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Drohender Warnstreik Bayerische Oberlandbahn will verhandeln

Die Bayerische Oberlandbahn will den drohenden Warnstreik bei der BOB und beim Meridian abwenden. Das Unternehmen zeigt sich überrascht, dass die Eisenbahner-Gewerkschaft EVG trotz eines verbesserten Angebots nicht zu einem Gespräch bereit sei.

Von: Rudolf Erhard und Birgit Grundner

Stand: 17.01.2016

Bayerische Oberlandbahn Züge | Bild: Bayerische Oberlandbahn

Ein verbessertes Angebot bei den Tarifverhandlungen liege auf dem Tisch. Dass die Eisenbahner-Gewerkschaft EVG dennoch mit einem Warnstreik ab Montag drohe, "vermittelt den Eindruck, dass ein Streik grundsätzlich gewollt ist, unabhängig von unserer Verhandlungsbereitschaft", meint Bernd Rosenbusch, der Vorsitzende der Geschäftsführung bei der Oberlandbahn. Die Bayerische Oberlandbahn sei für Verhandlungen offen.

Betroffene Strecken

Sollte es bei den angekündigten Arbeitsniederlegungen bleiben, wäre der Zugverkehr für die Meridian-Strecke München-Rosenheim-Salzburg und München-Rosenheim-Kufstein sowie auf der Strecke der Mangfallbahn betroffen. Auch die BOB-Züge im Oberland sollen bestreikt werden.

Genauer Streiktag noch unklar

An welchem Tag gestreikt würde, ist weiter offen. Sollte die Gewerkschaft ihre Drohung wahr machen, "werden wir alles betrieblich Mögliche in die Wege leiten um unsere Fahrgäste entsprechend der Umstände zu befördern", verspricht der technische Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn Fabian Amiani.

"Auch werden wir Busse anmieten, um die Zuge zu ersetzen."

Fabian Amiani, Bayerische Oberlandbahn

Warnstreiks sind wahrscheinlich

Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks hatten die Vertreter der EVG am Freitagnachmittag die gemeinsamen Verhandlungen mit der Geschäftsleitung von BOB/ Meridian verlassen, obwohl das verbesserte Angebot über die Bruttoarbeitszeit auf dem Tisch lag. EVG-Sprecher Isidoro Peronace hatte vorher mitgeteilt: "Wenn es zu keiner Einigung kommt, werden wir die Beschäftigten kommende Woche zum Warnstreik aufrufen."

Gewerkschaft rechnet mit "Totalausfall" bei den Zügen

Der vier- bis sechsstündige Warnstreik werde am Abend vorher bekannt gegeben, teilte die EVG mit. Die Fahrgäste müssten sich auf einen Totalausfall der Züge gefasst machen. Ein Ersatzfahrplan sei kaum möglich, da sich viele Lokführer, Zugbegleiter und Werkstatt-Mitarbeiter bei BOB/Meridian an den Warnstreiks der EVG-Gewerkschaft beteiligen wollen.

Knackpunkt im Tarifkonflikt: Dienstfahrten

Die EVG fordert, interne Dienstfahrten von einem Einsatzort zum nächsten zu 100 Prozent als Arbeitszeit anzurechnen - so sei es auch beim Konkurrenten Deutsche Bahn üblich. Die BOB-Geschäftsführung war bisher laut EVG nur zu einer 50-prozentigen Anrechnung bereit. Einigung wurde dagegen bei Gehaltserhöhungen von 5,1 Prozent in zwei Stufen erzielt.


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