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Nach EM-Erfolg Handball-Boom in Regensburg?

Deutschland feiert seine Handball-Europameister. Die Sportart erfährt derzeit so viel Aufmerksamkeit, wie seit dem WM-Erfolg 2007 nicht mehr. Eine Chance, aus dem Schatten des übermächtigen König Fußball herauszutreten?

Von: Michael Buchner

Stand: 03.02.2016

Rund 20 Handballerinnen sind beim Training des ESV 1927 in Regensburg voll konzentriert dabei und heiß drauf, zu spielen. Seit der gewonnenen Europameisterschaft schweben alle ein bisschen auf Wolke sieben. Dagmar Bertuccini, die Trainerin der weiblichen A-Jugend, ist der Meinung, dass der EM-Erfolg der Männer auch in Regensburg spürbar sein wird.

Die Trainer Dagmar Bertuccini und Thomas Kollmer

"Es war ja wirklich eine unglaubliche Leistung unserer Jungs, und die Spiele haben ja auch wahnsinnig viele Jugendliche im Fernsehen verfolgt. Ich denke, dass die Euphorie so groß ist, dass wir mit Zuwachs rechnen können."

Dagmar Bertuccini, die Trainerin der weiblichen A-Jugend

Schon 2007 gab es einen Boom

Den Hype dieser Europameisterschaft mitnehmen Geklappt hat das schon einmal. Nach der gewonnenen Weltmeisterschaft 2007. Die Mini-Mannschaften waren damals randvoll, erinnert sich Thomas Kollmer, Trainer der weiblichen B-Jugend. Das war auch die Zeit, als sich Franziska Peter beim ESV 1927 gemeldet hat.

"Ich habe 2007 die Weltmeisterschaft der Herren gesehen. Das war so ein super Turnier, danach habe ich mir gedacht, das muss ich jetzt auch mal ausprobieren."

Franziska Peter, Jugend-Nationalspielerin

"Handball ist so geil"

Bei "mal ausprobieren" ist es nicht geblieben. Die 17-Jährige ist heute Jugend-Nationalspielerin und liebt den Sport.

"Ich finde Handball so geil, weil es halt ein Mannschaftssport ist, jeder kämpft für jeden und jeder muss sich den Arsch aufreißen. Da wächst man richtig zusammen. Handball ist der beste Sport der Welt."

Franziska Peter, Jugend-Nationalspielerin

Durch das Training und die gemeinsamen Spiele entwickeln sich auch Freundschaften, sagt Peter. In der Freizeit gehe man sogar gemeinsam feiern.

Viele Sponsoren gibt es nicht

Dieter Müller, Abteilungsleiter

Abteilungsleiter Dieter Müller wünscht sich, dass viel mehr Kinder ähnliche Erfahrungen wie Franziska Peter und ihre Mitspielerinnen sammeln. Er hofft, dass Handball ein fester Bestandteil in den Schulen wird. Ein Problem könnte sich auch durch den Erfolg der EM-Handballer lösen, hofft er: Es gibt bisher zu wenig Sponsoren. "Nur ein echter Liebhaber sponsert auch mal eine Handballmannschaft", sagt Müller.


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