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Nach Bürgerbefragung Großteil der Regensburger sind für ein Kultur- und Kongresszentrum

Nach einer Bürgerbefragung haben etwa zwei Drittel der Befragten für ein Kultur- und Kongresszentrum in der Nähe des Bahnhofs gestimmt. Der Fragebogen war im Vorfeld von Umweltverbänden und der Denkmalschutz-Szene stark kritisiert worden.

Von: Michael Buchner

Stand: 14.02.2018

"Bürgerbefragung" der Regensburger Zeitschrift Touristifikation | Bild: Touristifikation

Rund zwei Drittel der Befragten aus Regensburg sind dafür, dass ein Kultur- und Kongresszentrum in Bahnhofsnähe gebaut wird. Das ist das Ergebnis einer Bürgerbefragung, die heute im Regensburger Rathaus vorgestellt wurde.

30 Prozent Rücklauf

An der Befragung haben 30 Prozent aller Regensburger teilgenommen. Die Auswertung der Fragebögen zeigt, dass 84 Prozent den Bau eines neuen Zentralen Omnisbusbahnhofes zwischen dem Hauptbahnhof und der Galgenbergbrücke für "sehr wichtig beziehungsweise wichtig" erachten. Die Verbesserungen für den Bus-, Fuß- und Radverkehr und die damit verbundenen Einschränkungen für Autofahrer halten 73 Prozent der Befragten für "sehr wichtig beziehungsweise wichtig". 67 Prozent der Regensburger sind für den Bau eines neuen Kultur- und Kongresszentrums und für drei Viertel der Befragten ist es wichtig, dass der "Stadteingang" neu gestaltet wird.

Bürgermeisterin ist zufrieden

Planungs- und Baureferentin Christine Schimpfermann freut sich, dass die erarbeiteten Ideen auf große Zustimmung stoßen. Die Ergebnisse der Bürgerbefragung seien das Fundament für weitere Planungen für die Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes.

Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer zeigte sich sehr zufrieden mit der Beteiligung:

"Dass so viele die Möglichkeit genutzt haben, ihre Meinung zu äußern, um damit der Stadt eine Richtung aufzuzeigen, ist bemerkenswert. Das ist für eine freiwillige Form der Bürgerbeteiligung eine sehr beachtliche Beteiligung und zeigt, dass die Regensburgerinnen und Regensburger ein Interesse haben, sich bei den Entwicklungen in ihrer Stadt einzubringen."

Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Bürgermeisterin von Regensburg

Kritik an Fragebogen

Der Fragebogen war im Vorfeld von Umweltverbänden und der Denkmalschutz-Szene stark kritisiert worden. Bürger seien nur zu Details befragt worden, eine wirkliche Wahl habe nicht bestanden.


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Kommentare

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Regensbürgerin, Freitag, 16.Februar, 22:26 Uhr

4. BR = bitte richtigstellen!

Wie schon der Kommentator Dieter Lohr schreibt, war es in dem Fragebogen gar nicht möglich, "für" oder "gegen" ein RKK zu stimmen. Gefragt war lediglich nach den Nutzungsmöglichkeiten für das RKK (dessen Errichtung hier schon als gegeben vorausgesetzt wurde).

Ich würde mir wünschen, dass der BR sich hier noch einmal genau informiert und den obigen Artikel in diesem Punkt richtigstellt.

Dieter Lohr, Freitag, 16.Februar, 11:21 Uhr

3. Kultur- und Kongresszentrum oder Kultur- und Kongresszentrum?

Das RKK ist längst beschlossene Sache, jetzt schmuggelt man sich nachträglich eine angebliche Legitimierung der Regensburger Bevölkerung ein. Die entsprechende Frage im Fragebogen lautete: „Finden Sie es wichtig, dass die Stadt öffentliche Angebote für die Regensburgerinnen und Regensburger bei den Planungen zum RKK berücksichtigt?“ Wonach da konkret gefragt wurde, ist in dieser Schwammfrage nicht ganz klar. Allerdings lautete die Frage – aus gutem Grund – nicht: „Wollen Sie ein RKK?“ oder „Wie wichtig finden Sie ein RKK?“
Dass das jetzt so hingestellt wird, als hätten sich die Regensburger mehrheitlich für ein RKK ausgesprochen, ist schlichtweg billig. Man hatte es zwar kommen sehen, aber weniger billig wird's dadurch auch nicht.

Maximilian Brandl, Donnerstag, 15.Februar, 08:31 Uhr

2. Journalismus?

Großteil der Regensburger für ein Kultur- und Kongresszentrum?
Hat sich die BR-Redaktion vorher informiert was Bestandteil und Inhalt dieser "Befragung" war?
Die Beteiligung für diesen Wischi-Waschi Fragebogen lag nur bei 30 Prozent (Zahl von Stadtverwaltung Haha ). Wie kommt die Redaktion auf ein Großteil der Regensburger?
Zu dieser "Befragung" waren alle eingeladen, die in der Stadt ab 16 Jahren irgendwie greifbar waren. (Studenten, Heimbewohner, etc.). Also nicht wie bei normalen Wahlen, nur Wahlberechtigte einer Kommune. Wie zu hören war, wurden ganze Regensburger Schulklassen auf dieses Ergebnis hingetrimmt. Klar, die Lehrerschaft ist die letzte Bastion der SPD-Stammwähler in Bayern.

Würden die Regensburger tatsächlich gefragt, wäre die überwältigende Mehrheit gegen ein RKK. Aber mehr Demokratie wagen, ist mit Willy Brandt zu Grabe getragen worden und echte Bürgerbeteiligung in unserem Land nicht erwünscht. Motto: Geht alle paar Jahre wählen und haltet dann bitte die Fresse.

Befragter Regensburger, Mittwoch, 14.Februar, 18:44 Uhr

1. Bürgerbefragung

Wer den Fragebogen aufmerksam gelesen hat, musste feststellen, dass es genau zwei Alternativen gab :

Entweder : Ich stimme den Vorschlägen der Stadt Regensburg zu
Oder : Ich bin für den Bau eines Zentralen Omnisbusbahnhofs, Verbesserung für Bus-, Fuß- und Radverkehr, und für den Bau eines Kultur- und Kongresszentrums

Es ist bewundernswert, dass sich 30% der Regensburger dieser äusserst schwierigen Frage mutig gestellt haben.

Wenn dann effektiv 20% der Regensburger für den Bau eines Kultur- und Kongresszentrums gestimmt haben,
stellt das wohl für unsere Stadtverwaltung den eindeutigen Auftrag dar, ein weiteres Millionengrab zu eröffnen.