11

Triathlon Challenge Regensburg: Stadt soll aus Vertrag aussteigen

Nach dem Lizenzentzug für den Triathlon "Challenge Regensburg" soll auch die Stadt Regensburg ihren Vertrag mit dem Organisator kündigen. Das fordert die CSU im Regensburger Stadtrat, die sich seit Längerem am hohen Zuschuss der Stadt für die Veranstaltung stört. Die Stadt Regensburg hat angekündigt, den Vertrag mit dem Organisator zu prüfen.

Von: Marcel Kehrer

Stand: 14.11.2017

Vor dem Start der Profis | Bild: Ingo Kutsche

Im Verbot an den Organisator, sein Rennen als Teil der "Challenge"-Serie zu veranstalten, sieht die CSU einen Hebel zum Ausstieg aus dem Vertrag. Er gilt eigentlich bis 2020 und kostet den Steuerzahler jährlich 275.000 Euro. Die Stadt Regensburg hat angekündigt, den Vertrag mit dem Organisator zu prüfen. Erst danach könne man detaillierter Auskunft geben, sagte Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra auf BR-Anfrage.

Die SPD-Fraktion will sich erst die Einzelheiten des Vertrags anschauen und dann über das weitere Vorgehen entscheiden. Das sagte Fraktionschef Klaus Rappert am Montag nach einer Sitzung der Fraktion.

Der vorläufig suspendierte Oberbürgermeister Joachim Wolbergs von der SPD, der den Organisator Tom Tajsich als Freund bezeichnet, hatte die Abmachung maßgeblich mit eingefädelt - vorbei am Rechtsamt der Stadt.

Ein teurer Flop

Außerhalb der weltweiten Challenge-Serie sei der Triathlon nicht mehr die Veranstaltung, die gewollt war, so Rappert. Dem Organisator Tom Tajsich seien in dem Vertrag keine bindenden Verpflichtungen auferlegt worden, moniert die CSU. Nun aber sieht sie eine Chance auf Kündigung. Denn im Vertrag stehe, der Triathlon "soll unter der Dachmarke Challenge" stattfinden, so CSU-Fraktionsvorsitzender Josef Zimmermann.

Die CSU hält die Challenge Regensburg angesichts der Teilnehmer- und Zuschauerzahlen für einen teuren Flop. Das Geld sei im Breitensport besser angelegt. Am Donnerstag wird der Antrag der CSU im Sportausschuss des Regensburger Stadtrats verhandelt. Darin fordert die Fraktion auch, im Zweifel die Staatsanwaltschaft einzuschalten, weil das Rechtsamt nicht eingebunden war. So will die CSU auch klären lassen, ob eine Dienstpflichtverletzung von Oberbürgermeister Wolbergs vorliegt.

Lizenz entzogen

Die Challenge Family GmbH, die weltweit Challenge-Triathlons ausrichtet, hatte dem örtlichen Organisator der "Challenge Regensburg", Tom Tajsich, vor wenigen Tagen wegen Vertragsverletzungen die Lizenz entzogen. Tajsich wehrte sich am Wochenende gegen die Vorwürfe und hält den Vorgang für unwirksam.

Joachim Wolbergs beim diesjährigen Challenge-Triathlon in Regensburg mit Tom Tajsich (Mitte).

2016 hatte der Sportgeschäft-Besitzer Tom Tajsich den Challenge-Triathlon erstmals als Lizenznehmer nach Regensburg geholt - auf Anregung seines Freundes Joachim Wolbergs. Der wegen der Korruptionsaffäre vorläufig suspendierte Oberbürgermeister ist gut befreundet mit dem Ehepaar Tajsich. Die Profi-Athletin Sonja Tajsich hatte den SPD-Politiker im OB-Wahlkampf werbewirksam als Fitnesstrainerin unterstützt. Beim diesjährigen Challenge-Triathlon in Regensburg sorgte Wolbergs für Aufsehen, als er eine Medaille überreichte - trotz seiner vorläufigen Suspendierung. Wolbergs betonte, er sei privat dabei gewesen.

