17

Bahngipfel in Furth im Wald Dobrindt macht Tempo bei Zugverbindung nach Tschechien

Der Ausbau der Bahnverbindungen zwischen Bayern und Tschechien soll vorankommen. Beim Bahngipfel in Furth im Wald (Lkr. Cham) wurde ein weiterer Schritt geschafft. Auch beim Lärmschutz gibt es Fortschritte.

Von: Renate Roßberger

Stand: 26.07.2017

Alexander Dobrindt (CSU) | Bild: picture-alliance/dpa

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte in seiner Rede unter großem Beifall zu, dass die Streckenteile, die bisher im Bundesverkehrswegeplan nur im potentiellen Bedarf waren, in den vordringlichen Bedarf kommen sollen; und zwar noch vor der Bundestagswahl. Damit sei "ein klares Signal für den Ausbau der Stecke München-Prag" gesetzt, so Dobrindt. Auch die Finanzierung sicherte der Verkehrsminister zu.

Studie mit Ausbauvarianten vorgestellt

Der Chamer Landrat Franz Löffler und der bayerische Innenminister Joachim Herrmann

An dem Treffen in Furth im Wald nahmen neben Dobrindt auch der bayerische Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) und Tschechiens Verkehrsminister Dan Ťok teil. Beide Länder haben die Studie, in der ein internationales Team die konkreten Ausbauvarianten und Kosten berechnet hat, gemeinsam in Auftrag gegeben. Sie beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Ertüchtigung der südlichen Hauptstrecke von München über Regensburg nach Prag.

Verschiedene Ausbauvarianten wurden berechnet und auf ihre Machbarkeit hin überprüft. Die Varianten gehen von der preisgünstigsten Version mit Neigetechnik bis zum teils zweigleisigen Ausbau. Außerdem muss ein Großteil der Strecke elektrifiziert werden. Die Kostenschätzungen reichen von zwei Milliarden Euro bis zu 2,5 Milliarden Euro. Der Zeitrahmen geht bis 2030.

In vier Stunden von München nach Prag

Die Bahnverbindungen zwischen Bayern und Tschechien lassen auch 27 Jahre nach der Grenzöffnung noch zu wünschen übrig. Momentan dauert die Fahrt von München nach Prag auch im durchgehenden Zug rund sechs Stunden. Anvisiert ist hier eine Reisedauer von vier Stunden und 15 Minuten. Um das zu erreichen, müsste die Bahnstrecke ausgebaut und elektrifiziert werden.

Auch die zweite bayerische Hauptstrecke von Nürnberg über Marktredwitz nach Prag soll ausgebaut werden. Generell ist es das Ziel, den Zugverkehr konkurrenzfähiger im Wettbewerb mit Fernbusunternehmen zu machen.

Lärmschutz: Anwohner erhalten Rechtsanspruch

Verkehrsminister Dobrindt kündigte am Mittwochabend bei einem Termin in Neustadt an der Waldnaab auch an, dass im Rahmen der Elektrifizierung der Bahnstrecke Regensburg-Hof Lärmschutzmaßnahmen zur Auflage werden sollen. Anwohner erhalten einen Rechtsanspruch auf Lärmschutz. Der Minister begründete das damit, dass auf der Strecke ein deutlicher Anstieg des Verkehrs erwartet wird. Außerdem sicherte er die Finanzierung zu. In der Vergangenheit hatten sich Politiker aller Parteien sowie Bürgerinitiativen für Lärmschutz entlang der Bahnstrecke stark gemacht.

(mit dpa-Informationen)


17

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Wolfgang, Donnerstag, 27.Juli, 22:11 Uhr

14. Sind 6h ein Problem?

Mit einmal umsteigen,,16:47 Abfahrt in München, Ankunft Prag 22:41.

Ohne Vorbuchung hin und zurück spontan 150€, dazu ein Hotelzimmer.

Abfahrt um 16:47 geht nach Arbeitsschluß, Dienstreisevorbereitung problemlos.

