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Chinesenfasching in Dietfurt Narren feiern neuen Kaiser

Ein wildes Faschingsfest mit fernöstlichem Flair wird traditionell am Unsinnigen Donnerstag in Dietfurt (Lkr. Neumarkt) gefeiert. Zum Chinesenfasching kamen Zehntausende Besucher. Das besondere in diesem Jahr: Es beginnt die Regentschaft des neuen Kaisers.

Stand: 04.02.2016

Tausende Narren haben am Unsinnigen Donnerstag in Dietfurt Chinesenfasching gefeiert. Um Punkt 14.01 Uhr, oder - wie es die Narren dort sagen - um 13.61 Uhr, startete der bunte Zug mit 50 Wagen und sieben Musikkapellen unter dem Motto: "Fu-Gao-Di, der Sonnensohn, regiert ab jetzt vom Kaiserthron!".

Kaiser dankte nach 15 Jahren ab

Die Veranstalter erwarteten etwa 15.000 Zuschauer. "Es ist nasskalt, aber unter den Chinesenhüten friert man nicht", sagte Pia Pritschet von der Tourismus-Information. Die Dietfurter haben statt eines Faschingsprinzen einen Kaiser und der Gruß lautet "Kille Wau". Nach 15 Jahren im Drachenwagen hatte im Vorjahr "Ko-Houang-Di" abgedankt.

Die kaiserliche Ehre bleibt aber in der Familie. Denn der neue Kaiser "Fu-Gao-Di", der eigentlich Manfred Koller heißt, ist der Bruder des langjährigen Kaisers "Ko-Houang-Di", der im echten Leben auf den Namen Fritz hört.

Der neue Chinesenkaiser Fu-Gao-Di (rechts)

Das feierliche Zeremoniell der Kaiserkrönung begann um 15.30 Uhr vor dem Dietfurter Rathaus - unmittelbar nach dem großen Faschingszug. "Fu-Gao-Di" präsentierte sich bei dem Zug in seinem prächtigen Drachenwagen und lies sich mit einem lauten "Kille Wau" von seinem Volk huldigen.

Die lange Tradition des Chinesenfaschings

Der Chinesenfasching geht auf eine uralte Anekdote zurück. Der Bischof von Eichstätt schickte einst seinen Kämmerer nach Dietfurt, um Steuern einzutreiben. Die Dietfurter ließen ihn aber nicht durch die Stadttore, sodass der Kämmerer dem Bischof berichten musste, dass sich die Dietfurter "wie die Chinesen hinter ihrer Mauer verschanzen". Den Chinesenfasching in seiner heutigen Form gibt es seit den 1950er-Jahren, als erstmals chinesische Gruppen beim Faschingszug dabei waren. Der Unsinnige Donnerstag 1954 war ein besonderer Tag in der Geschichte des Chinesenfaschings: Das Volk wählte damals mit "Ma-Ler-Gie" seinen ersten Kaiser.


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