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Sprengkörper in Hainsacker Keine akute Gefahr für Menschen

Ende September hatte die Meldung für Aufsehen gesorgt: Auf dem Gelände eines ehemaligen Sprengplatzes bei Hainsacker (Lkr. Regensburg) herrsche Explosionsgefahr. Knapp vier Monate später gibt es eine erste Entwarnung seitens der Behörden.

Stand: 19.01.2016

Kriegsmunition belastet Böden bei Hainsacker (Symbolbild) | Bild: picture-alliance/dpa

Der Leiter der Lappersdorfer Bauverwaltung, Christian Cesarz, bestätigte dem BR einen Bericht, wonach eine Vorabversion eines Gutachtens vorliegt, das der Markt Lappersdorf im September in Auftrag gegeben hatte. Das Ergebnis: Aktuell gehe von dem ehemaligen Sprengplatz bei Hainsacker, einem Ortsteil von Lappersdorf, keine akute Gefahr für Spaziergänger, Pilzsammler oder Mountainbiker aus.

Anders sieht es laut Cesarz bei Bodeneingriffen mit Großgerät vor. In diesem Fall werde empfohlen, den Untergrund erst genauer untersuchen zu lassen. Das gelte auch schon für Pflanzungen, bei denen Geräte zum Einsatz kommen.

Experte warnte vor überraschenden Explosionen

Die Forstverwaltung hatte das Gelände im Herbst 2015 für ihre Mitarbeiter gesperrt, Spaziergänger wurden davor gewarnt, in dem Bereich Gegenstände auszugraben oder in die Hand zu nehmen. Auslöser war ein Experte für Kampfmittelbeseitigung, der davon ausging, dass aufgrund von Zersetzungsprozessen noch im Boden liegende Sprengkörper schon bei geringen Einwirkungen von außen explodieren könnten.

Weitere Untersuchungen nötig

Im Februar soll sich der Marktrat mit dem Gutachten befassen. Dessen Verfasser schlägt dem Vernehmen nach vor, weitere Testfelder mit einer Fläche von zum Beispiel rund 500 Quadratmetern zu untersuchen, um eine noch bessere Datenlage für das weitere Vorgehen zu bekommen.

Boden und Wasser schadstoffbelastet

Auf dem Gelände bei Hainsacker wurden nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs von den Alliierten einige zehntausend Tonnen Munition zerlegt oder gesprengt. Die Folge: Der Boden und das Grundwasser in dem Gebiet sind heute noch mit Schadstoffen belastet. Im Fall einer Sanierung müssten allein über 60.000 Tonnen Erdreich ausgetauscht werden. Die Kosten dürften in die Millionen gehen.


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