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Kunstwerk in Regensburg Papst-Denkmal feierlich enthüllt

An der Schottenkirche in Regensburg ist am Dienstag ein Denkmal für den emeritierten Papst Benedikt den XVI. enthüllt worden. Das Kunstwerk des Eggenfeldener Künstlers Joseph Michael Neustifter soll an den Papstbesuch Benedikts 2006 erinnern.

Von: Andreas Wenleder

Stand: 13.09.2017

Das Denkmal für den Papst zeigt Benedikt nicht persönlich. Stattdessen hat Joseph Michael Neustifter eine symbolische Darstellung gewählt. Der Eggenfeldener Künstler hat ein goldenes Haus mit schrägen Wänden und einem leicht windschiefen Dach geschaffen, das auf einem massiven grauen Sockel steht. Laut Neustifter ist das ein Symbol für die Kirche, die seiner Ansicht nach trotz vieler Widerstände und Abnutzungen auf ein festes Fundament gebaut ist.

90.000 Euro hat die Statue aus Bronze und Granit gekostet. Sie ist drei Tonnen schwer, 2,20 Meter hoch und gut einen Meter breit. Darauf sind Auszüge aus der Rede Benedikts eingraviert, die er bei seinem Besuch in Regensburg gehalten hat, wie zum Beispiel: "Im Glauben ist man nie allein". Das Denkmal ist unter anderem verziert mit Darstellungen der Heiligen Familie sowie von Petrus und Jakobus. Auch Ähren und Trauben, eine Taube, das Papstwappen und ein marianischer Sternenkranz - zugleich zu verstehen als die Sterne Europas - sind dargestellt.

Gänswein vertritt Papst bei Enthüllung

Georg Gänswein und Bischof Rudolf Voderholzer

Bei der Enthüllung am Abend hat Sekretär Georg Gänswein den emeritierten Papst vertreten und ein Grußwort Benedikts verlesen. Dass das Denkmal die Form eines Hauses hat, habe ihn zunächst überrascht, schrieb Benedikt XVI. Aber je mehr er darüber nachgedacht habe, desto angemessener habe er diese Lösung gefunden. "Ein Haus ist Heimat. Es schenkt Gemeinschaft und Geborgenheit." Das Bild des Hauses drücke den Gegensatz aus zum Verlassensein, zur Einsamkeit, die so viele Menschen bedrohe. In Zeiten medialer Begegnungen verweise das Haus auf das wirkliche Miteinander, ließ Benedikt XVI. seinen Sekretär Gänswein ausrichten. In einem Haus könne man "miteinander arbeiten, zu Tisch sitzen, Freude und Trauer miteinander verkosten". Zudem sei das Haus ein Symbol für jenes Haus, "in dem wir einmal mit Gott zusammen wohnen werden".

Zuvor feierte Bischof Rudolf Voderholzer in der Schottenkirche einen Gottesdienst, den die Domspatzen musikalisch mitgestalteten. Der Standort vor der Kirche St. Jakob sei für das Denkmal passend, sagte Bischof Voderholzer. Denn in dem nahegelegenen Priesterseminar habe der frühere Papst während seines Bayernbesuches gewohnt. Zudem sei im Priesterseminar seit 2008 das Institut Papst Benedikt XVI. untergebracht.

Elf Jahre nach Papstbesuch

Das Denkmal wurde exakt elf Jahre nach der großen Papstmesse in Regensburg präsentiert. Am 12. September 2006 hatte Papst Benedikt mit Hunderttausenden Menschen im Süden Regensburgs einen Gottesdienst gefeiert. Neustifter selbst war zwar 2006 beim Papst-Besuch nicht in Regensburg, dafür hat er aber eigene Erlebnisse mit Benedikt:

"Er war auch schon mal bei mir im Atelier und hat mich dann eingeladen, nach Rom zu kommen, ganz privat. Und er hat uns auch zur offiziellen Papstaudienz eingeladen. Das war sehr schön. Er hat uns Geschenke überreicht, das war auch ein schönes Erlebnis. Und daher ist es eine große Ehre, wenn man dann sowas machen darf."

Künstler Joseph Michael Neustifter

(mit dpa-Informationen)

  • BR-Reporter Andreas Wenleder | Bild: Bayerischer Rundfunk Andreas Wenleder

    Andreas Wenleder ist Reporter im BR-Studio Niederbayern/Oberpfalz in Regensburg


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Elisabeth, Mittwoch, 13.September, 09:41 Uhr

8. zu viel Geld für was?

Geldverschwendung für Äußerlichkeiten !!!!!!!!

