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Hausdurchsuchung im Luchsfall Staatsanwaltschaft nennt keine weiteren Details

Die Staatsanwaltschaft Regensburg hält sich zur Hausdurchsuchung, die es jetzt im Fall der Luchstötung in Lohberg (Lkr. Cham) gegeben hat, vorläufig bedeckt. Sie nannte auch nicht den genauen Wohnort des Tatverdächtigen.

Von: Rüdiger Nowak

Stand: 12.12.2016

Vorderbeine von Luchsen | Bild: Polizei Kötzting

Es gebe einen Anfangsverdacht gegen einen Mann, sagte Oberstaatsanwalt Markus Pfaller, bei dem vor allem Jagdwaffen sichergestellt worden sind. Ob der Mann Jäger ist, wollte er nicht sagen. Es werde einige Zeit in Anspruch nehmen, das beschlagnahmte Material auf Spuren zu überprüfen.

Es wird unter anderem darum gehen, ob verwertbare DNA-Spuren entdeckt werden, die mit Spuren im Luchsfall übereinstimmen, oder ob man zum Beispiel Hinweise findet, die die Waffen in Verbindung zu den Munitionsresten bringen, die man in den abgetrennten Luchsbeinen gefunden hat.

Befragung von Zeugen und Jägern

Derzeit, so betont die Staatsanwaltschaft, sei völlig offen, ob sich der bestehende Anfangsverdacht gegen den Mann erhärten lässt. Die Staatsanwaltschaft räumte ein, dass es auch in der Vergangenheit mehrfach Befragungen von Zeugen, Jägern und Jagdscheininhabern gegeben hat. Dabei gab es aber keine weiteren Erkenntnisse.

BR Fernsehen bringt Sache ins Rollen?

Nicht äußern wollte Pfaller sich dazu, woher der Hinweis gekommen ist, der zu der jetzigen Hausdurchsuchung geführt hat. Eventuell haben Recherchen des BR Fernsehens die Sache ins Rollen gebracht. Für die Fernsehdokumentation "Tier im Visier" hatte ein verdeckter Privatermittler an einem Jagdwochenende teilgenommen. Dort hatte sich ein Jagdscheininhaber mit einer Luchsfalle und mit Tipps hervorgetan, wie man Luchse tötet. Dieses Material wurde der Staatsanwaltschaft übergeben.

In Lohberg wird aber auch gemunkelt, der Tipp auf den Tatverdächtigen sei durch einen internen Streit unter Jägern an die Polizei gelangt. In der Region wären viele froh, wenn der grausige Tiertötungsfall mit den vier abgetrennten Luchsbeinen, der im Mai 2015 bayernweit Schlagzeilen machte, endlich gelöst werden würde.

Keine Einzelfälle:

  • 2016 wurde ein Luchs bei Schönberg (Lkr. Freyung-Grafenau) tot im Straßengraben aufgefunden. Vermutlich wurde das Tier erdrosselt und an der Straße abgelegt.
  • 2015 werden vier abgeschnittene Luchsbeine von zwei Tieren in der Nähe einer Fotofalle abgelegt.
  • 2013 wird eine trächtige Luchsin nahe Bodenmais mit einer Ladung Schrot erlegt.
  • 2012 finden Luchsforscher des Nationalparks das tote Luchs-Weibchen Tessa - und ihre letzte Beute. Es ist ein Reh, an dem Tessa mehrere Tage gefressen hat. Untersuchungen ergeben, dass das Reh mit Gift präpariert wurde: Carbofuran, ein starkes Insektizid, das in Deutschland verboten ist.

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rw, Sonntag, 18.Dezember, 10:33 Uhr

14. Nicht auf die Zukunft schießen!

Recherche kostet Zeit und Geld. Schön, dass der BR der Staatsanwaltschaft hier die Arbeit abnimmt! Das zeigt, wie wertvoll doch eine freie Medienarbeit ist.

