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Artenschutz durch Aufessen Wie Waldsassen den heimischen Edelkrebs rettet

Was macht man mit unliebsamen Konkurrenten? Man isst sie einfach auf. In Waldsassen gibt es dieses Artenschutzprojekt der besonderen Art. Damit möchte man verhindern, dass der amerikanische Signalkrebs den heimischen Edelkrebs verdrängt.

Von: Margit Ringer

Stand: 10.11.2017

Artenschutz durch Aufessen - Amerikanische Signalkrebse werden einfach aufgegessen. | Bild: BR/Margit Ringer

Ein originelles Artenschutzprojekt findet am Abend in Waldsassen statt, es heißt "Artenschutz durch Aufessen". Damit soll der heimische Edelkrebs gerettet werden. Er steht auf der roten Liste bedrohter Tiere und gilt in Deutschland als gefährdet.

In Natur-Fließgewässern kommt der Edelkrebs nahezu gar nicht mehr vor, weil er durch die amerikanischen Kamber- und Signalkrebse verdrängt wurde. Die amerikanischen Arten kamen vor gut 150 Jahren nach Europa und brachten die sogenannte Krebspest mit. Die amerikanischen Arten können damit gut umgehen, die heimischen Edelkrebse aber nicht.

Amerikanische Krebse werden gekocht

Gesammelte Krebse

Damit sich der Edelkrebs in der nördlichen Oberpfalz wieder verbreiten kann, werden die amerikanischen Krebse am Abend einfach gegessen. Sie kommen in vielen Fischteichen im Landkreis Tirschenreuth vor. Wenn sie am Ufer stranden oder Fischwirte sie an Land ziehen, dürfen sie nicht mehr zurück ins Wasser geworfen werden - das ist seit einem Jahr verboten.

Die jetzt gesammelten Tiere - rund 1.000 Stück - werden am Abend deshalb gekocht und mit Karpfenfilet und verschiedenen Dips im Gasthof Prinzregent Luitpold im Rahmen der Erlebniswochen Fisch serviert.

Ansiedlung dauert bis zu sechs Jahre

Edelkrebszüchter Michael Bäuml aus Bärnau hält einen Kurzvortrag über die Edelkrebse und die amerikanischen Arten und gibt Tipps, wie die Krebse am besten geknackt und gegessen werden. Bäuml ist einer von nur sehr wenigen Edelkrebs-Züchtern in Deutschland, sein Betrieb ist als einziger bio-zertifiziert.

95 Prozent seiner Krebse verschicken er und seine Familie an Kunden in ganz Deutschland, die damit Baggerseen, Biotope oder Schwimmteiche wieder mit Edelkrebsen besiedeln. Bis ein Krebs allerdings soweit ist, dauert es fünf bis sechs Jahre. Und natürlich gibt es noch weitere natürliche Finde: In diesem Jahr hat der Fischotter den größten Anteil der Edelkrebs-Ausbeute gefressen.


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