrupps. Es mache wenig Sinn, alle Gebiete, die man bereits abgesucht hat, noch einmal abzusuchen.

Die Polizei geht derzeit verschiedenen Hinweisen nach. Eine heiße Spur, was mit Malina passiert sein könnte, gibt es unter den etwa 70 Hinweisen aus der Bevölkerung nicht. Dabei prüfen Kollegen der Polizeiinspektion Schwandorf auch Zeugenangaben, nach denen Malina Klaar in der Nähe der tschechischen Grenze gesehen worden sein soll. "Landesgrenzen sind bei den Ermittlungen keine Grenzen", versicherte ein Polizeisprecher. Es gebe derzeit keine Anzeichen eines Verbrechens.

Sechs Taucher im Einsatz

Am Freitag hatten Taucher der Polizei den ganzen Tag in der Donau nach der Vermissten gesucht, nachdem Leichenspürhunde am Donauufer angeschlagen hatten. Doch die sechs Taucher fanden keine Hinweis auf den Verbleib der seit einer Woche vermissten Studentin aus Regensburg. Die Suche im Wasser mit insgesamt 25 Beamten wurde am Freitagabend abgebrochen, sagte ein Polizeisprecher. Das Tauchen sei sehr anstrengend und mühsam gewesen. Die Taucher konnten nur 30 bis 40 Zentimeter weit sehen und mussten sich vorantasten.

"Und da können Sie sich vorstellen, wie das im trüben Wasser ist. Wenn man im Prinzip mit geschlossenen Augen seine Umgebung in unmittelbarer Nähe im Wasser abtasten muss. Man weiß auch gar nicht so genau, was man da ertastet."

Sprecher der Polizei.

Hunde bellten an bestimmter Stelle

Die Taucher der Bereitschaftspolizei Nürnberg waren in der Nähe der Stelle ins Wasser gegangen, an der zuvor ein Leichenspürhund angeschlagen hatte. Schon am Vortag hatten dort drei Hunde gebellt. Die Tiere hatten genau in dem Bereich angeschlagen, wo ein Spaziergänger das Handy der jungen Frau entdeckt hatte. Die Polizei geht nun davon aus, dass die Hunde durch andere Gerüche irritiert waren, die das sogenannte Oberflächenwasser in dem Bereich anschwemmt.

Große Suche in den vergangenen Tagen

Malina Klaar

Nachdem die 20-Jährige, die erst seit kurzer Zeit in Regensburg wohnt, von einer Party im Kulturzentrum Alte Mälzerei am Sonntagmorgen (19 März) nicht nach Hause gekommen war, wurde sie von ihrer Familie vermisst gemeldet. Die Polizei begann am Montagnachmittag mit der Suche. Auch ein Polizeihubschrauber war bereits im Einsatz. Dabei wurde gezielt das Donauufer in der Nähe ihrer Wohnung im Bereich des Unteren Wöhrd abgesucht, aber auch der Bereich des Regensburger Stadtparks. Dort hatte sich Malina das letzte Mal per Telefon bei einer Mitbewohnerin gemeldet, obwohl ihr Heimweg eigentlich gar nicht durch den Park führte.

Personenbeschreibung

Nach Befragungen von Zeugen konkretisierte die Polizei nochmal die Beschreibung von Malina Klaar. Sie lautet wie folgt:

Malina Klaar ist 1,67 Meter groß und schlank. Auffällig ist ihre Lederband-Halskette mit einem silbernen Schnecken-Anhänger. Die junge Frau war beim Verlassen der "Alten Mälzerei" mit einem beigen oder hellbraunen Wollmantel mit auffallendem Fischgrätenmuster bekleidet. Darunter trug sie eine schwarze Lederjacke und eine enganliegende schwarze Jeans mit braunem Ledergürtel. Zudem trug sie ein schwarz-weiß gemustertes Top mit Spagettiträgern. Die Polizei bittet um Hinweise unter der Telefonnummer 0941/506-2888.


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