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Fischzug in Schmidmühlen Mit Frack und Zylinder durch den Ort

Seltsam anmutendes Brauchtum in Schmidmühlen (Lkr. Amberg-Sulzbach): Beim traditionell am Aschermittwoch stattfindenden Fischzug ziehen etwa 60 mit Frack und Zylinder gekleidete Männer von Wirtshaus zu Wirtshaus, um sich dort jede Menge Freibier und Fisch zu gönnen.

Stand: 10.02.2016

Das Ritual ist streng festgelegt: Nur Männer dürfen dabei sein, jedem Teilnehmer wird mit Kreide ein Fisch auf den Rücken gemalt, die Reihenfolge des Zuges ist unumstößlich und jedem Wirtshaus darf sich der Fischzug nur von links nähern. Das stumme Spektakel beginnt um 13 Uhr beim Ochsenwirt.

Brauch ist gut 100 Jahre alt

Die Ursprünge des gut 100 Jahre alten Brauchtums sind nicht genau bekannt. Es gebe keine Aufzeichnungen von den Anfängen, so Bürgermeister Peter Braun (CSU). Sinn und Zweck sei, den Fasching offiziell zu beenden. Deshalb werde auch am Ende des mehrstündigen Spektakels der Geldbeutel symbolisch eingegraben.

Nach der Trauerrede des Zeremonienmeisters beten alle Teilnehmer zusammen eine Litanei. Anschließend begeben sich alle zum Leichtrunk ins Bräustüberl.

Kein Unesco-Kulturerbe

Peter Braun hatte im vergangenen Jahr versucht, den Fischzug von Schmidmühlen auf die Liste der Unesco-Kulturerbe setzen zu lassen. Allerdings bekam die Gemeinde eine Absage.

"Europa und die Welt brauchen wohl noch eine Weile, um unsere Kultur zu verstehen."

Bürgermeister Peter Braun

Rückblick auf 2015


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