Der Luchs ist zum Sinnbild für den Erfolg des Nationalparks Bayerischer Wald geworden. Er ist eine Bank für die wirtschaftliche Zukunft der Menschen hier. Denn diese Natur ist es, die andere Menschen in die Region kommen lässt. Jeder Einheimische, der auf Luchse schießt, schießt damit auch auf die Zukunft der Menschen, die dort leben.

Den BR-Machern der Reportage ein aufrichtiges Dankeschön und bitte, bitte weiter so!

Ellmann Renate, Sonntag, 18.Dezember, 00:01 Uhr

13. Emphatieloser Täter

Ich kleinster Weise nachvollziehbar, dass man diesen schönen und edlen Tieren erst in das Knie schießt und in die Vorderpfote, damit es noch möglichst lange leiden muss wie im Fall des Luchses Leo geschehen. Was muss hier für eine erbärmliche Kreatur hinter einer solchen Tat stecken, der jegliche Empathie für ein Mitgeschöpf fehlt. Nicht nur auf Luchse wird Jagd gemacht, sondern auch auf viele andere Tiere wie Fischotter und Greifvögel usw. Schlimm ist auch, dass man davon ausgehen muss, dass eine solche Straftat durch Mitwisser und ein Umfeld gedeckt und akzeptiert wird.
Mein ganz großer Respekt dient dem Fernsehteam vom BR, die sich diesem Verbrechen angenommen haben. Man kann nur hoffen, dass man hier den Richtigen erwischt hat und das Ganze nicht nur mit einer Geldstrafe endet.

Walter Hahn, Freitag, 16.Dezember, 12:54 Uhr

12. Tier im Visier - Hinterhalt im Luchsrevier

Ich möchte mich für die Ausstrahlung dieses Beitrages bedanken. Mein besonderer Dank gilt den Reportern.
Ich bin 70 Jahre und der Meinung das wir froh sein können das der Luchs ,Wolf usw. wieder heimisch geworden sind.
Da die Tiere vor dem Menschen auf der Erde gelebt haben ist es eine Schande wie wir mit ihnen umgehen.
Diese Menschen müssten auf härteste bestraft werden. Warum sind die Gesetze so lasch?
Der Gesetzgeber ist hier gefragt. Aber so wie ich es sehe interessiert das Wohl der Tiere keinen .
Mit wenigen Ausnahmen. Weiter so.

Der Christoph, Dienstag, 13.Dezember, 18:19 Uhr

11. Jägerlatein!

Alle Zeichen deuten darauf hin, dass es ein Weidmann war - wer sonst ist im Besitz mehrer Jagdgewehre? In diesem Fall hat wohl die "3-S-Regel" der Jäger nicht funktioniert (Schießen-Schaufeln-Schweigen). Glücklicherweise unterliegt diese Spezies einem enormen Geltungsdrang in den eigenen Reihen. Dieses Brunftverhalten - oft auf dem gleichen geistigen Niveau eines Cervus elaphus - musste oder wird noch früher oder später zur Ergreifung des Täters führen. Die größte Strafe wird wohl der lebenslange Entzug der Jagdausübungsberechtigung sein. Falls es verschwiegene Mitwisser gibt, sollten diese sich mal das Bundesjagdgesetz § 17, Absatz 4, Nummer 4, die 4. Alternative zu Gemüte führen.
Mein Lob geht an die Forchheimer Jägerschaft, die bei einer Drückjagd beim ersten gesichteten Wolf seit 150 Jahren ihre Zeigefinger nicht krümmten - die Versuchung war mit Sicherheit groß - aber, wie gesagt, anders als vor noch einiger Zeit kann man sich nicht mehr auf die "3-S-Regel" verlassen ...

Markus Schmidberger, Dienstag, 13.Dezember, 14:33 Uhr

10. Hausdurchsuchung im Luchsfall

Den Reportern ein großes Dankeschön für Mut und Einsatz. Ich hoffe, der BR steht voll und ganz hinter seinen Mitarbeitern! Hut ab!
Der Staatsantwaltschaft und den Ermittlern viel Erfolg bei der Suche nach den belastbaren Beweisen, um diesen kriminiellen Jäger zur Strecke zu bringen - Waidmanns Heil!