Lasst ein Hotelzimmer 120€ kosten, Gesamtaufwand unter 300€.

am nächsten Tag frishc und ausgeruht den Reisezweck erfüllen, danach wenn gewünscht noch zurückfahren, ergäbe sich ein Grund noch 1 oder 2 Tagezu bleiben, für die Bahnfahrkarte egal.

Das ist Reisekultur.

Fliegen, spontan für Dienstag 1.8. früh gibt es nichts non-stop. ungefähr passend mit wenigen Stunden in Prag kosten Umsteigeverbindungen über 400€.

Stattdessen Montag abend nach Prag und Hotel bringt mehr Gelassenheit, ist preisgünstiger und flexibeler.

Und wer öfter reist nimmt die BC50-first und fährt 1.Klasse noch preisgünstiger,

Enrico Pelocke, Donnerstag, 27.Juli, 05:37 Uhr

13.

Dobrind hat sinnvolle Vorschläge? Dann ist wohl Wahlkampf. Zusätzlich schlage ich eine Neubau-Schnellfahrstrecke Regensburg - Pilsen - Prag - Walbrzych mit 300 km/h vor. Dann schafft man München - Prag in weniger als 2,5 h. In der Zeit ist man von der Innenstadt zum Flughafen gelangt und vielleicht durch die Abfertigung, aber noch nicht los geflogen. Bis Wroclaw dürfte die bahn schneller als Fliegen sein. Die vorhandenen Strecken sind extreme Umwege und haben durchweg enge Gleisbögen, wo man auch mit Neigetechnik wesentlich langsamer ist, als auf einer Neubaustrecke. Die Strecke Nürnberg - Marktredwitz - Cheb dient dann dem Verkehr in Richtungn Karlsbad - Usti, die Strecke Nürnberg - Schwandorf - Fürth - Pilsen dem Regionalverkehr. Wenn man alle Vorhaben jetzt beginnt, ist die Neubaustrecke vielleicht fertig, wenn die vorhandenen Strecken den verkehr nicht mehr aufnehmen können.

Francesco, Mittwoch, 26.Juli, 18:17 Uhr

12. Für mich ist er seit gestern....

... der absolute "Superminister".... Habe ich doch von ihm in einem Interview gelernt, dass der Automobilkonzern-Skandal nichts mit dem Verkehrsministerium zu tun habt (> Kartellamt = Wirtschaftsministerium). Der Gipfel der Verantwortungs- und Ahnungslosigkeit. Wird Zeit, dass er und die Politik endlich Ihre Deckhand von den Automobilkonzernen nehmen.....

GUFI, Mittwoch, 26.Juli, 17:36 Uhr

11. Bahngipfel

Das notwendige Elektrifizierungsvorhaben von München über Schwandorf nach Prag ist für die gleichfalls erforderliche Elektrifizierung von Nürnberg über Eger nach Prag ein hochriskantes Manöver! Denn oberpfälzer Politiker wollen auch den Bahnverkehr von Nürnberg nach Prag an sich reißen, indem sie zudem den Ausbau der Strecke von Nürnberg nach Schwandorf fordern.
Hier spricht Minister Herrmann klare Worte: Es braucht für den bayerisch-tschechischen Eisenbahn-Fernverkehr beide Ausbau- und Elektrifizierungsvorhaben, sowohl in West-Ost-Richtung von Nürnberg über Eger nach Prag als auch in Süd-Nord-Richtung von München über Schwandorf nach Prag. Oder anders formuliert: Das eine Vorhaben darf nicht auf Kosten des anderen gehen.

  • Antwort von Peter, Mittwoch, 26.Juli, 18:00 Uhr

    Wozu über Eger elektrifizieren, wo aufgrund der Tunnel ubd Brücken Einschränkungen für den Güterverkehr herrscht und keine Bündelwirkung der Verkehre Nürnberg/München-Prag vorhanden ist?

    Für diese Linien ist die Südvariante die sinnvollere.

    Nürnberg-Marktredwitz macht nur für die Verbindung nach Dresden/Leipzig Sinn.

