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Geplantes Flüchtlingsheim Kirche hält trotz Protest an Unterkunft fest

Trotz des Protests von Anwohnern hält die evangelische Kirche an ihren Plänen fest, eine Flüchtlingsunterkunft in Alteglofsheim (Lkr. Regensburg) zu bauen. Der Regensburger Regionalbischof Hans-Martin Weiss betonte, dass solche Häuser auch zur Willkommenskultur gehörten.

Stand: 25.01.2016

Regionalbischof Hans-Martin Weiß | Bild: ELKB-Rost

"Wir wollen das Projekt mit großer Verantwortung und im christlichen Sinne gegenüber den Flüchtlingen und Dorfbewohnern führen", sagte Weiss am Montag (25.01.16) dem Evangelischen Pressedienst. Einzelheiten zum Projekt werde die Kirche als Bauherr zusammen mit der zuständigen Regierung der Oberpfalz an diesem Donnerstag bei einer Bürgerversammlung im Rathaus diskutieren.

Unterschriftenaktion gestartet

Der örtliche CSU-Parteivorsitzende Wolfgang Voigt

Gegen die geplante Gemeinschaftsunterkunft mit 150 vorgesehenen Plätzen hatte in den vergangenen Tagen der CSU-Ortsverband eine Unterschriftenaktion gestartet. Außerdem forderte der örtliche CSU-Parteivorsitzende Wolfgang Voigt den bayerischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm in einem Protestbrief auf, die Einrichtung in der angedachten Form nicht zu bauen, wie ein Sprecher der Landeskirche bestätigte.

Sozialer Brennpunkt erwartet

Bayerischer Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

Auch der Regionalbischof erhielt ein solches Schreiben. In den Schreiben an Bedford-Strohm und Weiss befürchtet der örtliche CSU-Parteichef, dass die Unterkunft wegen ihrer Größe und ihres Standortes am Ortsrand zu einer Ghettobildung führen könnte. So könnte in dem Dorf mit rund 3.200 Einwohnern ein sozialer Brennpunkt entstehen. "150 bis 200 Flüchtlinge sind zu viel für unser Dorf", weil dies mehr als fünf Prozent der Bevölkerung Alteglofsheims seien. Ferner könnten Flüchtlinge, die zwischen drei und acht Monaten in der Einrichtung verbleiben sollen, nicht ins Dorfleben integriert werden.

Weiss singnalisierte aber auch, dass noch "Beweglichkeit" vorhanden sei, so Voigt. Man könne zum Beispiel bezüglich des Standorts oder der Belegungszahl noch weiter diskutieren.

Regierungspräsident dankt Kirchen und Helfern

Axel Bartelt, Regierungspräsident der Oberpfalz

Der Regierungspräsident der Oberpfalz, Axel Bartelt, hat sich zu den Flüchtlingsunterkünften geäußert, die im Landkreis Regensburg entstehen sollen. Bartelt zeigte sich in einer Mitteilung "dankbar" - insbesondere, weil es nach seinen Worten derartige Einrichtungen im Landkreis noch nicht gibt und derzeit rund 1.600 Asylbewerber dezentral untergebracht sind. Zugleich äußerte der Regierungspräsident aber auch Verständnis für Ängste und Bedenken von Anwohnern. Er wies jedoch darauf hin, dass in Gemeinden, in denen bereits Unterkünfte stehen, bislang überwiegend positive Erfahrungen gemacht worden seien. In diesem Zusammenhang dankte Bartelt ausdrücklich den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern in der Oberpfalz für ihr großes Engagement.

Flüchtlingsunterkunft in Alteglofsheim

Die Idee für das Projekt kam von einem privaten Unternehmer, der das Grundstück zur Verfügung stellen und den Bau der Einrichtung finanzieren will. Die evangelische Kirche soll Bauherr sein, die Regierung der Oberpfalz will die Unterkunft anmieten.


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