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Kriminalstatistik Ostbayern Sicher, aber steigende Zahlen

Die Polizeipräsidien von Niederbayern und der Oberpfalz haben heute ihre Kriminalstatistiken vorgestellt. Positiv: Die Oberpfalz ist eine der sichersten Regionen in Bayern. In Niederbayern macht sich die Flüchtlingswelle deutlich bemerkbar.

Stand: 24.03.2016

Silhouette eines Einbrechers und bayerischer Polizeistern | Bild: colourbox.com; BR; Montage: BR

Die Zahl der Straftaten in der Oberpfalz ist um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Dieser, auf den ersten Blick besorgniserregende, Anstieg lässt sich jedoch erklären, erläuterte Polizeipräsident Gerold Mahlmeister in Regensburg: "Er ist ausschließlich auf die Anzeigenerstattung wegen aufenthaltsrechtlicher Verstöße in Zusammenhang mit der Flüchtlingswelle zurückzuführen."

Ohne die aufenthaltsrechtlichen Verstöße wäre die Kriminalität in der Oberpfalz auf dem niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre. Die Flüchtlingskrise ist auch bei der Oberpfälzer Polizei ein beherrschendes Thema.

"Wir sind hier deutlich stärker belastet, wir haben vierfach mehr Einsätze auch im Zusammenhang mit den Flüchtlingsunterkünften und das ist sicherlich für die Kollegen nicht einfach."

Georg Mahlmeister, Polizeipräsident

In der gesamten Oberpfalz müssten die Beamten 560 Objekte, in denen bis zu 13.000 Migranten untergebracht sind, schützen, so Mahlmeister.

Probleme auch bei Drogen und Einbrüchen

Besorgniserregend sei zudem die Entwicklung bei den Drogentoten. 30 Menschen starben - ein Viertel mehr als im Jahr 2014. Die Wohnungseinbrüche sind auf dem höchsten Stand der letzten zehn Jahre mit 561 Fällen. Im Vergleich der bayerischen Präsidien weist Oberpfalz jedoch nach Schwaben und Oberfranken die niedrigsten Fallzahlen auf.

Niederbayern: Steigerung um 142 Prozent

Die Entwicklung der Gesamtkriminalität in Niederbayern schockiert auf den ersten Blick: Knapp 124.000 Fälle wurden gemeldet, das entspricht einem Anstieg um 142 Prozent. Der Grund ist aber, wie auch in der Oberpfalz, die hohe Zahl von Verstößen gegen das Aufenthalts-, Asylverfahrens- oder Freizügigkeitsgesetz im Rahmen der Flüchtlingswelle. Rechnet man diese heraus, ergibt sich ein Rückgang um 2,1 Prozent.

Deutlich mehr Sexualdelikte

Einen leichten Zuwachs registrierte die Polizei in Niederbayern bei der Gewaltkriminalität, einen deutlich höheren bei den Sexualdelikten: 623 Fälle bedeuteten ein Plus von 123 Fällen oder 24,2 Prozent. Im Rahmen dieser Delikte stach laut Statistik 2015 vor allem eine Zunahme von Missbrauchsfällen bei Kindern hervor, insbesondere unter Verwendung von Smartphones und Internet. Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang Kinder und Jugendliche davor, erotische oder anzügliche Selfie-Bilder von sich zu machen und diese an Dritte weiterzugeben.

Mehr Flüchtlinge, mehr Straftaten

Bei der Kriminalität durch Zuwanderer schlägt in Niederbayern statistisch die höhere Zahl von Flüchtlingen und Asylbewerbern durch, die im Rahmen ihrer Flucht im Regierungsbezirk aufgenommen wurden. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Tatverdächtigen stieg von 2,7 Prozent auf 6,4 Prozent. Außerdem wurden aus den Reihen dieser Gruppe 135,3 Prozent mehr Straftaten begangen. Den größten Anteil hatten dabei Körperverletzungsdelikte, oft innerhalb der Unterkünfte, gefolgt von Ladendiebstählen.


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