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Riesen-Panne an OTH Regensburg Hunderte Studenten zuviel - wegen Tippfehler

An der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) in Regensburg sorgt eine Panne in der Verwaltung für einen problematischen Studentenansturm im kommenden Wintersemester. Statt 150 werden im Fach "Soziale Arbeit" wohl nun 500 Studenten die Hörsäle füllen. Schuld war wohl ein Tippfehler.

Von: Andreas Wenleder

Stand: 12.09.2017

Der eigentlich zulassungsbeschränkte Studiengang "Soziale Arbeit" wird statt den üblichen 150 Erstsemesterstudenten in diesem Wintersemester wohl mehr als 500 Studenten aufnehmen müssen. Schuld ist ein Fehler in der Verwaltung. Zuerst hatte der Online-Blog "Regensburg Digital" über die Panne berichtet.

Ein Tippfehler wars

In einem bundesweit einheitlichen Vergabeportal für Studienplätze im Fach ist die Zahl der Studienplätze zu hoch angegeben worden. Es war wohl ein Tippfehler. Die Zahl der tatsächlichen Studienplätze war hier mit 150 richtig angegeben. Nur verlangt das System noch eine zweite Zahl, nämlich wie viele Überbelegungen es geben kann. Diese Zahl ist wichtig, da sich viele Studenten an mehreren Hochschulen bewerben und die OTH ihre 150 Plätze voll kriegen will. Diesen Wert hat ein Mitarbeiter nicht etwa auf die Zahl 200 gesetzt, sondern viel höher und somit haben viel mehr Studenten als gewünscht eine Zulassung bekommen.

Keine nachträgliche Korrektur

Die OTH weiß seit rund vier Wochen von dem Fehler, sagte OTH-Sprecherin Diana Feuerer dem Bayerischen Rundfunk.

"Wir haben den Fehler nach wenigen Tagen bemerkt. Allerdings lässt sich die Eingabe nicht mehr nachträglich korrigieren. Die Zulassungen sind rechtlich bindend."

Diana Feuerer, OTH-Sprecherin

Die zuständige Fakultät bereitet sich nun auf den ungeplanten Ansturm an Erstsemester-Studenten vor. Zusätzliche Räume müssen gefunden werden. Dazu werden wohl auch Räume der Universität Regensburg und der alte Standort der OTH genutzt.

OTH muss aufrüsten

Auch neues Personal ist notwendig: Wie Diana Feuerer bestätigt, werden zusätzliche Lehrkräfte beauftragt. Die Professoren werden gebeten, Überstunden zu leisten. "Wir wollen für allen Studierenden gute Bedingungen schaffen", sagt Feuerer.

"Es wird nicht leicht, aber in unserem großen Haus mit 11.000 Studierenden sollte das kein Untergang sein."

Diana Feuerer, OTH-Sprecherin

Finanzielle Hilfe vom Kultusministerium

Das bayerische Kultusministerium hat der OTH finanzielle Hilfe in Aussicht gestellt. Man wolle die OTH nicht im Stich lassen und sei deshalb bereit, bei den Lehrauftragsmitteln zusätzliche Gelder zur Verfügung zu stellen, sagte Ministeriumssprecher Ludwig Unger gegenüber dem Bayerischen Rundfunk.


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Stefan Medal, Freitag, 22.September, 22:22 Uhr

11. und wo ist der Student ...

In der Realität für einen Studenten am 22.10 sieht es dann so aus:

Hallo an alle,

235 Anfragen in 20 Stunden haben uns etwas überfordert, weshalb wir euch erst jetzt antworten können. Wir möchten uns für euer Interesse bedanken. Leider ist es uns nicht möglich alle Interessenten einzuladen, weshalb wir euch leider absagen müssen.

Wir wünschen euch für die weitere WG-Suche alles Gute.

Liebe Grüße


Vxxx, Fxxx und Axxx

Antwort auf eine Anfrage auf wg-gesucht.de

500 Betten mehr zu Wintersemester.

Ich hoffe es werden Konsequenzen auf der Personalebene gezogen, und nicht dass sich die Verantwortlichen nach diesem Desaster
auch noch auf die Schultern klopfen, wie sie es alles "gestemmt" haben. Leiden werden die Studenten, die Lehre, und auch die Jobs nach dem Studium werden nicht vorhanden sein. Bravo sich im Cinemaxxx Plätze für Vorlesungen anzumieten.

Öffentlicher Dienst oder nicht, der Verantwortliche muss gehen.

Das geht zu weit.

