Der Drache wälzt sich durch die Straßen von Dietfurt.
Verrückte Faschingstradition Chinesen erobern Dietfurt
Es ist eine der verrücktesten Faschingsereignisse in Bayern: Der Chinesenfasching in Dietfurt, der jedes Jahr am Unsinnigen Donnerstag die Stadt in "Bayrisch China" verwandelt. Pünktlich um 13.61 Uhr startete der Maskenzug 2013.
Im Dietfurter Fasching übernehmen jedes Jahr der chinesische Kaiser und sein Hofstaat die Herrschaft, die Sieben-Täler-Stadt in der Mitte Bayerns wird zum Reich der Mitte. Das ist einzigartig in Deutschland und hat seit fast sechs Jahrzehnten Tradition.
Bevölkerung huldigt mit dem Ruf "Kille-Wau"
Bereits ab 2.00 Uhr morgens wurden die Dietfurter mit einem Weckruf und viel Lärm aus den Betten geholt. Mittags begann in der Altstadt das traditionelle Einstimmen auf den Chinesenfasching. Um 13.61 Uhr setzte sich der riesige Maskenzug unter dem Motto "Zirkus ist in Bayrisch China" mit 50 Wagen, mit Fußgruppen und Musikkapellen in Bewegung. Kaiser Ko Huang Di führte diesen Umzug wieder an. Mit dabei war unter anderem aus München der chinesische Bildungskonsul Jiqiang Dai.
Fast alle Gruppen gaben sich als Mitglieder des chinesischen Hofstaats aus. Die Zuschauer huldigten dem Kaiser mit dem Ruf "Kille-Wau". Am Nachmittag kam der Maskenzug zum Stadtplatz zurück, der am Unsinnigen Donnerstag "Platz des himmlischen Frohsinns" heißt. Nach der feierlichen Proklamation des Kaisers Ko Houang Di wird noch bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.
Chinesenfasching geht auf eine Legende zurück
Der Bezug zu China geht auf eine Legende zurück: "Wie Chinesen" sollen sich die Dietfurter nach dem Bericht des bischöflichen Steuereintreibers einst hinter ihrer Ringmauer verschanzt und diesen nicht in die Stadt gelassen haben. Seine chinesische Färbung erhielt der Dietfurter Fasching erstmals im Jahr 1928.

Wetter