Dem Regensburger Oberbürgermeister wird von der Staatsanwaltschaft Bestechlichkeit vorgeworfen, sie hat Anklage gegen ihn erhoben. Wolbergs soll Immobilienunternehmer nach hohen Wahlkampfspenden bevorzugt haben. Erst vor einer Woche (6.11.) war erneut ein Bauträger verhaftet worden. In einer Videobotschaft auf Facebook beteuerte Wolbergs vor wenigen Tagen noch einmal seine Unschuld und übte scharfe Kritik an Staatsanwaltschaft und Medien.


11

Kommentare

Inhalt kommentieren

Bitte geben Sie höchstens 1000 Zeichen ein.

Spamschutz * Bitte geben Sie das Ergebnis der folgenden Aufgabe als Zahl ein:

Jioma, Dienstag, 14.November, 07:48 Uhr

3. Challenge

Würde mich freuen, wenn die Stadt es schafft aus dem Vertrag auszusteigen und es 2018 keine Challenge gäbe!
Mich als Anwohner ärgern vor allem die großflächigen Absperrungen, in Stadt und Landkreis. Völlig unverhältnismäßig wegen 380 Teilnehmern.
2017 wurde z.B. von den ahnungslosen Streckenposten (bei 275.000 Fördergeld hätte ich mehr erwartet!) der Verkehr an einer Stelle direkt in die Baustelle auf der Regenbrücke umgeleitet. Bei Nachfragen wie man den jetzt nach Deurling käme (ein Schelm, wer böses dabei denkt), hieß es: "Keine Ahung, bin nicht von hier - fragen sie die Polizei". Sehr schön - die hätte sicherlich besseres zu tun gehabt!

der Steuerzahler, Montag, 13.November, 18:23 Uhr

2.

275. 000 € wären bestimmt wo anders besser aufgehoben.

  • Antwort von Wolfgang, Montag, 13.November, 23:20 Uhr

    Geldverschwendung, Mißbrauch von Steuermitteln für Privatvergnügen.

    380 Teilnehmer, 275 000€ öffentliche Mittel, je Teilnhemer für das private Hobby Schwimmen-Radfahren-Laufen am Stück annährend 700€ Subvention!

    NächstesJahr ca. 1500€ Startgebühr nehmen, dann kann der Aufwand von den aktiven privat bezahlt werden inkl. ortsüblicher satzungsgemäßer Gebühren für Straßensondernutzung der abgesperrten Bereiche.

  • Antwort von der Steuerzahler, Dienstag, 14.November, 06:12 Uhr

    Mein nächstes Fitnissstudio las ich mir auch von der Stadt finanzieren ich tu auch was für meine Gesundheit.

Wolfgang, Montag, 13.November, 18:05 Uhr

1. Sich selbst quälende Närrische nicht unterstützen.

Wenn es den "Verrückten" Spaß macht sich über ca. 235km mit Schwimmen, Laufen und Radfahren an einem Tage zu quälen und bedingt die Gesundheit zu ruinieren mögen sie das machen, soviel Freiheit muß sein.

Aber das muß man nicht mit öfentlichen Mitteln noch finanziell fördern.

Wenn es Aktive im Raum Regensburg gibt oder welche die von weiterher anreisen um sich dort zu vergleichen, bitte. In Donau, Naab und Regen gibt es schwimmgeeignete Wasserfläche, genügend Wald- und Feldwege um 42km zu rennen und auch verkehrsarme Straßen die rennradgeeignet sind.

Auf öffentlichen Straßen gibt es viele die dort auch sprotlich fahren, die STVO gestattet FAHRRADrennnen ohne Genehmigung. Gemacht wird das auch von den Randonneuren ab Pappnheim, brevets bis zu 1100km fahren die am Stück mit Rädern nach STVZO ohne Begleitfharzeuge, ohne Asperrungen.

Übt euer Hobby aus, es sei gegönnt, belästigt aber nicht andere Bürger mit Lautsprechergeplärre und Absperruungen. Und ohne Staatsknete!!!