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Landkreis Cham Meldegesetz: In Roding fehlen statistisch 500 Menschen

Eine bestimmte Zählmethode in einem Bundesgesetz führt zu einem Bürger-Schwund in den Gemeinden. Besonders betroffen ist Roding (Lkr. Cham). Hier unterscheiden sich die Zahlen vom Bund und dem örtlichen Melderegister um mehrere Hundert Einwohner - mit finanziellen Auswirkungen.

Von: Johannes Lenz

Stand: 14.11.2017

Stempel mit Aufschrift "Meldegesetz". | Bild: pa/dpa

Vielen Gemeinden fehlen Tausende Bürger - statistisch gesehen. Grund dafür ist ein Bundesgesetz. Das schreibt eine bestimmte Zählmethode vor. Dadurch sind die Zahlen des Bundes deutlich niedriger als die der regionalen Melderegister. Besonders betroffen ist Roding im Landkreis Cham.

Gemeinde bekommt weniger Steuereinnahmen

Hier fehlen fast 500 Menschen. Ein Minus, das Folgen hat: Dadurch bekommt die Gemeinde in der Oberpfalz jährlich etwa 300.000 Euro weniger Steuern vom Bund. Und das, obwohl laut Melderegister die Zahl der Einwohner sogar gestiegen ist. Ein Zustand, der für Bürgermeister Franz Reichold (CSU) unhaltbar ist. Das Statistische Landesamt wende Berechnungen an, die man nicht nachvollziehen könne.

"Ich hab keinen Stadtteil in dem es Leerstände gibt. Nicht mal in der Altstadt. Ich hab Bereiche, die eigentlich alle wachsen. Das hat mich verwundert und auf die Palme gebracht."

Bürgermeister Franz Reichold

Aber warum unterscheiden sich die Zahlen von Bund und Gemeinde so gravierend? Die Berechnungsmethode ist abhängig von der Einwohnerzahl. Bei mehr als 10.000 greift ein Bundesgesetz: Zehn Prozent werden überprüft und durch die Behörde hochgerechnet. Die Folge: Knapp 500 Menschen weniger. Bürgermeister Reichold kann das nicht nachvollziehen, er stellt im Gegenteil fest, dass Roding immer größer wird.

"Ich seh ja, was ich an Infrastruktur bauen muss. Und ich sehe, was ich an neuen Kitaplätzen brauche und im Schulbereich."

Bürgermeister Franz Reichold

Zählmethode vor Bundesverfassungsgericht

Roding ist kein Einzelfall: Über 50 Gemeinden in Bayern haben auf Landesebene gegen die ihrer Meinung nach unfaire Zählmethode geklagt - bisher jedoch erfolglos.

Doch mittlerweile befasst sich das Bundesverfassungsgericht damit. In den nächsten Wochen soll die Entscheidung darüber fallen, ob die bisherige Methode rechtswidrig ist.


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Kommentare

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Biggi, Dienstag, 14.November, 14:49 Uhr

2. Schätzung?

Da bin ich eigentlich sprachlos..Es muss doch in unserem Land möglich sein,die tatsächlichen Einwohner,die ja gemeldet sein müssen,zu ermitteln. Das dürfte per Mausklick geschehen.
Wer nicht gemeldet ist,wohnt da nicht. -Oder verstehe ich was falsch?
Soviele wichtige Zahlen stützen sich darauf. Es gibt soviel Chaos. Oder kommt er nur mehr ans Licht?

marianne, Dienstag, 14.November, 12:30 Uhr

1. Meldegesetz

Diese Probleme haben nicht nur Roding, sondern auch andere Städte.Würde Herrn Reichold empfehlen bevor er an die breite Öffentlich geht, erst mal ein
Rhetorik-Seminar zu besuchen. Man kann sein "Genuschel" im Radio nicht verstehen.

  • Antwort von Riedl, Dienstag, 14.November, 20:25 Uhr

    marianne ich bin sein Schwager und behaupte er hat eine deutliche Sprache,liegt es vielleicht an Ihnen weil wenn Sie was auf den Ohren haben kann er bestimmt nichts dafür.