24

Urteil ist in Weiden gefallen Ex-US-Soldat muss lebenslang ins Gefängnis

Der Richter am Landgericht Weiden hatte keinen Zweifel, dass ein Tötungsvorsatz bestand. Deshalb fiel das Urteil hart aus: Der angeklagte Amerikaner muss wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und versuchter besonders schwerer Vergewaltigung lebenslang ins Gefängnis.

Von: Martin Gruber

Stand: 20.01.2016

Der Angeklagte (l.) mit Anwalt Tobias Konze | Bild: BR/Martin Gruber

"Für das Gericht gab es keinen Zweifel, dass der Tötungsvorsatz da war und deshalb ein versuchter Mord anzunehmen war. Der Angeklagte wollte die Frau umbringen. Das hat er heimtückisch gemacht und um seine vorherigen Straftaten zu verdecken."

Gerichtssprecher Markus Fillinger

Die Strafkammer folgte mit dem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte im Plädoyer eine Verurteilung nur wegen versuchten Totschlags gefordert, aber kein konkretes Strafmaß benannt. Daher kündigte die Verteidigung auch Revision an.

Opfer war im Gerichtssaal

Das Opfer selbst war am letzten Prozesstag im Gerichtssaal und hörte sich die Urteilsbegründung des Richters an. Dabei brach die Frau immer wieder in Tränen aus. Sie sei heute noch einmal hier gewesen, um alles zu verarbeiten und für sich selber ein Ende zu finden, sagte Nebenklägeranwalt Heiko Übler.

Brutale Tat

Der Angeklagte hatte im Mai 2015 die damals 25-jährige Frau in deren Wohnung in Pressath (Lkr. Neustadt an der Waldnaab) überfallen und mit über 20 Messerstichen lebensgefährlich verletzt. Außerdem hatte er versucht, die schwerverletzte und blutüberströmte Frau zu vergewaltigen. Die Aussagen des Opfers, das den Überfall nur knapp überlebt hatte, bestätigten die Anklagepunkte im Wesentlichen.

Angeklagter sprach von "Black Out"

Der Angeklagte gab im Laufe der Verhandlung in einer vom Verteidiger vorgelesenen Erklärung die Stiche auf die Frau zu, bestritt aber, dass er das Opfer töten wollte. Bei der versuchten Vergewaltigung gab der 29-Jährige an, sich nicht mehr daran erinnern zu können. Er sei auf der Suche nach Geld in die Wohnung eingebrochen und habe in Panik und reflexartig zugestochen, als er von der Frau überrascht wurde. Töten wollte er sie nicht, ließ der 29-Jährige über seinen Verteidiger erklären. Außerdem habe der Angeklagte die Tat aus einer Art "Black Out" heraus begangen. Er leide, bedingt durch Kriegseinsätze in Afghanistan, an posttraumatischen Störungen. Der Angeklagte beteuerte kurz vor dem Urteilsspruch noch einmal, dass er die Frau nicht töten wollte und ihm alles sehr leid tue. Er hoffe, dass sie ihm verzeihen könne.

Gutachter hielt Angeklagten für schuldfähig

Der psychiatrische Sachverständige, Thomas Lippert, bescheinigte dem Angeklagten zwar eine milde posttraumatische Belastungsstörung. Trotzdem sei der US-Amerikaner aus medizinischer Sicht schuldfähig.

Laut Gericht war der Verurteilte voll schuldfähig. Eine starke Alkoholisierung und starke posttraumatische Belastungsstörungen, die der ehemalige US-Soldat in der Verhandlung angeführt hatte, ergaben sich für das Gericht bei der Beweisaufnahme nicht.


24