Die Christen lernen auch nix dazu

Jesus wird den Kopfschütteln

  • Antwort von Florian , Sonntag, 17.September, 22:46 Uhr

    Richtig! So viel Geld hätte zum Beispiel im Südsudan tausende Menschenleben gerettet.
    Aber Nachrichten schauen ist wohl nicht so angesagt.
    Leider die Kirche merkt nicht, dass sie sich so von der Basis entfernt.

Benedetta, Mittwoch, 13.September, 08:43 Uhr

7. find ich gut

Ich finde es gut, daß ein Denkmal hingestellt wird. Okay, eine Büste wie zB in Traunstein hätte mir besser gefallen, aber andererseits kann man auch nicht überall eine Büste von ihm aufstellen. Das Haus ist ok, nettes Symbol.

vielfahrer, Dienstag, 12.September, 14:07 Uhr

6. Denkmal

Hoffe, Gott gibt dem emeritierten Papst Benedikt den XVI noch ein langes gesundes Leben.
Aber: - Lebenden soll man keine Denkmäler bauen!
Das gab es nur im Cäsarenreich, und noch in N.-Korea und div. Diktaturen...

  • Antwort von waldler, Dienstag, 12.September, 16:47 Uhr

    Dem Kommentar kann ich nur beipflichten

  • Antwort von elisabeth, Mittwoch, 13.September, 09:04 Uhr

    absolut richtig !

Nadine, Dienstag, 12.September, 10:51 Uhr

5. Das soll eine Haus sein?

Wo sind denn dort die Fenster und die Türen? Und vor allem, wie viel Geld möchte die Kirche denn dafür ausgeben? Also wenn man so leicht "Kunst" schaffen kann, dann werde ich wohl ebenso Künstlerin. Ein goldener Baum z.B. als Symbol für das Leben und den Papst, würde mir da besser gefallen. Kann man denn in die dann geplante fertige Kiste denn mal Spenden-Gelder einwerfen für z.B. Flüchtlinge?

  • Antwort von max, Dienstag, 12.September, 12:17 Uhr

    Na ich bitte Sie! Das Zeug ist 3 Tonnen schwer, und laut Artikel kostet das € 90.000 - macht also einen Kilopreis von € 30,-
    Okay, dies ist viel für Altmetall und so einen Steinblock - aber wenigstens wurde dies wohl mit Kirchensteuer bezahlt, damit hätte Tebartz-van Elst wohl nur eine Badewanne kaufen können oder stellen Sie sich vor, man hätte es sinnvoll für Bedürftige eingesetzt! Macht man aber nicht mit Kirchensteuer! Man hätte auch ein paar Kindergärtnerinnen bezahlen können, macht man auch nicht mit Kirchensteuer (die zahlt der Staat, die Kirche vereinnahmt dies aber für sich).
    Das ist schon in Ordnung so.

  • Antwort von Renate E., Dienstag, 12.September, 14:36 Uhr

    Ich finde auch, es ist zwar reine Geschmacksache, aber man hat schon bedeutend Schlimmeres gesehen. Es wirkt übrigens "alt", obwohl es ja eine neue Arbeit ist und, das finde ich, fügt sich so sehr gut in das Gesamtbild ein. Überteuert sind diese Sachen meistens.

H.E., Dienstag, 12.September, 09:51 Uhr

4. Das gehört sich so!

Es ist richtig, daß ein Denkmal an den Besuch von Papst Benedikt XVI im Jahre 2006 in Regensburg geschaffen wird. Damals hatte er ja auch seine berühmte Regensburger Rede gehalten, wo er dann sofort aus der islamischen Welt total angefeindet wurde. Im Nachhinein muß man feststellen wie recht er 2006 hatte.

  • Antwort von hasan, Dienstag, 12.September, 11:58 Uhr

    Warum sollte er recht gehabt haben, indem er pauschal jeden Muslime Gewalt unterstellte,
    obwohl er damals schon wusste, was sein Bruder so alles getan hatte?
    Das kennen wir doch auch von so populistischen Parteien (afd), die auch nicht differenzieren können.

  • Antwort von Barbara, Dienstag, 12.September, 13:01 Uhr

    Er hat doch mit seiner Rede keinem Muslim unterstellt, gewalttätig zu sein. Vielmehr hat er nur das gesagt, was im Koran geschrieben steht und was der angebliche Prophet gesagt haben soll. Denn es hat immer auch falsche Propheten gegeben! In der Bibel heißt es: "Hütet euch vor den falschen Propheten!" Und den islamistischen Terror kann wohl keiner mehr übersehen!