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Amphicar in Regensburg Zu Wasser, zu Land und in der Stadt

Wenn Sie einer der wenigen, dafür aber umso stolzeren Besitzer eines "Amphicars" sind, dann schauen ihnen die Leute nach und das mit "Werksgarantie" - auch wenn´s dieses Werk schon längst nicht mehr gibt. Ein Ausflug mit dem Amphicar bei Regensburg, bitte einsteigen und Schwimmweste anlegen nicht vergessen.

Von: Elisabeth Leinisch

Stand: 09.07.2017

Wie kommt man mit dem Auto in Großprüfening bei Regensburg über die Donau?! Mit der Fähre - oder mit dem Amphicar, Baujahr 1961. Hans Trippel war der geniale Erfinder. Ein Auto mit Seltenheitswert. Denn gebaut wurden nicht mal 4.000 Stück. Kein Wunder. Das "Autole" war schweinisch teuer: 10.000 Mark. Dafür hat man damals auch schon einen Porsche bekommen und einen Witz gab's bei der Jungfernfahrt gratis dazu!

"Das mit dem Amphicar und dem Porsche ist halt so, mit dem Amphicar können sie ins Wasser, mit dem Porsche auch, aber mit dem Amphicar kommen sie auch wieder raus!"

Gert Aurig

Dr. Gert Aurig ist Augenarzt und mag sich keinen Porsche leisten, weder einen alten noch einen neuen. Es ist dieser Style, diese Mode und vor allem auch das Lebensgefühl der 60-er Jahre. Der Amphicar war und ist ein bisserl verrückt und das zu bewahren, ist der Sinn der Sache.

Amphicar-Mann der ersten Stunde

Er war der Amphicar-Mann der ersten Stunde in Regensburg. Fritz Prell, als Citroen Händler, hat er seinerzeit auch den Vertrieb der Amphicars übernommen. Und es war so schön. Ausflüge auf der Donau. Sternfahrten nach Deggendorf mit Musik, und das live, eine Band hat "mitgespielt".

"Die Schaukapelle 'Charly Brown', die hat 1963 einen Weltrekord im Dauerspielen aufgestellt und auf meinen Anruf hin, nachdem das ein Regensburger war, hat der sich sofort bereit erklärt da mitzumachen. Dann sind die Musiker auf drei Autos verteilt gewesen. Und auf den anderen Autos ist auf den Motorhauben getanzt worden - im Bikini, mit Bienenkorbfrisur unter der Kapitänsmützn und Coca Cola, Fanta oder Bluna! Mitten auf der Donau. Erlaubterweise! Und die andern haben blöd geschaut!"

Fritz Prell

Aber nicht neidisch, sondern mit einem Schmunzeln. So war das damals! So ist das auch noch heute. Weil der Amphicar kein Protzauto ist. Er war nie ein Verkaufschlager, aber vielleicht das erste Fun-Auto überhaupt! Ein G´spaß war dieser "Re-Import aus Übersee" sein Autoleben lang.

Vier Räder für die Entenjagd

Gert Aurigs Amphicar kommt nämlich aus Amerika. Lächerliche 1.500 Meilen hatte er auf dem Buckel und wurde auf einer Farm wohl nur für die Entenjagd auf einem See eingesetzt. Ein Auto und ein Boot! Dazu braucht es eine Spezialausstattung!

"Das ist eine ganz normale Hupe für den Straßenverkehr oder etwas kräftiger für die schnelle Motorbootfahrt. Für die Wasserfahrt braucht man Beleuchtungseinheiten. Da wäre vorne ein Licht mit Steuerbord und Backbordleuchten. Und hinten das Toplicht. Das wird hinten so eingesteckt und ist für die Beleuchtung in der Nacht. Ein Rettungsring muß auch dabei sein. Was man noch braucht, ist der Anker und was man auch immer braucht, ist ein Sonnenschirm. Da ist extra ein Sonnenschirmständer für einen Sonnenschirm mit drei Metern Durchmesser. Dann kommt hinten noch ein Picknickkorb drauf und dann kann man auf der Donau oder wo auch immer Anker setzen und ganz gemütlich ein Picknick machen."

Gert Aurig

Schiffsschrauben und Mini-Motor

Schiffsschrauben hat er auch und einen 38 PS Motor von Triumph-Herald. 1,2 Liter eroberten die amerikanische Seen. In Deutschland war er nie der Renner. Und doch bleibt Wehmut, denn Fritz Prell saß ja seinerzeit an der Quelle.

"Ich hätt den letzten Wagen doch nicht hergeben sollen! Denn da kommen Erinnerungen hoch und Gefühle, die man früher gar nicht so beachtet hat."

Fritz Prell

Das Gefühl der Freiheit. Damals war es etwas unerhört Neues - und der Amphicar war das Vehikel dazu!


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Wolfgang, Sonntag, 09.Juli, 17:57 Uhr

3. netter Blödsinn, Anker setzen, Picknick.....

Amphiebienfahrzeuge sind nie dicht und mehr oder weniger immer massiv leckend, ohne ständig laufende Lenzpumpe in der Bilge ist der Spaß schnell vorbei.

Und wer mittleeuropäischen Flüsse im Sommer kennt, der kennt auch die vierflügligen sechsbeinigen Stechbiester......

  • Antwort von Prell Fritz, Mittwoch, 12.Juli, 20:39 Uhr

    Zu Ihrer Annahme, "Amphibienfahrzeuge sind nie dicht . . . " muss ich Ihnen leider widersprechen. Während des Betriebes von mehr als einhundert Stunden auf stehenden und fließenden Gewässern hatte ich nie Bilgewasser im Fahrzeug. Nicht einmall bei Fahrten durch die Steinerne Brücke in Regensburg, stromauf wie stromab, und bei durchgeführten Wanderfahrten auf der Donau mit mehr als 20 Fahrzeugen, hat sich jemals eindringendes Leckwasser bemerkbar gemacht.

Siggi, Sonntag, 09.Juli, 12:44 Uhr

2. Motor

Der Motor des Triumph Herald war eine Entwicklung von Triumph und hat mit dem Motor des alten Mnis nichts zu tun. Dieser kam von Austin und Mossis und kam aus dem Morris Minor.

  • Antwort von Marcus Meyer, Montag, 10.Juli, 11:40 Uhr

    Wir haben das berichtigt. Danke für den Hinweis.
    Die Redaktion Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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Nadine, Sonntag, 09.Juli, 07:30 Uhr

1. Hubraum, PS, Spritverbrauch

das Gewicht, die Außenmaße, das Kofferraumvolumen etc. pp. wären noch interessant.

  • Antwort von Prell Fritz, Samstag, 15.Juli, 19:59 Uhr

    Hubraum: 1,2 ltr Ottomotor
    Leistung: 38 PS
    Verbrauch im Wasser: 2,3 l/h - 10 l/h (Betriebsstunde im Wasser )
    Länge: 4,33 m
    Breite: 1,56 m
    Leergewicht: 1050 kg
    V max : Land: 120 km/h, Wasser: 6,5 kn = 12 km/h
    Angaben siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Amphicar