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Landgericht Passau Freispruch im Prozess um Tod in Kleingartenanlage

Im Prozess um einen tödlichen Streit zwischen zwei Kleingärtnern hat das Landgericht Passau am Dienstag den Angeklagten freigesprochen. Laut Urteil bekommt der 67-Jährige, der sich wegen Totschlags verantworten musste, für ein halbes Jahr Untersuchungshaft eine Entschädigung.

Von: Martin Gruber

Stand: 18.10.2016

Der Eingang zum Landgericht Passau | Bild: picture-alliance/dpa

Der Mann ist angeklagt worden, nachdem ein seit längerem schwelender Streit zwischen ihm und einem anderen Kleingärtner eskaliert war. Im Verlauf der Auseinandersetzung kam der 54 Jahre alte Kontrahent ums Leben. Die Staatsanwaltschaft hatte für den Rentner vier Jahre Haft wegen Totschlags in einem minderschwerem Fall gefordert. Das Gericht vertrat nun die Auffassung: Es war Notwehr.

"Stumpfe Gewalt gegen den Hals"

Der 67-Jährige habe sich gewehrt, als sein jüngerer und körperlich überlegener Kontrahent, der stark alkoholisiert und aggressiv war, auf ihn losgegangen sei und ihn erheblich im Gesicht verletzt habe. Im Laufe der Auseinandersetzung habe der Angeklagte irgendwann die Oberhand bekommen und sei auf dem am Boden liegenden Angreifer gesessen. Durch "stumpfe Gewalt gegen den Hals" sei das Opfer dann erstickt.

"Wie genau das passiert ist, wissen wir nicht. Vielleicht wurde sein Hals während des Gerangels gegen eine Unebenheit auf dem Boden gedrückt, dass er keine Luft mehr bekommen hat. Es war ein unheimlich tragisches Ereignis."

Vorsitzender Richter Wolfgang Hainzlmayr

Streit um Johannisbeerstrauch

Aus der Untersuchungshaft war der 67-Jährige vergangene Woche entlassen worden. Die beiden Nachbarn der Schrebergartenanlage im Stadtteil Grubweg stritten schon lange vor der Tat. Meist ging es dabei um Banalitäten. Im vergangenen März war der Streit um einen Johannisbeerstrauch, der die Grundstücksgrenze "verletzt" hatte, eskaliert.


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