  • Antwort von GUFI, Mittwoch, 26.Juli, 20:45 Uhr

    Ganz einfach, weil:
    4-fache Bündelungswirkung von Leipzig, Dresden, Aussig/Karlsbad und Prag/Pilsen, d. h. für CZ wird auch der bedeutendste Kurort Karlsbad sowie das nordböhmische Industrierevier (Chemie und Petrochemie) angebunden,
    diese Strecke im transeuropäischen Kernnetz sowohl für den Personen- als auch für den Güterverkehr enthalten und daher mit höchsten Sätzen förderfähig ist,
    Brücken und Tunnel im sanierten Zustand den Gütertransport in keiner Weise einschränken, weder bei der Belastung noch beim Lichtraumprofil

    Im Übrigen gilt: mehr güterverkehrstaugliche Strecken ermöglichen eine Aufteilung der Verkehre und eine geringere Belastung der Anlieger

  • Antwort von Alex, Freitag, 28.Juli, 12:47 Uhr

    Zitat: "Oder anders formuliert: Das eine Vorhaben darf nicht auf Kosten des anderen gehen."

    Das ist leider kurzfristiges Lokaldenken. Beide Projekte werden nicht kommen. In Bayern kann man zu Wahlzeiten so etwas gerne behaupten, aber am Ende entscheidet der Bund, was gebaut wird. Selbst ein CSU-Verkehrsminister kann sich nicht über die Fakten stellen. Die sind so, dass es im restlichen Bundesgebiet deutlich wichtigere Projekte gibt.

    Was fährt denn da aktuell an Zügen? Es gibt einen jämmerlichen 4 Stundentakt, der zum nächsten Fahrplan auf 2h verdichtet wird. Selbst das ist noch zu wenig, um einen teuren Ausbau zu rechtfertigen. Man braucht dazu den Verkehr nach Nürnberg, dann wird es ein Stundentakt und dann rentieren sich auch die teuren Ausbauten: Doppelspur Schwandorf-Furth plus Doppelspur-NBS Furth-Pilsen in CZ. Ohne die Kombination besteht die Gefahr nur 2 Billigausbauten zu bekommen, die an der Reisezeit nicht viel ändern werden und den Schienenverkehr nicht voran bringen.

Geli, Mittwoch, 26.Juli, 17:14 Uhr

10.

Warum keine vernüftige Zugverbindung nach Tschechien gibt?
Warum die Zugstrecken nicht elektriviziert sind ?

Diese und noch viel mehr Fagen lassen sich ganz einfach beantworten: Egal was in Deutschland gebaut werden oder erneuert werden soll immer gibt es genügend Personen die sich querstellen!! Einmal finden Sie eine seltene Sumpfdotterblume, das andere Mal eine vom aussterben bedrohte Moorhuhnfeder, usw. und auf diese Weise werden Projekte auf Jahre innaus blockiert!!!

  • Antwort von gd, Donnerstag, 27.Juli, 07:39 Uhr

    Ja, so einfach ist das. Es liegt an irgendwelchen Tieren oder Menschen, die sich quer stellen. Wenn es keine Natur und keine Menschen gäbe, dann könnte man problemlos viel mehr Straßen und Schienen bauen. Fragt sich dann halt wozu!
    Ich fände es auch besser, wenn ein umweltfreundlicheres Verkehrsmittel wie die Eisenbahn schneller ausgebaut würde. Aber das ist halt etwas anderes, als wenn ich mir eine Hundehütte in den Garten baue, da kann ich allein entscheiden und machen. Es ist halt so, dass solche Projekte vieles tangieren, und das geht nicht so schnell, das alles abzuwägen und zu planen. Da gibt es auch wieder Menschen die daran beteiligt sind, kluge und dumme, Politiker und andere.
    Hätten Sie es lieber, in China zu leben, wo auf fast niemanden Rücksicht genommen wird, einfach von oben bestimmt wird, und gebaut wird, ohne Möglichkeit der demokratischen Beteiligung??