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Namen aus der NS-Zeit Regensburg lässt Straßen überprüfen

Die Stadt Regensburg will Straßennamen prüfen, die einen Bezug zur NS-Zeit vermuten lassen. Diese Überprüfung ist ein Teil des im Koalitionsvertrag verankerten Gedenkkonzepts, das im kommenden Jahr erstellt werden soll.

Stand: 25.01.2016

Stadtansicht Regensburg von der Steinernen Brücke aus gesehen | Bild: colourbox.com

Die Danziger Freiheit ist ein Paradefall. Der Platz in einer Regensburger Siedlung trägt den Namen einer Nazi-Parole. Mit dem Wort Freiheit verkauften die Nationalsozialisten die Eroberung einer Stadt als Befreiung. In München ist die Danziger Freiheit schon 1946 in Münchner Freiheit umbenannt worden. In Regensburg hingegen heißt der Platz immer noch so.

Schüler, Eltern und Experten arbeiten zusammen

Die Frage ist nun - wie lange noch. Denn im Zuge des Konzepts "Gedenk- und Erinnerungskultur" der Stadt Regensburg sollen Straßennamen auf ihren NS-Bezug überprüft werden, so Bildungsreferent Hermann Hage. Schüler, Lehrer und Experten aus der Arbeitsgruppe zur Gedenkkultur werden das gemeinsam machen. Sie wollen die Namensgebung vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund beurteilen und in ihren Entstehungskontext einordnen.

Sind sie sich einig, dass eine Straße umbenannt werden soll, müssen Verwaltung und schließlich der Stadtrat zustimmen. Gibt es grünes Licht, dann könnten die Bürger an der Danziger Freiheit zum Beispiel bald am Danziger Platz wohnen.

Umbenennungen in Regensburg

Bereits in den vergangenen Jahren sind in der Oberpfalz immer wieder Straßen und Schulen umbenannt worden, in Regensburg unter anderem die Florian-Seidl-Straße in Johann-Hösl-Straße und die Josef-Engert-Straße in "Am Biopark".

Die Hans-Herrmann-Grundschule und die Hans-Herrmann-Mittelschule in Regensburg legten auch ihre bisherigen Namen ab: Die Grundschule heißt jetzt "Schule der Vielfalt und Toleranz".

Einen ähnlichen Fall gibt es in Neumarkt in der Oberpfalz. Dort hat sich die Erwin-Lesch-Förderschule einen neuen Namen gesucht und heißt jetzt sonderpädagogisches Kompetenz- und Beratungszentrum. Auch in Passau läuft seit Ende September ein Verfahren zur Überprüfung aller Straßennamen.


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