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Nach rund 50 Jahren Streit Ortsumgehung Lederdorn kann kommen

Urteil im Endlos-Streit um die Ortsumgehung für den kleinen Ort Lederdorn (Lkr. Cham): Das Verwaltungsgericht Regensburg hat Klagen von Grundstückseigentümern gegen das Projekt endgültig abgewiesen. Lokalpolitiker begrüßten die Entscheidung.

Stand: 17.03.2016

Verwaltungsgericht Regensburg | Bild: BR / Michael Buchner

Mit seinem Urteil habe das Verwaltungsgericht Regensburg "im Sinne der Menschen in der Region entschieden". So kommentierte am Donnerstag der Chamer Landrat Franz Löffler (CSU) das Urteil, das gestern gegen 21 Uhr nach einer zwölfstündigen Marathonsitzung gefällt wurde. Das Gericht wies endgültig die Klagen von zwei Lederdorner Grundstückseigentümern ab und ließ eine Berufung in die nächste Instanz zum Bayerischen Verwaltungsgerichtshof nicht zu.

Politiker fordern schnellen Baubeginn

Auch wenn noch nicht klar ist, ob die Grundstückseigentümer nicht auch noch gegen diese Nicht-Zulassung vorgehen, wertet der Chamerauer Bürgermeister Stefan Baumgartner (CSU) das Urteil als endgültigen Durchbruch im jahrzehntelangen Kampf um die Ortsumgehung für das Dorf Lederdorn. "Wir wollen jetzt so schnell wie möglich den Spatenstich für die Umgehungsstraße", sagte Baumgartner dem BR. "Wir gehen davon aus, dass die Straßenbauer heuer noch anfangen." Auch Landrat Löffler fordert, noch in diesem Jahr mit dem ersten Brückenbauwerk zu beginnen.

Seit Jahrzehnten ist Ortsumgehung ein Thema

Die Ortsumgehung für Lederdorn ist eine seit rund 50 Jahren dauernde Streitgeschichte. Mehrere Gerichte hatten sich jahrelang mit den Klagen von Grundstückseigentümern befasst. Zugleich formierte sich im Ort eine Bürgerinitiative, die immer wieder mal auch die Straße blockierte, um auf die Notwendigkeit der Umgehung hinzuweisen. Fast 7.000 Autos und Lastwagen fahren täglich durch den kleinen Ort, teils knapp an den Häuserwänden vorbei. Die etwa drei Kilometer lange und rund acht Millionen Euro teure Umgehungsstraße soll Entlastung bringen.


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