5

Regensburg Museum der Bayerischen Geschichte: Konzept vorgestellt

Die Chefs des Museums der Bayerischen Geschichte in Regensburg reagieren auf die Diskussionen in der Stadt. Denn: Die Fassade gefällt nicht jedem und es werde nur "Gerümpel" ausgestellt. Am Dienstag haben die Verantwortlichen der Öffentlichkeit das Konzept vorgestellt.

Von: Angelika Schüdel

Stand: 29.11.2017

Kein Bauwerk in der Oberpfalz entzündet derzeit so die Gemüter wie das Museum für Bayerische Geschichte, das derzeit in Regensburg im Herzen der Welterbealtstadt entsteht. Die Fassade gefällt nicht jedem. Als "Eternitbau", "Parkhaus" oder "Wellblechhütte" bezeichnen einige Regensburger das künftige Museum.

Peter Thumann, zuständiger Projektleiter vom Staatlichen Bauamt, hatte die graue Keramikfassade mit den unregelmäßigen Längsstreifen verteidigt. Er verglich die Fassade mit einem Nadelstreifenanzug: Regensburg sei als Altstadtsilhouette insgesamt eine festliche Inszenierung, dafür müsse das Museum "ausgehfein" gemacht werden. Die Anwohner hat dieser Vergleich nicht überzeugt.

"Kunst und Krempel"?

Architekten-Entwurf: So soll das Museum der Bayerischen Geschichte einmal aussehen.

Aber auch das, was künftig im Museum gezeigt und ausgestellt werden soll, erregt das Misstrauen vieler Regensburger. Von "Kunst und Krempel" oder auch von Dachbodengerümpel ist die Rede.

Richard Loibl, Chef des Hauses der Bayerischen Geschichte in Augsburg wird das Museum des Freistaats Bayern künftig leiten. Er steht hinter dem Konzept. Die Aufregung darüber versteht er nicht. Der Vorwurf, es werde im Museum nur "Gerümpel" gezeigt, könne daher rühren, dass die Museumsleitung im Vorfeld die Bevölkerung aufgefordert hatte, Gegenstände aus dem Familienbesitz für das geplante Museum zu spenden.

"Das macht mich aber schon etwas traurig. Wir haben zum Beispiel einen Anzug eines Häftlings eines Konzentrationslagers. Die Familie hat sich durchgerungen und leiht uns den für unser Museum. So eine Familie überlegt sich das schon gut, ob sie sowas nach Deutschland gibt."

Richard Loibl

Insgesamt, so Loibl, soll das neue Museum nicht etwa nur eine Ansammlung von Objekten sein, sondern eine "spannende Inszenierung der jüngeren Geschichte Bayerns".

Eröffnung für 2019 geplant

Ausgebrannter Gebäudeteil im August 2017.

Im Juli war in einem Nebengebäude des Museums für Bayerische Geschichte ein Feuer ausgebrochen. Daraufhin musste der Eröffnungstermin auf 2019 verschoben werden. Angesichts des 100-jährigen Gründungsjubiläums des Freistaates beschloss das Kabinett jedoch Anfang Oktober, dass Teile des Gebäudes bereits im Juni 2018 kurzzeitig geöffnet werden sollen. Das geplante Museumsfest am 9. und 10. Juni 2018 am Donaumarkt soll stattfinden.


5

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Josef, Mittwoch, 29.November, 15:44 Uhr

6. Ein Zugewinn für Regensburg

wird es sein und ein + für den Tourismus und der heimische Bevölkerung. Mehr braucht man fast nicht sagen und jeder der einmal das Gesamtbild betrachtet ist es eine Architektur der Superlative die, die moderne in die vergangene Kultur verbindet bzw. in sich übergeht.
Denk mal es wird ein Ort wo sich viele sich treffen und viele Verbindungen entstehen und das über euröpäische Grenzen hinaus. Regensburg wird im nachhinein Dankbar sein wenn man auch noch bedenkt wie viele Städte Bayerns dieses Museum haben wollten und Regensburg den Zuschlag bekam. Es wird sein wie die Walhalla vom König Ludwig!

hansepeter, Mittwoch, 29.November, 14:28 Uhr

5. Starker Kontrast!

Also ich finde das Gebäude toll.
Wenn sich der Platz davor im ersten Sommer das erste Mal mit Leben füllt, wird das Museum und das ganze Areal drumherum bald ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil der Stadt sein. In Melbourne, Australien gibt es so eine tolle moderne Stadthalle unten am Fluß, neben dem alten Bahnhof. Davor ist ebenfalls ein Platz voller Leben für Einheimische und Touristen gleichermaßen. Und über das Opernhaus in Sydney haben sich die Leute seinerzeit mindestens genauso aufgergt... Und die Elbphilharmonie, wer denkt heute noch daran, wie lange es brauchte bis sie fertig war. Ihr merkt schon, Leute, ich denke groß... Regensburg bekommt ein Schmuckstück und die nach uns werden kaum nachvollziehen können, warum so viele Menschen damals dagegen waren. Ich halte es darüber hinaus für einen gelungenen und notwendigen Kontrast zu all dem mit Kreuzfahrttouristen vollgestopften Puppenstuben-Mittelalter in den Altstadtgassen.

  • Antwort von Sven, Mittwoch, 29.November, 16:58 Uhr

    Danke, schließe mich dem Vorredner an.

    Das Regensburg auch gern mal moderner werden darf, hängt mir schon länger auf den Lippen.

    Jetzt muss die größte Hürde - Infrastruktur - noch angegriffen werden.

Hubert, Mittwoch, 29.November, 12:27 Uhr

4. Einfach nur schiach

Dieser Kasten fügt sich doch nirgends ein. Die ursprünglich vorgesehene Kalksteinfassade hätte das wenigstens noch ein bisschen abgemildert. Aber die Baumasse erschlägt einen ja schon.
In Dresden haben´s wegen einer Brücke den Welterbetitel verloren ...

Elisabeth, Mittwoch, 29.November, 10:09 Uhr

3. Noch was

Geld für
bezahlbaren Wohnraum für die normal verdienende Bevölkerung?
In Regensburg is eng geworden für Normalverdiener ,
aber des is ja ganz was anderes des kann man ja gar nicht vergleichen mit Museen und Konzerthäuser die es halt auch braucht .

Aber ich zahl Miete die einfach zu teuer ist und mein Einkommen ist seit dem Euro halt einfach weniger im Verhältnis zur Miete .

Also KÜMMERT SICH Bayern ENDLICH UM BEZAHLBAREN Wohnraum !!!

Ach ja unter Stoiber wurde ja so einiges verkauft aber die SPD hats auch nicht besser gemacht.

Montobeni, Mittwoch, 29.November, 09:28 Uhr

2.

Alles auf kosten vom Steuerzahler obs einem gefällt oder nicht. -- Zahlt is.