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Regensburger Forscher Leben auf dem Mars? Wieso nicht!

Gibt es Leben auf dem Mars? Die Exomars-Mission soll helfen, Antworten auf diese Frage zu finden. Am Mittwoch landete ein Forschungsmodul auf dem Planeten. Regensburger Forscher sind schon jetzt überzeugt: Leben auf dem Mars ist möglich.

Von: Uli Scherr

Stand: 19.10.2016

 Die von der European Space Agency esa veröffentliche Illustration zeigt die Raumsonde ExoMars mit dem Trace Gas Orbiter (TGO) (Vordergrund) und dem Schiaparelli "Entry, Descent and Landing Demonstrator" (EDL) | Bild: pa/dpa/ESA

Gegen 16.45 Uhr war es soweit. Schiaparelli, so heißt das kleine, 600 Kilogramm schwere Landegerät, trat in die Atmosphäre des roten Planeten ein. Das Modul ist Teil der europäisch-russischen Exomars-Mission, die nach Spuren von Leben auf dem Mars suchen soll.

So soll Schiaparelli auf dem Mars landen.

Auch Forscher aus Regensburg verfolgten die Landung mit Spannung. Mikrobiologe Harald Huber und sein Team von der Universität Regensburg sind zwar nicht Teil der Exomars-Mission, doch ihre Forschungen haben ergeben, dass Leben auf dem Mars durchaus möglich ist.

Regensburger Forscher züchten Bakterien

Harald Huber, Mikrobiologe an der Universität Regensburg | Bild: Universität Regensburg

"Es gibt sehr glaubwürdige Hinweise, dass es im Inneren des Mars durchaus noch Wasservorkommen geben könnte. Und da ist dann die Frage: Hat sich dorthin Leben zurückgezogen, überlebt über Jahrmillionen - und kann man das heute noch detektieren?"

Harald Huber, Mikrobiologe an der Uni Regensburg

Die Regensburger Mikrobiologen züchten in ihren Tanks auf der Erde seit Jahrzehnten Bakterienstämme, die sich durch ganz besondere Widerstandskraft auszeichnen.

"Wir gewinnen unsere Bakterien zum Beispiel aus Vulkangebieten, wo es sehr heiß ist. Im Prinzip überleben die hier auf der Erde kochende Schwefelsäure. Und die haben Reparaturmechanismen, um Schäden, die etwa durch Strahlung entstehen, reparieren zu können."

Harald Huber, Mikrobiologe an der Uni Regensburg

Wie kam das Leben auf die Erde?

Solche Überlebenskünstler, die Hitze, Strahlung, Vakuum und Trockenheit aushalten, wären laut Huber eben auch in der Lage, auf fremden Planeten zu siedeln oder einen Raumflug dorthin zu überstehen.

Diese neuen Erkenntnisse über Mikroorganismen führen dann aber noch zu ganz anderen Fragen: Woher kommen denn wir eigentlich? Und wie kam das Leben auf die Erde?

"Es gibt die durchaus nicht so weit hergeholte Theorie, dass das Leben gar nicht auf unserer Erde entstanden ist, sondern dass die Erde ‚beimpft‘ wurde von Asteroiden, die im Weltraum rumfliegen. Das würde bedeuten, dass die Vorfahren aller Lebensformen möglicherweise auf beiden Planeten gelandet sind."

Harald Huber, Mikrobiologe an der Uni Regensburg

Dürfen Regensburger Bakterien ins All?

Mikrobiologe Huber und seine Kollegen hoffen, dass sie bei einem der nächsten Flüge zur Internationalen Raumstation ISS einige der von ihnen gezüchteten Bakterienstämme mit ins All schicken dürfen. Die Aliens aus den Regensburger Labors wären dann der praktische Beweis, dass extraterrestrisches Leben möglich ist.

Livestream

  • Uli Scherr | Bild: Timo Lauber Uli Scherr

    Uli Scherr ist Mitarbeiter im Regionalstudio Ostbayern in Regensburg


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