Stefan

Thomas.p., Dienstag, 19.September, 23:38 Uhr

10. Chaos aussitzen?

Bisher scheint die OTH das Problem wohl aussitzen zu wollen. Niemand scheint zu wissen, wer wann wo was tut, Infos für die Betroffenen sind rar und erreichen jetzt schon nie alle, Unsicherheit und Frust auf ganzer Linie - als wollte man den Studies jetzt schon sehr deutlich machen, was auf sie zukommt im Studium an dieser tollen Uni, von fehlemden Wohnraum gar nicht zu reden.
Das scheint das einzige zu sein, das feststeht: das Chaos, das durch einen Fehler der Hochschule verursacht wurde, wird auf dem Rücken der Studierenden ausgetragen. In 2-3 Wochen beginnt das Semester und es gibt ca. 500 Studienanfänger, deren einziger Fehler es war, sich in Regensburg zu bewerben, die völlig in der Luft hängen.
Die Idee, Leute, die dazu bereit sind, an andere Unis zu vermitteln, ist doch gut. Zumindest in Bayern sollte so eine Zusammenarbeit doch möglich sein. Nur muss es jetzt schnell gehen.

  • Antwort von AnnaMarie, Freitag, 22.September, 10:54 Uhr

    Da man nichts von Bemühungen um Lösungen hört, hofft man an der OTH anscheinend immer noch, dass die überzähligen Studenten den Mut verlieren und freiwillig aufgeben. Das Chaos der letzten Tage gibt ihnen ja einen Vorgeschmack dessen, was auf sie zukommt. Keiner weiß irgendetwas, und in 1 Woche beginnt das Semester!
    Wenn die Hochschule es nicht schafft, muss eine politische Lösung her und zwar ganz schnell. Vermittelt Kandidaten, die dazu bereit sind, an andere Unis! Oder wollt ihr warten, bis sich eine vielgelesene Zeitung oder einschlägige Fernsehsender der Geschichte annehmen, und die Unfähigkeit der bayerischen Hochschulen, den Ruf des so hochgelobten Bildungssystems in Bayern schädigt?

Mark, Donnerstag, 14.September, 18:43 Uhr

9. Chaos an der Hochschule

Diese Situation lustig zu finden, ist schlicht unverschämt. Es geht um junge Leute, die ihre Ausbildung beginnen wollten, und jetzt Chaos auf der ganzen Linie vorfinden. Dass die Hochschule nicht längst Lösungen anbieten kann, ist unmöglich!

Marie Hansen, Donnerstag, 14.September, 18:34 Uhr

8. Chaos für Studienanfänger

So einen Fehler sollte sich ein Student bei der Abgabe von Bewerbung o. ä. mal leisten - er wäre schnell weg vom Fenster.
Jetzt sollen also 3 x so viele ? Studenten ihr Studium in Regensburg beginnen:
wo gibt es bezahlbaren Wohnraum?
wer soll sie wann und wo unterrichten?
Welchen Sinn machen Seminare mit 50, 60 oder 100 Teilnehmern?
Die Studienanfänger können sich ausrechnen, dass in den ersten Semestern rigoros gesiebt wird, um Leute loszuwerden.
Warum bringt man nicht Bewerber an anderen Unis unter? Ausbildung in Bayern soll doch so gut sein - es müsste doch möglich sein, das Problem gemeinsam zu lösen!
In jedem Fall brauchen die betroffenen Studienanfänger jetzt sehr schnell Sicherheit und verlässliche Perspektiven.
Wenn die Uni das Problem seit Wochen kennt, müssten längst Lösungen gefunden sein!

  • Antwort von Dieter G., Freitag, 15.September, 17:04 Uhr

    Es ist in der Tat eine blamable Situattion: die Hochschule hat den Fehler schon vor Wochen bemerkt und man fängt erst jetzt an, nach Lösungen zu suchen?!
    Jetzt müssen schnell Auswege gefunden und begangen werden: sollen doch alle anderen Hochschulen in Bayern, die den Studiengang anbieten, zumindest 30-40...Bewerber übernehmen, wenn die dazu bereit sind.
    Bayern bildet sich so viel ein auf sein tolles Bildungssystem - nun zeigt doch, dass ihr in schwierigen Zeiten in der Lage seid, unbürokratisch gemeinsam Lösungen zu finden und zu praktizieren.
    Muss das Problem erst in der Bildzeitung "diskutiert" werden?

Dominik, Donnerstag, 14.September, 11:27 Uhr

7. Eher lustig als problematisch

Wenn ich die Kommentare lese, frage ich mich in welchen Dingen man noch so alles eine "Katastrophe" sehen kann.
Wirtschaftlich werden diese 350 Studenten in den nächsten 40 Jahren nichts ausmachen. Die Anzahl an freien Stellen steigt, die Bedeutung der Sozialen Arbeit in fast allen Bereichen wird immer deutlicher und mehr gefragt.
Das die Uni dies aus finanziellen Gründen absichtlich gemacht hat ist quatsch, alle Aus- und Einnahmen werden kontrolliert und 300 Studenten mehr bei ca 11.000 Studierenden ist kein wirklicher mehr verdienst...
Das Problem mit dem Wohnraum kann ich zwar verstehen... aber das ist in jeder Stadt mit einer großen Uni so. Ich selber bin auf einer Universität mit knapp 14.000 Studierenden. In den letzten 2 Jahren habe ich dort selber knapp 300 Menschen kennen gelernt. Naja zumindest mit denen gesprochen und kaum einer davon wohnt in der Stadt selbst. Als Studierender die Stunde oder etwas mehr zur Uni zu fahren ist wohl nicht das Problem.