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Amberg Größter illegaler Transport: Tiere müssen jetzt verteilt werden

Auf der A6 bei Amberg ist am Sonntagabend der größte illegale Tiertransport Deutschlands aufgegriffen worden. Jetzt müssen etwa 7.000 Tiere verteilt werden, zum Teil auch außerhalb von Bayern.

Von: Marcel Kehrer, Margit Ringer

Stand: 16.10.2017

Die beschlagnahmten Tiere wurden in das Tierheim in Amberg gebracht. | Bild: NEWS5/Fricke

Der illegale Tiertransport wurde gestern auf einem Autobahnparkplatz bei Amberg aufgehalten. Der Deutsche Tierschutzbund geht von 7.000 Tieren aus, möglicherweise sind es aber sogar mehr, so Andreas Brucker vom Landesverband Bayern. Denn die Kleintiere waren in Boxen gepfercht und konnten noch nicht genau gezählt werden. Es handelt sich um Ratten, Mäuse, Kaninchen, Meerschweine, Heuschrecken und Kakerlaken, aber auch streng geschützte Arten sind dabei, wie vier Chamäleons oder 75 Axolotl (mexikanische Schwanzlurche).

Tiere ohne Futter, Wasser und genügend Platz

So wurden die Tiere transportiert.

Der Tierschutzbund spricht vom größten illegalen Tiertransport, der jemals in Deutschland aufgegriffen wurde. In dem Kastenwagen hätten die Tiere weder Futter noch Wasser und viel zu wenig Platz gehabt. Etliche Tiere seien bereits tot gewesen. Viele erst wenige Tage alte Tiere hätten noch gesäugt werden müssen. Ziel der Reise sollte Belgien sein, dort sollten die Tiere als Lebendfutter in Zoos verfüttert werden.

Platzsuche schwierig

Der Deutsche Tierschutzbund Bayern kümmert sich seit Sonntagabend um die Verteilung der Tiere, unter anderem in zehn Tierheime in ganz Bayern. Momentan sucht der Tierschutzbund auch in Baden-Württemberg und Hessen nach Tierheimen, in denen Ratten und Mäuse unterkommen können. Denn speziell Ratten brauchen ein eigenes Zimmer in den Tierheimen, ausbruchsichere Volieren, die nicht aus Holz sind und müssen streng von den anderen Tieren getrennt werden. Viele kleinere Tierheime in Bayern haben zudem keine Räume oder Gebäude für Klein- und Kleinsttiere und sind derzeit sehr stark mit Hunden und Katzen belegt.

Axolotl

Der Transporter war aus Tschechien gekommen, berichtet die Polizei. Schleierfahnder der Verkehrspolizei Amberg kontrollierten ihn am Abend auf der A6 bei Amberg im Rahmen einer Stichpunktkontrolle. Der 26-jährige tschechische Fahrer musste eine Sicherheitsleistung hinterlegen bei der Polizei und wurde wieder auf freien Fuß gesetzt.

Gilt die Tierschutzverordnung?

Nun ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft, für welche Tiere die Tierschutzverordnung und die Tiertransportverordnung gilt. Denn Heuschrecken und Kakerlaken zum Beispiel fallen laut Tierschutzbund nicht darunter. Im Tierheim in Amberg sind derzeit noch Ratten und Mäuse untergebracht. Die Chamäleons waren in Plastikboxen im Fußraum des Kleintransporters, so Brucker. Die Axolotl waren in Styroporboxen und hätten vermutlich die Reise nicht überlebt, da sie kühltemperiertes Wasser mit einem bestimmten Härtegrad zum Überleben brauchen.


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Gudrun Hesse, Donnerstag, 19.Oktober, 11:10 Uhr

27. Unfassbar

Wie kann man nur so grausam sein, mit keinem Lebewesen darf so umgegangen werden.

Kerstin Buko, Mittwoch, 18.Oktober, 17:41 Uhr

26. TIERSHUTZ

(...) KEINES DIESER GESCHÖPFE HAT SO EINE TORTUR VERDIENT; DER MENSCH HINGEGEN SOLLTE EINE HÖCHSTSTRAFE BEKOMMEN, DIE LEIDER MEIST FÜR ALL DIESE BETRÜGER; VERGEWALTIGER, KINDERSCHÄNDER VIEL ZU MILDE SIND (...) Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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Michael, Mittwoch, 18.Oktober, 09:32 Uhr

25. Warum nur

Was sind das für Menschen die Tiere so schrecklich behandeln
Ich hoffe da wo sie jetzt sind sind die ihn gute Hände gekommen

  • Antwort von EUROPASTOLZ, Freitag, 20.Oktober, 14:38 Uhr

    Das sind ganz normale Menschen, Fleischesser, Zoobesucher und Kurierfahrer. Wer solche (Klein-) Tiertransporte sehen will, kann ja mal in Bad Hersfeld einen Umschlagplatz (Kurierunternehmen) für Kleintiere besuchen - ich fürchte allerdings, dort wird man nicht sehr froh darüber sein, Besuch zu bekommen. Dazu kommen noch ein paar Menschen die gerade so wie viele Landwirte die Tiere nur als Mittel zum Zweck des Geldverdienens ansehen. Da ist von "Mitgeschöpfen" usw. keine Rede. Hauptsache die Kasse stimmt. Solche Leute werden in D sogar noch mit dem Bundesverdienstkreuz belohnt. Nur diese "Kleinen" fasst man, weil sie sich zu blöde anstellen. Diejenigen, die massenhaft Tiere zu Fleisch verarbeiten werden wie gesagt als Arbeitsplatzbeschaffer belohnt. Auch und gerade in Bayen.
    Wer will dass sowas aufhört muss seine Ernährung umstellen und sollte keine Zoos mehr besuchen. Das wäre der direkteste und wirksamste Tierschutz überhaupt - und ganz einfach.
    Guten Appetit.

Miranda, Dienstag, 17.Oktober, 09:40 Uhr

24. Paradox!

Es wäre schön, gäbe es endlich einheitliche Standards für den Tierschutz. -
Jedes Tier empfindet Leid und Schmerz ähnlich wie wir. Daran sollte sich Tierschutz orientieren, nicht an menschlichen Befindlichkeiten, ala
Hund, Katze, Meerschwein süß und schützendwert,
Rind und Schwein schmeckt gut und darf nur einen Bruchteil seiner Lebenszeit meist unter Leid erleben. Männliche Küken dürfen getötet werden,
Wolf stört Bauern und Schäfer und wird abgeschossen,
Ratten und Mäuse in der Stadt sind Ungeziefer und dürfen extrem qualvoll und langsam an inneren Blutungen sterben und
sind ansonsten schützenswerte Haustiere.
Hund und Katz sind so tolle Haustiere, dass man für ihre Ernährung andere Tiere tötet, ebenso Schlangen, die man lebend füttert. -
OHNE WORTE!!

eleonore gloania, Dienstag, 17.Oktober, 08:55 Uhr

23. tiertransport

wann hört es auf tiere wie dreck zu behandel.
alle gerichte in europa, müssen ein gesetz heraus bringen, wonach ein tier nicht als ware behandelt wird.
wie ist es möglich, dass der fahrer auf freuen fuss gesetzt wurde. es ist eine schande für deutschland
e. glowania