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Regensburg Feuerwehr in der Kirche: Mesner verhinderte Schlimmeres

In der Kirche St. Albertus Magnus in Regensburg hat gestern das Dach gebrannt. Grund war wohl ein Defekt in der Deckenbeleuchtung. Dass außer einem Sachschaden nichts passiert ist, liegt an äußerst kreativer Feuerwehrarbeit - und einem aufmerksamen Mesner.

Von: Markus Ehrlich

Stand: 02.01.2018

Feuerwehr löscht Brand der Kirche St. Albertus Magnus in Regensburg | Bild: NEWS5/Auer

Wer heute das Portal der Regensburger St. Albertus Magnus-Kirche betritt, bemerkt kaum, dass hier gestern 55 Feuerwehrleute stundenlang gegen den Schmorbrand am Dach des Gotteshauses gekämpft haben. Nur ein kleines Loch in der Decke und der beißende Geruch von kaltem Rauch erinnern noch an das, was hier gestern passiert ist. Der Pfarrer von St. Albertus Magnus, Sigmund Humbs, weiß, dass die Gemeinde im Osten Regensburgs großes Glück hatte.

"Als Pfarrer darf man nicht sagen Glück. Es sind auch Schutzengel. Ich glaube fest an Schutzengel und denke, dass uns der schon geholfen hat."

Pfarrer Sigmund Humbs

Mesner bemerkte Brand zuerst

Dass alles so glimpflich abgelaufen ist und niemand verletzt wurde, liegt vor allem am beherzten Eingreifen von Josef Manfred Heigl - dem Mesner der Gemeinde. Er hat den Brand bemerkt und die Personen aus der Kirche befördert.

"Ich bin da sehr herrisch nach vorn und hab geschrien: 'Raus, sofort raus!' und dann haben wir die Feuerwehr verständigt. Ich bin dann nochmal rein, hab die Türen alle aufgesperrt, bin dann raus und da ist schon das Feuerwehrauto um die Kurve gekommen."

Josef Manfred Heigl, Mesner

Feuerwehr mit Millimeterarbeit

Besonders spektakulär: Die Feuerwehr beförderte ein Einsatzfahrzeug mit Drehleiter in das Innere der Kirche. Millimeterarbeit. Die Idee dazu hatte Johannes Buchhauser, Einsatzleiter der Regensburger Berufsfeuerwehr.

"Dem Augenmaß nach funktionierte es. Wir hatten einen sehr erfahrenen Fahrzeugführer, der hatte links und rechts nur zwei, drei Zentimeter Platz. Er hat dann die Spiegel einklappen müssen und ist natürlich auch von Kollegen geleitet und gelotst worden. Aber letztendlich kommt es natürlich auf das Gefühl des Fahrers an und der hat das wirklich gut gemacht."

Johannes Buchhauser, Berufsfeuerwehr Regensburg

Nach gut drei Stunden war das Feuer unter Kontrolle. Glück im Unglück also für Pfarrer Humbs und seine Gemeinde. Das Dach und die Elektrik in der Kirche müssen zwar erneuert werden, Messen fallen aber nur heute und morgen aus - ab Freitag soll es in der Kirche wieder Gottesdienste geben, mit den Heiligen Drei Königen. Pfarrer Humbs freut sich darauf, dass dann statt Brandgeruch wieder der Duft des Weihrauches durch die Kirche weht.


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Wolfgang, Dienstag, 02.Januar, 22:57 Uhr

1. Hier hatte es gut geklappt, prima, aber.....

Feuerwehrler inkl. der kommandanten, Einsatzführer, Maschinisten usw. sind alle hervorrgend ausgebildet und bereit hohe Risiken und Verantwortung zu tragen.

Deshalb möge niemand wenn es mal nicht so perfekt klappt mit Schadenersatzforderungen oder gar dem Strafgesetzbuch ankommen.

Unter Einsatzbedingungen samt der hohen Dringlichkeit können nach besten Wissen und Gewissen Fehlentscheidungen fallen. Bitte Bürger dann ist das ebenso und zu akzeptieren.