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"Weltweites Vorbild" Leichtathletik-Präsident Prokop lobt Anti-Doping-Gesetz

Für den Präsidenten des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV), Clemens Prokop, ist das seit dem 1. Januar in Deutschland geltende Anti-Doping-Gesetz ein "weltweites Vorbild". Prokop, der auch Präsident des Amtsgerichts Regensburg ist, hatte sich nach eigenen Angaben von Anfang an für eine solche Regelung eingesetzt.

Von: Bernd Kellermann

Stand: 02.01.2016

Deutscher Leichtathletikpräsident Clemens Prokop  | Bild: picture-alliance/dpa

Der DLV-Präsident sagte im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk, das Gesetz sei "ein Instrument, das für die Glaubwürdigkeit des Sports kämpft".

"Das Anti-Doping-Gesetz dient dem Schutz der Sportler und des Sports."

DLV-Präsident Clemens Prokop, Regensburg

Der Bundestag hatte das Anti-Doping-Gesetz im November gegen erbitterten Widerstand aus großen Teilen des organisierten Sports verabschiedet. Lediglich die Fachverbände für Leichtathletik, Tischtennis und Triathlon sprachen sich grundsätzlich für das Gesetz aus. Weltweit erstmals droht der Staat dopenden Sportlern Haftstrafen bis zu drei Jahren an. Hintermänner müssen in besonders schweren Fällen sogar mit bis zu zehn Jahren Haft rechnen. Er habe sich bereits dafür eingesetzt, dass das neue Gesetz im Koalitionsvertrag der Großen Koalition verankert wurde, sagte Prokop. Er sei bei zahlreichen Anhörungen in Berlin dabei gewesen.

Hoffnung auf mehr internationale Sportereignisse

Mit Blick auf die von den Bürgern abgelehnte Bewerbung Hamburgs um die Olympischen Spiele 2024 meinte Prokop, das Gesetz werde zumindest indirekt dazu führen, dass die Bürger wieder verstärkt akzeptieren, wenn der Staat für die Austragung internationaler Sportereignisse in Deutschland Geld ausgibt.

Sein Engagement gegen Doping bezahlte Prokop letztlich damit, dass er bei der jüngsten Tagung des Welt-Leichtathletikverbandes IAAF in Peking nicht ins engere Führungsgremium gewählt wurde. Damit ist Deutschland erstmals nicht im IAAF-Council vertreten.


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