Zum größten eintägigen Wintervolksfest in Bayern kamen rund 20.000 Besucher.
Berchinger Rossmarkt Tausende Besucher bestaunen Pferde
Bei strahlendem Sonnenschein und eisiger Kälte sind mehr als 120 geschmückte Pferde beim traditionellen Berchinger Rossmarkt aufgetrieben worden. Zum größten eintägigen Wintervolksfest in Bayern kamen gut 20.000 Besucher.
"Viele Pferdehalter hatten sich wegen des tollen Wetters kurzfristig entschieden zu kommen", sagte der Bürgermeister von Berching, Ludwig Eisenreich, zu Beginn der Traditionsveranstaltung. Die Händler, die aus ganz Bayern angereist sind, bauten bereits ab vier Uhr morgens auf. Das Wetter beschrieben sie als ideal: kalt, aber trocken.
Pferde und Politik
Vor tausenden Besuchern sind die geschmückten Pferde ab 9 Uhr auf den Markplatz von Berching getrieben worden. Dort wurden sie - an Stangen gebunden - präsentiert. Nach der Kundgebung wurden die schönsten Tiere prämiert. Als Hauptredner der politischen Kundgebung sprach Ministerpräsident Horst Seehofer, bereits zum vierten Mal beim Rossmarkt in Berching. Seit 2007 ist er hier alle zwei Jahre Gast.
"Heute haben wir pralle Staatskassen. Sie sind voll. Der Finanzminister hat sogar noch im Keller eine Schatztruhe stehen. Die ist voll. Deshalb sage ich auch in Berching: Die Studiengebühren (...) werden abgeschafft."
Ministerpräsident Horst Seehofer
In seiner launigen Rede streifte Seehofer neben den Studiengebühren die Themen Finanzausgleich, Donauausbau und PKW-Maut.
Krammarkt und politische Redner
Einige der rund 50 Pferdehalter kommen seit Jahrzehnten ins oberpfälzische Berching, um stolz ihre geschmückten Rösser zu präsentieren. Dafür erhalten sie pro Tier eine nach Rassen gestaffelte Auftriebsprämie zwischen 20 und 55 Euro.
In der Altstadt ist ein Krammarkt aufgebaut. Überregional bekannt ist der Rossmarkt auch wegen seiner politischen Kundgebungen mit hochrangigen Politikern, meist von der CSU. Vor allem die Reden von Franz Josef Strauß stießen früher auf großes Interesse. Er war zwischen 1973 und 1984 fünfmal in Berching. Bis heute ist kein anderer Hauptredner so oft beim Rossmarkt aufgetreten. Im Jahr 1998 kam der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU).
Geschichte des Rossmarkts
Die Tradition der "Rossbeschau" geht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Eine jahrhundertealte Berchinger Vorschrift verlangte von Pferdebesitzern, Tiere für Gesundheitsuntersuchungen vorzuführen. Ab 1926 gab es dann einen Pferde- und Fohlenmarkt in Berching - damals noch ein echter Rossmarkt. Heute werden kaum noch Pferde verkauft.

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