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Regensburger Christkindlmarkt 2016 Glühwein- und Würstlbuden statt Kunsthandwerk

Weniger Kunsthandwerk, mehr Imbiss- und Glühweinbuden: So sehen es die neuen Zulassungsbedingungen für den Regensburger Christkindlmarkt vor, die der Stadtrat verabschiedet hat. Der Marktanteil von Kunsthandwerk sinkt von bisher 50 auf 40 Prozent.

Stand: 27.01.2016

Eröffnung des Regensburger Christkindlmarktes am Montag (23.11.15) | Bild: BR/Andreas Wenleder

Die Verwaltung begründet den Schritt mit dem veränderten Markt- und Kaufverhalten. Es werde immer schwieriger, Marktbeschicker mit hochwertigem Kunsthandwerk zu gewinnen, so Rechtsreferent Wolfgang Schörnig.

"Das machen wir deswegen, weil wir keine Massenware wollen. Gleichzeitig reisen die Original-Kunsthandwerker immer weniger. Wenn wir Qualität haben wollen, können wir die Quote mit 50 Prozent nicht halten."

Wolfgang Schörnig, Rechtsrefernt

Der Bio-Aspekt soll bei der Auswahl von Glühwein- und Imbissständen künftig mit berücksichtigt werden.

Schoko-Döner am Christkindlmarkt

Die Süßwaren laufen beim nächsten Christkindlmarkt als eine eigenständige Angebotsgruppe, da es in diesem Bereich neue Bewerbungen gebe, beispielsweise für Schoko-Döner. Wirklich bemerken sollen die Besucher des Regensburger Christkindlmarktes die neuen Quoten nicht. Es werde im kommenden Dezember maximal einen Glühweinstand mehr geben als bisher, verspricht Schörnig.

Mehr Weihnachtsmärkte, weniger Handwerker

Auch Thomas Ruhfass von der Regensburger Stadtmaus bestätigt, dass es immer schwieriger wird, geeignete Aussteller zu gewinnen. Das Touristik-Unternehmen organisiert jedes Jahr in einem großen Biergarten einen privaten Weihnachtsmarkt.

"Es wird schwieriger, weil die Zahl der Weihnachtsmärkte steigt. Es ist schwieriger für Kunsthandwerker ihre Produkte auf den Märkten abzusetzen. Viele kaufen ihre Sachen auch im Netz oder in Möbelhäusern, das ist durchaus Konkurrenz."

Thomas Ruhfass, Stadtmaus

Regensburg im ostbayerischen Vergleich

Im Vergleich mit anderen Städte in Ostbayern steht Regensburg mit seiner Quote an Kunsthandwerkern gar nicht schlecht da. Straubing verlangt ein Verhältnis von 60 zu 40 bei Gastronomie und Warenverkauf, wobei darunter auch Haushaltswaren und Textilien fallen. In Deggendorf zahlt man sogar zwei Holzschnitzern eine Antrittsgage, damit dort überhaupt ein Kunsthandwerk stattfindet.


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