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Missbrauch bei Domspatzen Kardinal Müller hält Fälle für aufgeklärt

Der ehemalige Regensburger Bischof und jetzige Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller hat den Vorwurf zurückgewiesen, die Aufklärung des Missbrauchsskandals bei den Regensburger Domspatzen verschleppt zu haben. Er habe "den Aufklärungsprozess initiiert".

Stand: 16.12.2016

Schüler gehen an dem Gymnasium und Internat der Regensburger Domspatzen vorbei | Bild: pa/dpa

Der "Passauer Neuen Presse" sagte Müller: "Der Versuch, einen früheren Bischof von Regensburg gegen den jetzigen auszuspielen, scheitert angesichts der Tatsachen." Nach Bekanntwerden des Skandals habe er ab Frühjahr 2010 "den Aufklärungsprozess initiiert und strukturiert". Er sei froh und dankbar, dass sein Nachfolger Rudolf Voderholzer dies fortsetze.

Informationen an Rechtsanwalt weitergeben

Auf die Frage, ob er zu einem Gespräch mit Opfervertretern bereit sei, antwortete Müller, der die Glaubenskongregation im Vatikan leitet:

"Persönliche seelsorgerliche Gespräche bleiben ihrer Natur nach vertraulich. Was ich aber beitragen kann zur Aufklärung der Straftaten gegen Kinder und Jugendliche, (...) werde ich dem von der Diözese beauftragten Rechtsanwalt Ulrich Weber mitteilen."

Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller

Betroffene des Missbrauchsskandals hatten dem Bistum dagegen vorgeworfen, unter der Leitung von Müller eine Aufklärung der Fälle zu verhindern. Müller dagegen sah den Knabenchor durch die Vorwürfe in den Dreck gezogen.

Opfer sollen entschädigt werden

Bischof Voderholzer hatte im Oktober angekündigt, dass die Missbrauchsopfer bis Ende 2017 finanziell entschädigt werden. Je nach Schwere der Übergriffe sollen sie zwischen 5.000 und 20.000 Euro erhalten. Darauf einigten sich Vertreter der Kirche und der Betroffenen nach intensiven Beratungen.

Zuvor hatten sich 422 ehemalige Sänger des weltberühmten Chores gemeldet, weil sie zwischen 1945 und Anfang der 90er-Jahre körperlich misshandelt worden waren. Mindestens 65 von ihnen wurden Opfer sexueller Übergriffe.


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Lutz Schnelle, Freitag, 16.Dezember, 11:28 Uhr

11. Vergelt's Gott

Ist der Kinderschmuddel das einzige Kirchenproblem? Hat Gewalt in der katholischen Szene womöglich Tradition? Woher stammt der Reichtum der katholischen Kirche?
Das Erzbistum Köln hat einen größeren Haushalt als der Vatikan! Die Kirche ist der größte Immobilienbesitzer in Deutschland, der größte private Großgrundbesitzer, sie betreibt Banken und verschiebt Gelder in Steueroasen. Nicht mit dem Kirchensteueraufkommen finanziert sie die Instandhaltung ihrer Luxusburgen, das Geld dafür entstammt dem allgemeinen Steueraufkommen. Auch die Luxus-Gehälter der Geistlichen bezahlen wir alle. Wir bezahlten auch alle die Kindergärten und Diakonien.
Hier liegt eine Menge mehr im Argen. Ist Deutschland deshalb so schön bunt, weil sie es üblicherweise mit den Mächtigen hält? Fragen. Fragen.
Schaut den Film. Der Titel ist in der Betreffzeile.

  • Antwort von Angelika Oetken, Freitag, 16.Dezember, 20:52 Uhr


    "Kinderschmuddel": gibt es aseptische Sexualität? Gehört "Schmodder" nicht immer dazu? Macht nicht genau dieser Umstand für viele Menschen Sex erst attraktiv?Das ist ja der Grund, warum Erwachsene Kinder und Jugendliche mit ihrer Sexualität nicht behelligen sollten. Insbesondere, wenn es sich um eine derart beschädigte handelt, wie wir sie bei den typischen Täterpriestern genauso finden, wie bei so vielen KindesmissbraucherInnen außerhalb des Klerus auch. Das Opfer wird nicht schmutzig. Die TäterInnen sind es, welche die Rolle der Drecksäue in diesem bösen Spiel inne haben. Aufschlussreich, dass "die Kirche" solches Personal schützt und nicht die Kinder.

Benno Brettschneider, Freitag, 16.Dezember, 11:07 Uhr

10. Kardinal Müller

Seit wann gilt Vertuschung als Aufklärung? Nichts neues von diesen Kirchenfürsten. Wen Täterkreise die Aufklärer sind, braucht man sich nicht wundern.

thorie, Freitag, 16.Dezember, 10:28 Uhr

9. komisch

mit diesem skandal wird , auch medial!!!!, anders umgegangen, als mit den vergehen des augsburger spd-abgeordneten!
warum?

  • Antwort von Fredl Hausser, Freitag, 16.Dezember, 11:13 Uhr

    Die ''C'' Kreise genießen Sonderrechte und Paralleljustizen. Wundert mit eigentlich, dass das überhaupt öffentlich diskutiert wird. Normalerweise läuft das doch alles hinter dicken Mauern und mit absoluten Geheimhaltung ab.

Toni Zollner, Freitag, 16.Dezember, 10:21 Uhr

8. Missbrauch bei Domspatzen

Soso, initiiert(!) und strukturiert(!) hat er(!) den Aufklärungsprozess der selbstgerechte und -gefällige Herr Müller!

websaurier, Freitag, 16.Dezember, 09:11 Uhr

7. Vertuschung als oberstes Gebot !


Es gibt leider sehr viele fragwürdige "Institutionen"...
Aber die katholische Kirche ist in der Tat wirklich das Allerletzte !