21

Brutaler Überfall in Pressath Angeklagter Amerikaner schweigt vor Gericht

Vor dem Landgericht Weiden muss sich ein 29-jähriger US-Amerikaner verantworten. Der ehemalige Soldat soll versucht haben, in Pressath (Lkr. Neustadt an der Waldnaab) eine 25-jährige Frau zu ermorden. Zum Prozessauftakt am Donnerstag schwieg der Angeklagte.

Stand: 05.01.2016

Angeklagter (l) mit Verteidiger Tobias Konze | Bild: BR/Martin Gruber

Beim Verlesen der Anklageschrift bekamen die Prozessbeteiligten und die Zuschauer im Gerichtssaal die grausamen und brutalen Details der Tat zu hören.

Demnach sei der mutmaßliche Täter am frühen Morgen des 23. Mai 2015 auf Diebestour gewesen. Dabei brach er in ein Wohn- und Geschäftshaus in Pressath ein, trat die Tür der Wohnung der 25-Jährigen ein und suchte nach Bargeld. Nachdem die Frau aufwachte und den Eindringling im Flur stellte, stach der Angeklagte mit einem großen Fleischermesser auf die Frau ein, vornehmlich in den Oberkörper und in den Kopf.

Nach Bluttat versuchte Vergewaltigung

Als das stark blutende Opfer am Boden lag, versuchte der Einbrecher es zu vergewaltigen. Als das misslang, wollte er der Frau die Kehle durchschneiden. Die 25-Jährige konnte den Angriff mit allerletzter Kraft abwehren. Der Angeklagte flüchtete, wurde aber zwei Tage später festgenommen. Die Frau, auf die insgesamt 26 Mal eingestochen worden war, überlebte den Überfall nach einer Notoperation nur knapp.

Angeklagter schweigt

Die Anklage lautet auf versuchten Mord in Tateinheit mit schwerer versuchter Vergewaltigung. Der Angeklagte, verheiratet und Vater von zwei Kindern, machte zu Prozessbeginn lediglich Angaben zur Person. Zur Tat äußerte er sich nicht.

"Ich habe ihm geraten, nicht auszusagen. Wir warten ab, wie sich die Hauptverhandlung entwickelt, dann kann man immer noch eine Kehrtwende machen."

Verteidiger Tobias Konze

Opfer-Aussage erwartet

Das Opfer tritt als Nebenklägerin auf. Wie Anwalt Heiko Übler dem BR bestätigte, wird sie voraussichtlich am Dienstag (12.01.15) aussagen.

"Sie hat den Überfall überraschend gut überstanden. Psychisch hat sie allerdings noch einige Probleme. Weil sie mit dem Thema abschließen will, möchte sie nur selten an der Verhandlung teilnehmen. Ihre Aussage wird sie aber öffentlich machen."

Heiko Übler, Anwalt des Opfers

Bis zum geplanten Urteil am 27. Januar sind weitere sieben Verhandlungstage angesetzt. Über 50 Zeugen werden aussagen, dazu sechs Sachverständige.


21